Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Feuerfester Dämmstoff aus Brennstoff

16.01.2003


Was passieren kann, wenn beim Brand eines Gebäudes Stahlträger weich werden, ist seit dem Einsturz des World Trade Centers hinlänglich bekannt. Dass in Deutschland - wie den meisten anderen EU-Staaten - für die feuerfeste Ummantelung der tragenden Teile keine asbesthaltigen Stoffe verwendet werden dürfen, ist zumindest Fachleuten aus der Baupraxis als Technische Richtlinie für Gefahrstoffe TRGS 519 bekannt. Ebenso regelt sie die aufwendigen und teuren Vorkehrungen zum Arbeitsschutz, wenn ein Gebäude saniert oder abgerissen wird. Daher suchen Unternehmen nach kostengünstigen Ersatzstoffen, die ähnlich gute Eigenschaften besitzen, jedoch insbesondere bei Verarbeitung und Sanierung nicht so gesundheitsgefährdend sind wie Asbest und einige andere mineralische Fasern. Solche Alternativen zu Spritzasbest entwickelt Wolfgang Christ: »Das Besondere an meiner Erfindung ist, dass als Faseranteil billige Cellulose aus Altpapier eingesetzt wird.«



Merkwürdig, zumal Holz und Papier eher als Brennstoff denn als hitzebeständiger Dämmstoff einzustufen sind. Doch es kommt auf die richtige Mischung mit mineralischen Bestandteilen an, wie Christ weiter ausführt: »Verschiedene unbedenkliche Borverbindungen schmelzen beim Brand an und ummanteln die Fasern. Das unbrennbare Gemisch sintert und verfestigt sich weiter, ohne dass die Wärmeisolierung nennenswert abnimmt.« Ein besonderer Löscheffekt kann durch optional zugesetzten Graphit erreicht werden. Mit einem handelsüblichen Bindemittel vermischt, ist das Material einfach zu verarbeiten. Es haftet gut - selbst in dickerer Schicht - und schützt gleichzeitig den Stahl vor dem Verrosten.



Derzeit gibt es auf dem Markt noch kein Produkt, das dem Spritzasbest in seinen Eigenschaften derart nahe kommt. Doch existieren bisher erst Labormuster. »Wir suchen daher nach Unternehmen, die in der Lage sind, die Mischung im technischen Maßstab herzustellen«, betont Hans-Karl von Engel von der Fraunhofer-Patentstelle PST, der die in drei europäischen Staaten patentierte Erfindung betreut. »Darüber hinaus sollte eine lizensierte Firma in der Lage sein, Logistik und Vertrieb des Produkts zu meistern.« Naheliegend also, dass sie bereits in den Geschäftsfeldern Brandschutz oder Bauchemie tätig ist.

Ansprechpartner
Wolfgang Christ
Telefon 0 30 / 74 76 62-25
Fax 0 30 / 74 76 62-24
Dipl.-Ing. Hans-Karl von Engel
Telefon 0 89 / 12 05-4 10
Fax 0 89 / 12 05-4 08


Fraunhofer-Patentstelle für die Deutsche Forschung PST
Leonrodstraße 68
80636 München

| Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.baua.de/prax/ags/trgs519d.htm
http://www.pst.fraunhofer.de/

Weitere Berichte zu: Brennstoff Dämmstoff Erfindung Feuerfest

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen
19.10.2017 | Forschungszentrum Jülich, Jülich Centre for Neutron Science

nachricht Was winzige Strukturen über Materialeigenschaften verraten
19.10.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise