Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Können viel mehr als "nur" schwimmen: zellulare Metalle

30.05.2008
Neues Forschungsprojekt an der FH Osnabrück befasst sich mit den Eigenschaften und Einsatzpotentialen dieser besonderen Metalle.

Von der Natur abgeschaut: Zellulare Metalle sehen dank ihrer zahlreichen Poren aus wie ein Schwamm und sind so leicht, dass sie sogar schwimmen können. Aber das ist nicht die einzige besondere Eigenschaft dieser innovativen Metalle.

Sie sind temperaturbeständig, wiederverwertbar und gut leitend. Richtig eingesetzt, absorbieren sie Schwingungsenergie und erhöhen die Steifigkeit von Leichtbaukomponenten. Durch geschicktes Materialdesign bieten zellulare Metalle die Möglichkeit, Bauteile ihren jeweiligen Beanspruchungsprofilen maßgeschneidert anzupassen.

"Besondere Eigenschaften zellularer Metalle und ihre breite Einsatzmöglichkeiten erfordern ein Umdenken - sowohl in der Material-Prüftechnik als auch in der ingenieurtechnischen Bauteilauslegung", so Prof. Dr. Ulrich Krupp von der Fachhochschule Osnabrück. Mit seiner Arbeitsgruppe an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik (IuI) befasst er sich deshalb mit der Analyse der mechanisch-technologischen und biokompatiblen Eigenschaften neuer zellularer Metalle. "Dabei arbeiten wir eng mit der Industrie, Forschungsinstituten und dem Universitätsklinikum Gießen-Marburg zusammen", so der Professor für Metallische Konstruktions- und Leichtbauwerkstoffe.

... mehr zu:
»Metall

Ziele der Forscher sind dabei vielfältig: Sie wollen biomedizinische Knochenimplantate entwickeln und auch so genannte "Sandwich-Strukturen" für den Leichtbau erarbeiten. - Beide Materialien haben gegenüber kompakten Werkstoffen weit bessere funktionelle und strukturelle Eigenschaften. Im Rahmen des Projekts, das bis 2011 läuft, wollen die Kooperationspartner außerdem Konstruktionsrichtlinien für DIN- und ISO-Normen für die Prüfung zellularer Metalle ableiten.

"Das Interesse an zellularen Metallen und ihrem Einsatz ist heute sehr groß", so Diplom-Ingenieur Ramin Djamshidian, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fakultät IuI. "Gezeigt hat es sich sowohl auf der diesjährigen Hannover-Messe als auch am 'Materials Day' der FH Osnabrück, wo wir unser Projekt vorgestellt haben".

Bereits im Studium befassen sich deshalb angehende Werkstoff-Profis mit zellularen Metallen. So haben sie in diesem Sommersemester in einem interdisziplinären Projekt die Eigenschaften dieser Metalle genau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ihrer Untersuchungen: Dank der Neu- und Weiterentwicklung verschiedener Verfahren gibt es heute - im Hinblick auf Geometriekomplexität, Strukturgröße und Matrixmaterial - viel mehr darstellbare zellulare Strukturen als noch vor einigen Jahren.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt sind erhältlich im neu erschienenen Forschungsbericht der Fakultät IuI (Download unter www.ecs.fh-osnabrueck.de - Aktuelles) sowie bei Prof. Krupp unter Tel.: 0541/969-2188 oder E-Mail: u.krupp@fh-osnabrueck.de.

Olga Suin de Boutemard | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-osnabrueck.de

Weitere Berichte zu: Metall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter
23.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Materialwissenschaft: Widerstand wächst auch im Vakuum
22.06.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie