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Werkstoffe für den Reinraum

27.02.2004


Der neue Industriearbeitskreis "Reinraumtaugliche Werkstoffe RTW" hat das Ziel, "Reinraumtauglichkeit" in Bezug auf Werkstoffe zu spezifizieren und entsprechende Standards zu gestalten und zu etablieren.


Untersuchung der Werkstoffe an einem Industrieroboter auf Reinraumtauglichkeit © Fraunhofer IPA



Der Bedarf an reinraumtauglichen Produkten und Werkstoffen steigt stark an. Allein in den Sortimenten der rund 300 Teilnehmer einer Umfrage des Fraunhofer IPA im vergangenen Jahr hat sich die Anzahl reinraumtauglicher Werkstoffe und Produkte in den letzten zwölf Jahren versechsfacht. Was genau mit "reinraumtauglich" gemeint ist, ist nicht immer ganz klar. Auch wenn seit ca. zwei Jahren die VDI-Richtlinie 2083 (Blatt 8) Methoden und Vorgehensweisen zur Beurteilung der Reinraumtauglichkeit von Betriebsmitteln definiert. Gut 42 Prozent der Befragten gaben an, von ihren Kunden keine klaren Spezifikationen in Bezug auf die einzusetzenden Werkstoffe erhalten zu haben. "Meist wird nur pauschal Reinraumtauglichkeit gefordert. Doch ohne genauere Angaben lassen sich solche Forderungen nicht erfüllen", stellt Udo Gommel vom Fraunhofer IPA fest. Denn anders als bei den Betriebsmitteln gibt es bisher weder eine klare Definition über die Reinraumtauglichkeit von Werkstoffen, noch spezifizierte Untersuchungsmethoden dazu. Diesem Manko wollen die Reinraum-Experten des Fraunhofer IPA abhelfen. Ein erster Schritt dazu ist der Industrieverbund "Reinraumtaugliche Werkstoffe RTW", der Anfang diesen Jahres ins Leben gerufen wurde.



Ziel des Industrieverbunds "RTW" ist es, den Stand der Technik und Wissenschaft im Komplex "Reinraumtaugliche Werkstoffe" zu bündeln und voranzutreiben sowie die Charakterisierung und Auswahl von Werkstoffen für reine Anwendungen auf ein sicheres Fundament zu stellen. Alle befragten Reinraumanwender streben nach einheitlichen und klar definierten Prüf- und Beurteilungsalgorithmen von Werkstoffen. Gommel sieht den Verbund als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einheitlichen Standards: "Solche Zusammenschlüsse haben sich schon bei anderen technischen Fragestellungen wie der einheitlichen Spezifikation von Reinstmedien bewährt", erklärt er. Die Teilnehmer sollen im Ergebnis praxistaugliche Werkzeuge zur fundierten Auswahl und standardisierten Überprüfung der Reinraumtauglichkeit von Werkstoffen erhalten. Die Inhalte des Industrieverbunds werden von den teilnehmenden Firmen gesteuert. Ihre aktive Mitarbeit bei der Identifikation und Charakterisierung neuer Werkstoffe und Schichtsysteme sichert ihnen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil. Sie erhalten einen umfassenden Überblick über den derzeitigen Stand der Technik und können diesen mitgestalten. Der Industrieverbund "RTW" nimmt noch Mitglieder auf.

Ansprechpartner:

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik
und Automatisierung IPA
Dipl.-Phys. Udo Gommel
Telefon: +49(0)711/970-1633
E-Mail: udo.gommel@ipa.fraunhofer.de

Michaela Neuner | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipa-qualification.com

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