Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom Textil auf die Haut

07.05.2008
Untersuchung zur Leistungsfähigkeit von Depotstrukturen aus Mikrokapseln

Mikrokapseln nehmen bei sogenannten Drug-Delivery-Systemen zum Transfer von Wirkstoffen aus Textilien auf und in die Haut eine Schlüsselfunktion ein. Die Kontinuität und Steuerbarkeit der Wirkstoffabgabe sind wichtige Kriterien für die praktische Nutzbarkeit der damit ausgerüsteten textilen Materialien im medizinischen und kosmetischen Bereich.



Den Wirkstofftransfer und die Waschbeständigkeit von Textilien mit Depotstrukturen aus Mikrokapseln untersuchten die Wissenschaftler des Instituts für Hygiene und Biotechnologie an den Hohensteiner Instituten im Rahmen eines Forschungsprojektes (AiF-Nr. 14708N_1)


Im Rahmen eines Forschungsvorhaben (AiF-Nr. 14708N_1) untersuchten deshalb die Wissenschaftler des Instituts für Hygiene und Biotechnologie (IHB) am internationalen Textilforschungszentrum Hohensteiner Institute in Bönnigheim verschiedene Mikrokapseln-Depotstrukturen hinsichtlich ihrer mechanischen Belastbarkeit, der Fähigkeit zur Freisetzung von Wirkstoffen und Waschbeständigkeit. Neben den Eigenschaften verschiedener Hüllmaterialien bewerteten die Hohensteiner Spezialisten auch gängige Methoden zur Aufbringung der Mikrokapseln auf das textile Grundmaterial wie Baumwolle und Polyester.

Um die Freisetzung der Wirkstoffe und deren Transfer auf die Haut beurteilen zu können, etablierte das Team um Dr. Dirk Höfer eine neuartige Testmethode und wertete die Ergebnisse, auch unter Einfluss verschiedener klimatischer Bedingungen, mit spezifischen Nachweismethoden aus.

... mehr zu:
»Mikrokapsel »Textil »Wirkstoff

Die Waschbeständigkeit der Mikrokapsel-Ausrüstungen wurde ebenfalls nach ein- und mehrmaligem Waschen entsprechend Norm EN ISO 6330 untersucht.

Die überprüften Parameter flossen in eine Bewertungsmatrix zur Leistungsfähigkeit der verschiedenen Mikrokapsel-Systeme und Applikationsmethoden ein. Hinsichtlich der Waschpermanenz zeigten sich Mikrokapseln mit kleinem Durchmesser (

Die Freisetzung von Wirkstoffen und deren Transfer auf die Haut wurde von den Hohensteiner Wissenschaftlern mit Hilfe von Chitosan-Mikrokapseln mit einer Füllung aus Vitamin E überprüft. Die Forschungsergebnisse belegen, dass kosmetische Wirkstoffe in ausreichender Menge aus den Depotstrukturen im Textil an die Haut abgegeben werden und sich damit ein neuer Weg der Hautpflege eröffnet. Erfolg versprechend waren auch Neuentwicklungen zur Verkapselung von biologischen Substanzen, z. B. mit die Wundheilung fördernder Wirkung. Für therapeutische Anwendungen im medizinischen Bereich müssen die Mikrokapseln aber noch hinsichtlich der Dosierbarkeit bei der Wirkstoffabgabe weiter optimiert werden.

Im abschließenden Forschungsbericht empfehlen die Hohensteiner Speziallisten den Herstellern im Sinne des Verbraucherschutzes und im Hinblick auf die Kosmetikrichtlinie 76/768 EWG, die Verwendung von Mikrokapseln und die Art der eingebundenen Inhaltsstoffe zu deklarieren. Die biologische Unbedenklichkeit der Mikrokapseln bzw. deren Hüllenmaterialien sollte zudem nach EN ISO 10993 nachgewiesen sein.

Rose-Marie Riedl | Forschungsinstitut Hohenstein
Weitere Informationen:
http://www.hohenstein.de

Weitere Berichte zu: Mikrokapsel Textil Wirkstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten
07.12.2017 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

nachricht Aufgewärmt am Start
05.12.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie