Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanobiotechnologie von internationalem Spitzenformat

11.05.2004


Autolacke die nicht verkratzen, Oberflächen die sich selbst reinigen und Viren und Bakterien abtöten, Edelstahlbleche die Fett abweisen, Textilien die bei kalten Außentemperaturen Wärme abgeben und bei glühender Hitze für Kühlung sorgen und Autoscheiben die nicht mehr beschlagen.



Dies alles entwickeln zu können, war vor gut zehn Jahren noch nicht denkbar, aber seit sich Wissenschaftler und Forscher intensiv mit der Nano- und Nanobiotechnologie befassen, werden fast schon Wunder wahr. Als Schnittstelle von Nano- und Biotechnologie ist die Nanobiotechnologie eine Wissenschaft mit multidisziplinärem Ansatz. Das bedeutet, dass zur Bearbeitung dieser Technologie Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Chemie, Physik, Biologie, Pharmazie und Medizin eng miteinander kooperieren müssen. Experten bezeichnen die Nanobiotechnologie aufgrund ihrer vielfachen Einsatzmöglichkeiten in fast allen Lebensbereichen als eine der Basis- und Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts.



Saarländische Forscher und Unternehmen arbeiten seit Jahren konsequent und erfolgreich an der Entwicklung nanobiotechnologischer Produkte. Unter dem Dach des Clusters biokom.saarland entwickelt sich das Saarland zu einer Nanobiotechnologie-Region mit Modellcharakter. Beispielhaft für die Entwicklung ist das Kompetenznetzwerk NanoBioNet. Dieses Netzwerk besteht aus Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Institutionen aus der Region Saarland-Rheinhessen-Pfalz im Verbund mit internationalen Partnern. Bemerkenswert ist, dass zwei Drittel der über 50 Mitglieder des Netzwerkes Unternehmen sind und damit die wirtschaftliche Verwertung der Forschungsergebnisse hohe Priorität besitzt.

Besonderes Augenmerk gilt auch der frühzeitigen Sensibilisierung der Öffentlichkeit für nanobiotechnologische Themen und der Vorbeugung eines möglichen Mangels an wissenschaftlichen und technischen Fachkräften in der Zukunft. Daher wurden frühzeitig Angebote aufgebaut, die auch Schüler bereits heute an die Nanobiotechnologie heranführen: In vier sogenannten Mit-Mach-Laboren an der Universität des Saarlandes und der Hochschule für Technik und Wirtschaft werden nanobiotechnologische Effekte und Experimente vorgeführt und entsprechende Produkte und Verfahren sowie Projekte aus dem Kompetenznetzwerk vorgestellt. Die Welt der Nanobiotechnologie wird hierdurch erlebbar. Im NanoBioLab von Prof. Dr. Hempelmann (Physikalische Chemie, Universität des Saarlandes), einem der vier naturwissenschaftlichen Schülerlabore, können Schüler beispielsweise lernen und in Versuchsreihen selbst ausprobieren, wie eine Beschichtung aus Nanopartikeln hergestellt und einer Härteprüfung unterzogen wird oder wie bei der Herstellung einer Brennstoffzelle eine Beschichtung der Elektroden mit Nanopartikeln durchgeführt wird.

Das Saarland versteht sich als Partner für die Entwicklung Europas zu einer Kompetenzregion in der Nanobiotechnolgie. “Eine führende Position auf dem Weltmarkt, als Konkurrenz zu den USA und Japan, kann Europa nur im Rahmen einer gemeinsamen Anstrengung leisten“ so Martin Monzel, Geschäftsführer des Vereins NanoBioNet e.V..

Große internationale Forschungsprojekte zur Nanobiotechnologie im 6. Forschungsrahmenprogramm der EU werden durch saarländische Partner koordiniert oder begleitet: Im Network of Excellence „Nano2Life“ etwa wird gemeinsam mit 23 Partnern aus 12 europäischen Ländern an der Entwicklung eines „European Institute of Nanotechnologie“ gearbeitet.

Mit dem Regionalprogramm NanoBioTech-Region Saar, das durch die EU im Rahmen des Regionalen Programms für Innovative Maßnahmen (EFRE) kofinanziert wurde, sind richtungsweisende Strukturen entwickelt worden, welche das Saarland zu einem international konkurrenzfähigen Standort im Bereich Nanobiotechnologie machen. Die Europäische Kommission hat dies im Rahmen des Wettbewerbs „Regionale Innovation in Europa“ gewürdigt und das Saarland im April 2004 mit einem ersten Preis für sein Kompetenzzentrum Nanobiotechnologie ausgezeichnet.

Kontakt:
Martin Monzel
NanoBioNet e.V.
Gewerbepark Eschberger Weg, Gebäude 3
66121 Saarbrücken
Tel. (0681) 501-3426
Fax: (0681) 501-8411220
E-Mail: martin.monzel@nanobionet.de

Jürgen Wollbold
Ministerium für Wirtschaft, Referat F/3
Am Stadtgraben 6-8
66111 Saarbrücken

Tel.: (0681) 501-3423
Fax: (0681) 8411220
E-Mail: j.wollbold@wirtschaft.saarland.de

| Innovationseinblicke Saarland
Weitere Informationen:
http://www.innovations-report.de/html/profile/profil-1211.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Forscherin entwickelt elektronische Textilstruktur für Medizinprodukte
17.02.2017 | Hochschule Niederrhein - University of Applied Sciences

nachricht Untergrund beeinflusst Halbleiter-Monolagen
16.02.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie