Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Holz - Werkstoff der Zukunft

11.07.2008
Größter deutscher Forschungsverbund zum Holzbau präsentiert Ergebnisse

Das Ergebnis ist keine große Überraschung: Holz ist der Baustoff der Zukunft. Unter ökologischen und ökonomischen Aspekten übertrifft Holz alle anderen gängigen Baustoffe. Doch werkstofftechnisch sind die Potentiale des Holzes längst nicht vollständig erforscht und werden daher in der Baubranche meist nicht ausgenutzt.

Im Forschungsverbund "Holzbau der Zukunft", der die vergangenen drei Jahre im Rahmen der High-Tech-Offensive Bayern mit 3,1 Millionen Euro gefördert wurde, wurden Projekte rund um den biogenen Baustoff Holz gebündelt. Koordinator des größten Forschungsverbunds, den es bisher zum Thema Holzbau in Deutschland gab, ist Professor Stefan Winter, Ordinarius für Holzbau und Baukonstruktion an der Technischen Universität München (TUM).

In dem Forschungsverbund arbeiteten 52 Wissenschaftler von der Technischen Universität München (TUM), der Fachhochschule Rosenheim und dem Institut für Fenstertechnik, Rosenheim, darunter Forstwissenschaftler, Materialwissenschaftler, Bauingenieure und Architekten. Ziel war es, die bisherigen Möglichkeiten für Holz in der Baubranche zu verbessern und neue Einssatzmöglichkeiten zu erforschen. Die Ergebnisse der insgesamt 20 Projekte wurden gestern auf dem Symposium "Holzbau der Zukunft" im Audimax der TU München präsentiert.

... mehr zu:
»Holzbau »Holzbeton »TUM

Einige ausgewählte Projekte:

Hochwertige Bauprodukte aus starkem Stammholz

Als Baumaterial konkurriert Holz mit vielen hochwertigen Bauprodukten. Das Teilprojekt von Professor Gerd Wegener, Ordinarius für Holzkunde und Holztechnik an der TU München, befasste sich mit der Beurteilung der Holzqualität von starkem Stammholz. Aus Erfahrung wussten Zimmerleute von je her, dass das Holz außen wesentlich stabiler ist als im Inneren eines Baumstammes. Am Lehrstuhl von Professor Wegener wurde nun eine maschinelle Festigkeitssortierung entwickelt, die die Tragfähigkeit des Holzes auch nachweisbar macht. Weiter gelang es durch klugen Einsatz von starkem Stammholz und neuen Möglichkeiten der Kombination von Einschnitten unterschiedlicher Qualität, die Tragfähigkeit von kombinierten Holzprofilen drastisch zu erhöhen.

Holzbeton

Holzbeton besteht aus Holzspänen, Zement und Wasser. Der Vorteil dieses Betons ist, dass Holz als Zuschlag im Gegensatz zu herkömmlich eingesetzten mineralischen Materialen ein nachwachsender Rohstoff ist. Den Forschern um Professor Detlef Heinz vom Centrum für Baustoffe und Materialprüfung (cbm) an der TUM ist es gelungen, neue vielversprechende Bindemittel-Holzkombinationen herzustellen. Dabei gelang es Bindemittel mit verbesserter Verträglichkeit zwischen Holz und Zement herzustellen und damit den Herstellungsprozess von Holzbeton zu vereinfachen. Holzbeton hat aber auch in der Nutzung Vorteile gegenüber herkömmlichen Beton, vor allem im Schallschutz. In Österreich gibt es bereits die ersten Schallschutzwände an Autobahnen daraus. Doch nicht nur dafür kann Holzbeton verwendet werden: "Erste Anwendungen von Holzbeton als konstruktiven Werkstoff waren sehr erfolgsversprechend," berichtet Professor Heinz.

Anlagentechnischer Brandschutz

Holz als Rohstoff liegt zwar voll im Trend, doch das ausreichende Maß an Brandsicherheit spielt bei der Verwendung vor allem von mehr-geschossigen Gebäuden eine wichtige Rolle. Mit der Möglichkeit von innovativen Löschsystemen beschäftigte sich Professor Hausladen, Ordinarius für Bauklimatik und Haustechnik an der TUM. Entwickelt und getestet wurde ein Löschsystem, dass an die gängigen haustechnischen Trinkwasser-Installationen angeschlossen werden kann.

Energetische Sanierung von Bestandsgebäuden

Untersucht wurde außerdem der Einsatz von Holz und Holzwerkstoffen für die energetische Sanierung von bereits bestehenden Gebäuden. Holz soll hier als Dämm- und Bekleidungsmaterial verwendet werden. Im Rahmen des Projektes von Professor Hauser, Ordinarius für Bauphysik an der TUM, wurde ein Sanierungsleitfaden erstellt. Der Fokus lag auf der energetischen Bewertung des Bestandsgebäudes, der Darstellung möglicher Sanierungsansätze, der Definition von Auswahlkriterien und einer Untersuchung der Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen.

Ganzheitliche Planungsstrategie: Konzeption und Umsetzung

Der Lehrstuhl für Entwerfen und Bautechnik, Fachgebiet Holzbau an der TU München sowie der Fachbereich Innenarchitektur an der Fachhochschule Rosenheim setzten die Forschungsergebnisse der einzelne Teilprojekte schließlich in einen Plan für ein mehrstöckiges Gebäude um. Damit konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die Ergebnisse der Teilprojekte durchaus umsetzbar sind und miteinander vernetzt werden können.

Koordinator Prof. Stefan Winter
Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion
Weiter Informationen:
Arthur Wolfrum
Telefon: 089-289-22041
E-Mail: wolfrum@bv.tum.de

Dr. Ulrich Marsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.holzbauderzukunft.de

Weitere Berichte zu: Holzbau Holzbeton TUM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen
27.06.2017 | Fraunhofer IFAM

nachricht Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter
23.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive