Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leicht, leise, leistungsstark

10.04.2001


... mehr zu:
»Magnesium »Optimierung
TU Bergakademie Freiberg präsentiert neues Verfahren in der Prototypenfertigung auf der Hannover-Messe 2001

Qualitative Unterschiede zwischen Gussteilprototypen, die im Sandguss hergestellt werden und der Serienproduktion im Druckgussverfahren gehören der Vergangenheit an. Wissenschaftler des Gießerei-Institutes der TU Bergakademie Freiberg entwickelten ein neues Verfahren, das die Eigenschaften der Prototypen nicht nur verbessert, sondern denen der Serienprodukte nahezu angleicht.
"Die Prototypen, die mit dem Sandgussverfahren sehr schnell und kostengünstig herzustellen sind, wiesen bisher im Vergleich mit den eigentlichen Serienbauteilen große Unterschiede in der Belastbarkeit auf", erläutert Institutsdirektor Prof. Dr. Klaus Eigenfeld. "Mit dem neuen Verfahren gelingt es uns, diese Lücke zu schließen. Wenn Prototypen nahezu die gleichen Eigenschaften wie die Serie haben, entfällt eine nochmalige Erprobung mit Vorserienteilen. Bei großen Druckgießformen mit Lieferzeiten von sieben bis neun Monaten, deren Kosten bei über einer Million liegen können, werden die Vorteile unserer Forschung deutlich."
Auf der Hannover-Messe 2001 präsentiert das Freiberger Institut die Prototypenfertigung in klassischen Magnesiumlegierungen mit technologischen Werten, die vorher nur im Druckguss als dem wichtigsten Seriengussverfahren für Magnesium erzielt werden konnten. Erreicht werden diese Eigenschaften durch spezifische Behandlung der Schmelze, Optimierung der Gießtechnik sowie durch eine spezielle Wärmebehandlung.
Neben mechanischen Werten, Zugfestigkeit, Bruchdehnung und Dauerfestigkeit wurden auch akustische Fragen untersucht. Denn Akustik, so Prof. Eigenfeld, bekomme in der Zukunft einen noch höheren Stellenwert, da Lärm und Geräusche zunehmend als umweltbelastend empfunden werden. Deshalb sei man bestrebt, Komponenten, die beispielsweise in der Verkehrstechnik eingesetzt werden, leiser zu gestalten. Magnesium weise eine sehr hohe Eigendämpfung auf, so dass es bei entsprechender Verarbeitung und durch geeignete konstruktive Verknüpfungen an Gussteilen wie Triebwerken, Motoren oder Getriebegehäusen zu geringerer Geräuschentwicklung komme.
Auch der Energieverbrauch kann durch den Einsatz von Magnesium gesenkt werden. Magnesium ist noch erheblich leichter als Aluminium. Es wird davon ausgegangen, dass eine Gewichtsreduzierung relevanter Teile von durchschnittlich 20 % gegenüber Aluminium zu erreichen ist. "Die Notwendigkeit des Umweltschutzes und die Begrenztheit der Ressourcen zwingen uns u. a. zur Optimierung unserer Fahrzeuge. Dadurch rückt der Werkstoff Magnesium und natürlich geeignete Verfahren zu seiner Verarbeitung wieder in den Mittelpunkt des Interesses", so der Fachmann. (KA).

Das Gießerei-Institut präsentiert sich vom 23. bis 28. April auf der Hannover-Messe in Halle 18, 1. OG, Stand M 16 auf dem Gemeinschaftsstand Forschungsland Sachsen.

Kontakt:

TU Bergakademie Freiberg
Gießerei-Institut
Prof. Dr. Klaus Eigenfeld
Bernhard-von-Cotta-Str. 4
09599 Freiberg
Tel.: 03731/39-2441
Fax.: 03731/39-2442
E-Mail: wicklede@ifg.tu-freiberg.de

Katrin Apenburg | idw

Weitere Berichte zu: Magnesium Optimierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Perowskit-Solarzellen: Es muss gar nicht perfekt sein
15.01.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Fraunhofer IMWS testet umweltfreundliche Mikroplastik-Alternativen in Kosmetikartikeln
11.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

Registrierung offen für Open Science Conference 2018 in Berlin

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein „intelligentes Fieberthermometer“ für Mikrochips

16.01.2018 | Informationstechnologie

Diagnostik der Zukunft - Europäisches Projekt zur Erforschung seltener Krankheiten startet

16.01.2018 | Förderungen Preise

Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

16.01.2018 | Biowissenschaften Chemie