Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bioverbunde erobern moderne Leichtbaukonstruktionen

28.11.2003


Mit Unterstützung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) ebnet die Invent GmbH Naturfaserverbundwerkstoffen den Weg in neue Anwendungen. Neben einem Kajak und einem Messestand soll auch ein Motorradhelm aus dem Bioverbund entwickelt werden. Ziel ist es, die Kombination aus Naturfasergewebe und Pflanzenölmatrix für die Serienproduktion von Massengütern reif zu machen.

... mehr zu:
»Bioverbund »Rohstoff

Naturfaserverbundwerkstoffe haben ein großes Potenzial, darin sind sich die Experten einig. Da die Fasern von Flachs oder Hanf nicht nur sehr stabil, sondern auch leichter als Glasfasern sind, stoßen sie bei der Industrie auf zunehmendes Interesse. In eine Matrix aus fossilen Rohstoffen eingebettet, haben sich Naturfasern in Verbundwerkstoffen daher in einzelnen Produkten bereits etabliert.

Eine Matrix aus nachwachsenden Rohstoffen ist ebenso möglich, aber technisch anspruchsvoller und von daher nur in wenigen Anwendungen realisiert. Da ein derartiger Bioverbund aber nicht nur ökologische Vorteile bietet, arbeitet die Invent GmbH mit Praxispartnern jetzt an seiner breiteren Nutzung. Ziel ist es, die Materialien so zu konzipieren, dass sie in gängigen Verfahren der Kunststoffindustrie verarbeitet werden können.


Die Verbundpartner wollen zeigen, dass Bioverbundwerkstoffe ideale Eigenschaften für die verschiedensten Nutzungen bieten. Zentrale Aufgabe im Rahmen des Projekts ist es, anhand von Prototypen die wissenschaftlichen Voraussetzungen für die breite Nutzung des Materials zu schaffen. Während am Beispiel eines Kajaks vor allem am Feuchtigkeitsverhalten des Verbundwerkstoffs gearbeitet werden muss, soll ein Messestand die Eignung der Bioverbunde für repräsentative Zwecke belegen.

Das dabei gewonnene Know-How wird im Anschluss in die Fertigung eines Motorradhelms fließen. Ein Bioverbundbauteil mit einer derart hohen Stabilität stellt eine echte Herausforderung für die Wissenschaftler dar. Der Helm muss dabei allen gängigen Normen entsprechen und den gleichen Schutz bieten wie ein herkömmlicher Helm. Da der Bioverbund die Chance bietet, den Helm leichter zu machen und seinen Tragekomfort zu erhöhen, zeigt die Industrie großes Interesse am neuen Werkstoff. Ziel des Praxispartners Schuberth Engineering AG ist es, mit dem Motorradhelm aus Bioverbund in Serie zu gehen.

Zunächst geht es jedoch darum, die richtige Naturfaser bzw. das passende Naturfaserhalbzeug mit der passenden Naturharzmatrix zu kombinieren. Der Werkstoffoptimierung folgt die Verfahrensanpassung. Beispielsweise müssen gängige Heißpressverfahren so verändert werden, dass sich die Materialien in der gewünschten Weise verarbeiten lassen. Erst wenn die damit hergestellten Prüfkörper den gesetzten Anforderungen entsprechen und sich auch in den Belastungstests bewähren, geht es um die Form des Helms.

Auch wenn Bioverbunde mit der Nutzung heimischer nachwachsender Rohstoffe für die Produktion oder der ökologische Entsorgung punkten können, für die Industrie und den Konsumenten zählt letztlich der Preis. Mit der Verarbeitung in Serie könnten Bioverbundprodukte so kostengünstig hergestellt werden, dass ein konkurrenzfähiger Produktpreis möglich wird.

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft erhofft sich daher viel vom geplanten Projekt. Lassen sich Messestand, Kajak und Helm aus Bioverbund realisieren wie geplant, sind die Weichen gestellt für eine generell breitere Nutzung von Bioverbunden.

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hofplatz 1, 18276 Gülzow
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
e-Mail: info@fnr.de

Dr.-Ing. Andreas Schütte | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de

Weitere Berichte zu: Bioverbund Rohstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Clevere Folien voller Quantenpunkte
27.03.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Europäisches Exzellenzzentrum für Glasforschung
17.03.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warum der Brennstoffzelle die Luft wegbleibt

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chlamydien: Wie Bakterien das Ruder übernehmen

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Sterngeburt in den Winden supermassereicher Schwarzer Löcher

28.03.2017 | Physik Astronomie