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Lotusblatt-Effekt für wasserfreie Oberflächen

03.03.2003


Türkische Forscher bauen Struktur der heiligen Blumen künstlich nach



Türkischen Wissenschaftlern ist es gelungen, die Oberfläche der Lotusblätter künstlich nachzubauen. Damit soll der so genannte "Lotus-Blatt-Effekt" , eine hochwirksame wasserabweisende Oberflächenstruktur, auch für die Industrie eingesetzt werden, berichtet die Nachrichtenagentur UPI.

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"Die neue Technik verspricht mit billigen Mitteln die Herstellung einer wasserabstoßenden Oberfläche", so Levent Demirel, Physiker an der Kocaeli Universität. "Die Möglichkeiten der Anwendung für eine solche Technik scheinen unbegrenzt", erklärt der Forscher Jan Genzer, von der North Carolina State University in Raleigh. "Überall dort, wo Dinge nicht nass werden dürfen, könnte diese Technologie zum Einsatz kommen", so Genzer. Bisher war die Herstellung hydrophober Oberflächen extrem aufwendig und daher dementsprechend teuer, da die Gestaltung dieser Flächen nur in verschiedenen separaten Arbeitsvorgängen erzeugt werden konnte. Die Idee war, die Wassertropfen daran zu hindern, an den Oberflächen haften zu bleiben.

Die Blätter der Lotusblume weisen Strukturen auf, die einen Durchmesser von millionstel Meter haben. Dadurch wird die Oberfläche extrem wasserabstoßend. Demirel hat gemeinsam mit seinem Kollegen Husnu Yildirim Erbil entdeckt, dass die Blattoberflächen der heiligen Blume Tröpfchen in einem Kontaktwinkel von 170 Grad formen. Die türkischen Wissenschaftler haben Polypropylen als Werkstoff verwendet und mithilfe von erhitzten organischen Lösungen kleine Kraterstrukturen herausgelöst, die etwa die Form von Vogelnestern haben. Diese entsprechen größenmäßig denen der Strukturen am Lotus-Blatt. Genzer, der sich ebenso mit dem Oberflächen-Effekt beschäftigt, meinte gegenüber UPI, dass den Forschern in der Türkei damit eine wesentlich billigere Variante von wasserabstoßende Oberflächen geglückt sei.

Das Wissenschaftsmagazin Science http://www.sciencemag.org berichtet in seiner jüngsten Ausgabe über die Forschungsarbeit der Wissenschaftler.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.upi.com

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