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Perlmutt von Seeohren: Vorbild für neue Werkstoffe ?

10.01.2003


Perlmutt ist schön, deshalb wird gerne für Schmuck oder Knöpfe verwendet. Produzenten des Naturrohstoffes sind Weichtierarten wie Schnecken. Für das Perlmutt interessieren sich auch Forscherinnen und Forscher vom Institut für Biophysik und dem Institut für Keramische Werkstoffe und Bauteile der Uni Bremen sowie des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen. Gemeinsam untersuchen sie, ob und wie Perlmutt-Bestandteile sich eigenen, um neue synthetische Verbundmaterialien herzustellen.



Perlmutt ist außergewöhnlich schön. Es schimmert in allen Regenbogenfarben. Seit langem wird es für Schmuck, Kunstgegenstände und Knöpfe verwendet. Produzenten des Naturrohstoffes sind Weichtierarten wie Seeohren genannte Schnecken. Für das Perlmutt interessieren sich nun auch Forscherinnen und Forscher vom Institut für Biophysik und dem Institut für Keramische Werkstoffe und Bauteile der Universität Bremen sowie des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen. In einem mit 350.000 Euro von der VolkswagenStiftung dotierten Projekt im Forschungsschwerpunkt "Komplexe Materialien" untersuchen die Natur- und Ingenieurwissenschaftler gemeinsam, ob und wie Perlmutt-Bestandteile sich eigenen, um neue synthetische Verbundmaterialien herzustellen.



Bei Perlmutt handelt es sich um eine Polymer-Keramik-Verbindung. Diese besondere Verbindung bringt Materialeigenschaften hervor, die keine Komponente allein hätte. Perlmutt ist sehr regulär aufgebaut. Es zeichnet sich durch eine hohe mechanische Stabilität, Biegefestigkeit, Umweltverträglichkeit und Korrosionsresistenz gegenüber Seewasser aus, alles Eigenschaften, die man von modernen Werkstoffen erwartet. Die Bremer und Göttinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen bei ihren Untersuchungen einmal die Eigenschaften einzelner Inhaltsstoffe von Perlmutt so weit verstehen, dass es möglich wird, neue Biokeramiken mit hoher Korrosionsresistenz und verbessertem mechanischem Potenzial zu produzieren. Zudem soll grundsätzlich geklärt werden, ob sich Komponenten aus dem Perlmutt eignen, synthetische Verbundmaterialien herzustellen, beispielsweise für eine extrem haltbare und umweltfreundliche Beschichtung von Schiffsrümpfen. Da Perlmutt in der Natur in einem Selbstorganisationsprozess bei Raumtemperatur und unter Normaldruck entsteht, sind die Forscherinnen und Forscher sicher, dass ihr Vorhaben gelingt.

Die VolkswagenStiftung hat den Forschungsschwerpunkt "Komplexe Materialien" eingerichtet, weil neue Materialien die Entwicklung von Wissenschaft und Wirtschaft in Deutschland positiv beeinflussen. Denn sie stehen für Miniaturisierung, Gewichtsminderung, bessere Umwelt- und Bioverträglichkeit oder einen geringeren Rohstoff- und Energieverbrauch. Gleichzeitig sollen Eigenschaften von neuen Materialien oder Verbundstoffe optimiert werden.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Institut für Biophysik und Molekulare Biophysik
Dr. habil Monika Fritz
Tel. 0421 - 218 3458, Email: mfritz@uni-bremen.de

Angelika Rockel | idw

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