Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bauartprüfung von Transportbehältern für abgebrannte Brennelemente und hochradioaktive Abfälle durch die BAM

08.05.2008
Zu Details von laufenden Bauartprüfungsverfahren, wie z. B. zum CASTOR HAW 28M, kann und darf die BAM erst nach erfolgter abgeschlossener Prüfung Stellung nehmen.

In dieser Pressemitteilung erläutert die BAM allgemein ihre Aufgaben in den Zulassungsverfahren. Vor exakt 30 Jahren, im Frühjahr des Jahres 1978, begann die BAM mit der Bauartprüfung des ersten CASTOR-Behälters der Bauart CASTOR Ia. Seitdem werden die Anforderungen an Nachweise und Methoden bei der Bauartprüfung für abgebrannte Brennelemente und hochradioaktive Abfälle stetig dem Stand der Technik angepasst.

In Zulassungsverfahren von Transport- und Lagerbehältern für abgebrannte Brennelemente und hochradioaktive Abfälle ist die BAM neben der Zulassungsbehörde, dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), zuständige Bundesbehörde für die Bauartprüfung dieser Verpackungen. Die der BAM vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zugewiesenen Aufgaben beinhalten die sicherheitstechnischen Prüfungen der mechanischen und thermischen Designauslegung, des dichten Einschlusses sowie die Genehmigung von qualitätssichernden Maßnahmen für die Herstellung, den Betrieb und die Wartung.

Die BAM führt die Prüfungen auf Grundlage der Empfehlungen der Internationalen Atom-Energie-Organisation (IAEO) und den darauf basierenden nationalen und internationalen gesetzliche Vorschriften für den Transport radioaktiver Stoffe durch.

... mehr zu:
»Bauartprüfung

Die Bauartprüfung der BAM umfasst mechanische und thermische Prüfungen, die die Sicherheit eines Transportbehälters in schweren Unfällen gewährleisten. Die Sequenzen der Prüfungen bestehen aus einem Freifall aus neun Metern Höhe auf ein unnachgiebiges Fundament in den für die Behälterschädigung kritischsten Positionen, einem Fall aus einem Meter Höhe auf einen Stahldorn auf die empfindlichste Stelle des Behälters sowie einem anschließenden halbstündlichen Feuer mit einer Flammentemperatur von 800 °C. Danach darf die Freisetzung radioaktiver Stoffe einen in den gefahrgutrechtlichen Vorschriften vorgegebenen Wert nicht überschreiten und die Strahlenabschirmung und die nukleare Sicherheit müssen gewährleistet sein. Die Bauartprüfung erfolgt auf der Basis von Versuchen an Prototypen oder Modellbehältern bzw. durch Berechnungen oder Übertragbarkeitsbetrachtungen.

Für die Sicherheitsbewertung von Behältern für radioaktive Stoffe kommt eine Kombination von experimentellen Untersuchungen und rechnerischen Nachweismethoden zur Anwendung. Zusätzlich können begleitende Werkstoff- bzw. Komponentenversuche notwendig sein. Die Bestimmung von geeigneten Bewertungskriterien, z. B. bestimmten Festigkeitskennwerten, sind ein wesentlicher Bestandteil eines sicherheitstechnischen Nachweiskonzepts.

Die BAM erwartet bei der Bauartprüfung neuer Behälterdesigns die Vorlage schlüssiger Nachweise durch den Antragsteller, u. a. den Nachweis der mechanischen Widerstandsfähigkeit der Bauart gegen die Anforderungen hinsichtlich Betriebs- und Störfallbedingungen. Diese beinhalten die begründete Auswahl der relevanten Fallpositionen mit definierten Zielstellungen für einzelne Fallprüf-Sequenzen. Hierzu sind z. B. Vorausberechnungen über umfassende und begründete Versuchsbehälterinstrumentierungen, Verifikationen geeigneter Berechnungsmodelle erforderlich, bis hin zur endgültigen umfassenden Bewertung des Behälterverhaltens anhand von spezifizierten Bewertungskriterien für die Festigkeitsanalysen.

Damit auch jedes gefertigte Serienmuster einer geprüften und zugelassenen Bauart die Anforderungen zuverlässig erfüllt, werden ebenfalls bei der Bauartprüfung und in fertigungsbegleitenden Kontrollen durch die BAM detaillierte qualitätssichernde Maßnahmen für Herstellung und Betrieb festgelegt und überwacht.

Die sicherheitstechnischen Prüfverfahren werden in der BAM ständig nach den neuesten Erkenntnissen und Anforderungen weiterentwickelt. Für Prüf- und Forschungszwecke verfügt die BAM über einzigartige Einrichtungen für Fall- und Brandversuche sowie für Dichtheitsprüfungen und über die Hard- und Software für Finite-Elemente Beanspruchungsanalysen, die weltweit hoch anerkannt sind.

Auskünfte:
Pressestelle der BAM
Dr. Ulrike Rockland
Telefon: +49 30 8104-1003
Mail: presse@bam.de

Dr. Ulrike Rockland | idw
Weitere Informationen:
http://www.tes.bam.de
http://www.bam.de/de/kompetenzen/fachabteilungen/abteilung_3/fg33/

Weitere Berichte zu: Bauartprüfung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Advanced Materials: Glas wie Kunststoff bearbeiten
18.05.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Stärkstes Biomaterial der Welt schlägt Stahl und Spinnenseide
17.05.2018 | Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics