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Polyamid steuert Polyamid - die besondere Art der Kreislaufwirtschaft

07.08.2002


Ein Standardkunststoff im Großeinsatz: Flammgeschütztes Ultramid der BASF in Schaltanlagen von ABB



Außen: Ultramid B


Zuverlässig, sicher, funktional und ästhetisch: Von den modularen Niederspannungs-Schaltanlagen (MNS®) der ABB für die Steuerung komplexer Produktionsprozesse werden diese Eigenschaften gefordert. Nicht nur zur Funktion, sondern auch zur Ästhetik trägt seit kurzem die BASF bei, denn Teile der Bedienfronten der MNS-Anlagen bestehen aus Ultramid® B, einem Polyamid 6 der BASF.

"Im Sichtbereich gibt es ganz andere Anforderungen als bei Kondaptern, Einschubrückwänden oder Kabelabgangsteilen. Dort wird besonders auf Vergilbungsfreiheit und mechanische Festigkeit Wert gelegt. Wir verwenden hier seit kurzem Ultramid B3UG4, da es vor allem in der UV-Stabilität Maßstäbe setzt," sagt Ralf Graf, Entwicklungsleiter für Niederspannungs-Schaltanlagen bei ABB Schaltanlagentechnik GmbH in Ladenburg. Im Ultramid B3UG4 ist sehr gute Zähigkeit mit guter Steifigkeit kombiniert. Das Material ist ohne Halogen und Phosphor flammgeschützt, erfüllt die Anforderungen der UL 746C und besteht die Glühdrahtprüfung bei 960°C bis unter 1mm Wanddicke.


Innen: Ultramid A - hoher Brandschutz und gemeinsamer Entwicklungserfolg
Große Bauteile gehören nach wie vor zu den Herausforderungen für technische Kunststoffe. Trotz optimalem Design und hoher Entwicklungstiefe neigen Kunststoffe zum Verzug. Den Verzug auf ein Minimum zu beschränken ist daher eine der wichtigsten Aufgaben auf dem Weg vom Entwurf zum fertigen Formteil. Bei Bauteilen für den Einsatz in der Elektrotechnik werden darüber hinaus auch hohe Anforderungen an das Brennverhalten und die elektrischen Eigenschaften gestellt. Die BASF bietet in ihrem Ultraplaste-Sortiment daher nicht nur technische Kunststoffe, sondern bei konstruktiv besonders schwierigen Produkten auch Entwicklungsunterstützung.

ABB ist eines der weltweit führenden Unternehmen für Energie- und Automatisierungstechnik und baut im Bereich seiner Niederspannungs-Schaltanlagen deshalb seit Jahren auf die Zusammenarbeit mit der BASF. "Für den Einsatz in unseren Schaltanlagen war uns der Preis des Rohstoffs, die Sicherheit in der Brandschutz-Performance und vor allem die Unterstützung beim Optimieren des Füllvorgangs wichtig, die uns die BASF bieten konnte. Mit Hilfe der Füllsimulation konnten wir gemeinsam die optimale Angussposition finden und einen bewährten Standardwerkstoff einsetzen," erläutert Ralf Graf.

Bei diesem Standardwerkstoff handelt es sich um Ultramid A3X2G5, ein halogenfrei flammgeschütztes Polyamid 66 mit 25 Prozent Glasfasern. Das A3X2G5 besticht durch hohe Temperaturstabilität und sehr gutes Brandverhalten. Deshalb wird es häufig zur Abstützung, Führung und Aufnahme von stromführenden Systemteilen eingesetzt. Der sogenannte comparative tracking index (CTI) der Ultramid-Typen aus der A3X2-Reihe ist mit 550 so hoch, dass höchste Anforderungen an die Kriechstromfestigkeit erfüllt werden. Dazu kommt eine ebenfalls hohe Durchschlagfestigkeit sowie Brandsicherheit nach Norm UL 94 V0. Diese Eigenschaften, zusammen mit der bekannten mechanischen Festigkeit von Polyamid zeichnen Ultramid A3X2-Typen für den Großeinsatz aus: Das Material ist der am meisten verwendete Thermoplast in den ABB-Schaltanlagen - mit seiner Hilfe können die Industriestandards IEC 60947, UL 746C und UL 508 erfüllt werden.

Kunde und Lieferant in einem
Die BASF und ABB sind wechselseitig Kunde und Lieferant, denn die Schaltanlagen, die Ultramid enthalten, sind in großer Stückzahl auf dem Werksgelände der BASF AG und an anderen Standorten auf der Welt zu finden. So auch in einer Ultramidanlage in Ludwigshafen.


| BASF

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