Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

2,8 Mio. € Fördersumme für Bayreuther Turbinenschaufel-Projekt

30.05.2008
Mit 2,8 Mio. € wird das Forschungsprojekt "Prozesssimulation und Technologieentwicklung von Turbinenschaufeln "gefördert, wie jetzt bekannt wurde.

Die Bayerischen Forschungsstiftung (BFS) übernimmt dabei öffentliche Fördermittel in Höhe von 1 Mio. € und die Oberfrankenstiftung (OFS) 400.000 €.

Die verbleibenden 50% der Projektmittel werden von der Firma MTS Deutschland GmbH zur Verfügung gestellt. MTS errichtet zurzeit eine Fabrik am Technologiehügel in Bayreuth-Wolfsbach, welche noch im Jahr 2008 Turbinenschaufeln für stationäre Gasturbinen fertigen wird. Projektleiter ist Prof. Dr.-Ing. Uwe Glatzel vom Lehrstuhl Metallische Werkstoffe.

Die Projektpartner sind Prof. Dr.-Ing. Walter Krenkel (Lehrstuhl Keramische Werkstoffe), Dr.-Ing. Vasily Ploshikhin (Neue Materialien Bayreuth), Prof. Dr.-Ing. Robert F. Singer (Neue Materialien Fürth) sowie Dr.-Ing. Klaus Schneider von der Firma MTS.

... mehr zu:
»MTS »Turbinenschaufel

Prof. Glatzel und sein Mitarbeiter Dr.-Ing. Rainer Völkl forschen seit über 20 Jahren auf dem Gebiet der Nickel-Basis Superlegierungen. Den Werkstoffen die gleichzeitig höchsten Temperaturen (bis 1150°C) und höchsten Belastungen durch die Zentrifugalkräfte (bis 100 MPa, dies entspricht 1 Tonne/cm2) standhalten.

Bis zu 50 cm große Turbinenschaufeln aus Nickel-Basis Superlegierungen werden ab Ende 2008 von der Firma MTS gefertigt. Einsatz finden diese Schaufeln in stationären Gasturbinen zur Energieerzeugung. Dabei liefert eine einzige Schaufel bis zu 1 MW Strom. Dies entspricht der Leistung von 10 hochwertigen PKW. Bei dem Preis einer Schaufel im Bereich von 10.000 €. Die Schaufeln sollen echte Betriebszeiten von 10 - 20 Jahren erzielen, wobei Formänderungen der Schaufel nur im Bereich von wenigen Prozentpunkten, das heißt nur wenige mm, toleriert werden.

Hergestellt werden diese Schaufeln in der MTS-Fabrik durch das so genannte Feingussverfahren, wobei zunächst ein Wachsmodell der Schaufel erstellt wird, um dieses herum wird eine keramische Form aufgebaut, in welche letztendlich das flüssige Metall gegossen wird. Nach dem Erstarren erhält man die komplexe Form der weitgehend hohlen Turbinenschaufel. Nachbearbeitungen sind dann nur noch in einem sehr geringen Umfang nötig.

Ziel des Projektes ist die Simulation sämtlicher Schritte des Gussprozesses. Dadurch soll der Zeit- und Kostenaufwand zur Fertigung neuer Schaufelgeometrien stark verringert werden. Berechnungen werden auf allen Skalenebene, vom Gießofen (ca. 1 m) bis zur Mikrostruktur (~ 100 nm = 10-7 m) durchgeführt. Um eine hohe Aussagefähigkeit und gute Zuverlässigkeit der Simulation zu ermöglichen sind fundierte Daten für das Metall und die keramische Formschale nötig.

Der Geschäftsführer der Firma MTS, Dr.-Ing. Klaus Schneider, und Prof. Glatzel sind verbunden durch einen Arbeitskreis der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde e.V., welcher sich mit dem Hochtemperaturverhalten von Werkstoffen beschäftigt. Dr.-Ing. Schneider leitete diesen Arbeitskreis von 1980-1990, Professor Glatzel von 2003 bis heute.

Kontakt:
Professor Dr.-Ing Uwe Glatzel
Lehrstuhl Metallische Werkstoffe
Tel. 0921/55 - 55 50
E-Mail: uwe.glatzel@uni-bayreuth.de

Jürgen Abel | idw
Weitere Informationen:
http://www.metalle.uni-bayreuth.de/

Weitere Berichte zu: MTS Turbinenschaufel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Wussten Sie, dass Verpackungen durch Flash Systeme intelligent werden?
23.05.2017 | Heraeus Noblelight GmbH

nachricht Bessere Kathodenmaterialien für Lithium-Schwefel-Akkus
17.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten