Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Oberfläche verändert Eigenschaften auf Knopfdruck

17.01.2003


Einsatzmöglichkeiten in Medizin, Biologie und Materialforschung



Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben Oberflächen entwickelt, die auf Knopfdruck ihre Eigenschaften ändern können. Das einzigartige Design ebnet den Weg für Systeme, die z.B. Zellen und Substanzen "on demand" abgeben oder anziehen. In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Science http://www.sciencemag.org beschreiben die Forscher eine Anwendungsmöglichkeit: Sie entwickelten eine Oberfläche, die bei der Anlegung eines elektrischen Feldes zwischen den Zuständen wasserabstoßend und wasseranziehend umschalten kann. Bei Änderung des elektrischen Potenzials des Feldes von positiv zu negativ änderten sich die Eigenschaften.

... mehr zu:
»Molekül »Molekülschicht


Die schaltbare Oberfläche besteht aus einer Molekülschicht, die lediglich eine milliardstel Meter hoch ist. Die winzigen, länglichen und elastischen Moleküle befinden sich in einem engen Raster auf der Oberfläche. In diesem speziellen Fall ist ihre Spitze negativ geladen und wasseranziehend (hydrophil). Die Basis ist positiv geladen und stößt Wasser ab. Wird nun ein schwaches elektrisches Feld angelegt, zieht es in Abhängigkeit der Polung die Moleküle entweder nach oben oder unten. So kann auf der "intelligenten" Oberfläche zwischen wasseranziehend und wasserabstoßend hin und her geschaltet werden.

Eine Herausforderung stellte die Bildung der sich selbst arrangierenden Molekülschicht dar. Die einzelnen länglichen Moleküle sollten genug Platz haben, sich zu biegen. Gewöhnlich sind sich selbst arrangierende Molekülschichten dadurch charakterisiert, dass die Moleküle sehr dicht nebeneinander gepackt sind und wenig Raum zur Bewegung haben. Das Team unter der Leitung von Robert Langer wendete einen Trick an. Die Forscher setzten den Molekülen bei der Bildung der Molekülschicht einen "Hut" auf. Nach dessen Entfernung lag eine lockere Molekülschicht vor.

Nach diesem Prinzip will das MIT-Team auch andere Eigenschaften wie beispielsweise die Reibung beeinflussen. Die Erfindung ist bereits patentiert. Anwendungsmöglichkeiten der bereits patentierten Erfindung sind u.a. neuartige Systeme zur Abgabe von Medikamenten.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mit.edu

Weitere Berichte zu: Molekül Molekülschicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Metamaterial: Kettenhemd inspiriert Physiker
19.01.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Additiv gefertigte Verklammerungsstrukturen verbessern Schichthaftung und Anbindung
19.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie