Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Autos und Flugzeuge billiger, sicherer und effizienter machen

03.11.2008
DFG fördert zwei Großgeräte zur Prüfung von Bauteilen aus faserverstärkten Verbundwerkstoffen

Zwei neuartige Prüfanlagen für die Werkstoffforschung stellt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) den Technischen Universitäten Braunschweig und Hamburg-Harburg zur Verfügung.

Mit den beiden Großgeräten im Wert von insgesamt rund 3,4 Millionen Euro können erstmals in einem universitären Umfeld größere Bauteile (Panels) aus faserverstärkten Verbundwerkstoffen für den Automobil- und Flugzeugbau unter komplexen realen Belastungsbedingungen auf ihre Versagensmechanismen hin untersucht werden. Bisher war dieses Forschungsziel nur an kleineren Laborproben möglich und mit Computersimulationen kaum nachvollziehbar.

Bauteile aus faserverstärkten Verbundwerkstoffen wie Karosserie- oder Rumpfteile haben je nach Wunsch eine höhere Festigkeit oder Steifigkeit als Bauteile aus metallischen Werkstoffen. Ein weiterer Vorteil liegt in der Möglichkeit, etwa Sensoren zur Materialüberwachung direkt im Bauteil zu integrieren. Autofahren und Fliegen könnten dadurch bald billiger und sicherer, aber auch energiesparender werden.

"Bisher werden faserverstärkte Verbundwerkstoffe im Fahrzeug- oder Flugzeugbau noch sehr konservativ verwendet", sagt Burkhard Jahnen aus der Gruppe Ingenieurwissenschaften in der DFG-Geschäftsstelle, der für die Koordination der neuen DFG-Großgeräteinitiative verantwortlich ist. "Weil man es noch nicht wagt, an die Einsatzgrenzen der Verbundwerkstoffe heranzugehen und ihre Ermüdung im Dauereinsatz noch nicht richtig einschätzen kann, legt man Bauteile aus diesem Material lieber großzügig aus - und macht etwa Flugzeuge dadurch schwerer als nötig. Ganz neuartige Konstruktionsprinzipien, die mit den Faserverbundwerkstoffen möglich wären, stehen deshalb noch in den Startlöchern."

Das könnte sich mit den Erkenntnissen aus dem Einsatz der neuen Prüfanlagen ändern. Bis zu 60 Tonnen wiegen die 6 Meter breiten und 6,6 Meter hohen Großgeräte, die eine in Deutschland für die Grundlagenforschung bisher nicht verfügbare Technik zum Einsatz bringen. In der Hamburger Prüfanlage etwa können ganze Flugzeugrumpfsegmente jenen Vibrationen ausgesetzt werden, denen sie auch im Flugbetrieb ausgesetzt wären. Im Rahmen des Erkenntnistransfers zwischen materialwissenschaftlicher Grundlagenforschung und praktischer Anwendung wird so eine zentrale Lücke geschlossen.

Bei der Großgeräteinitiative der DFG erhielten Braunschweig und Hamburg-Harburg aus insgesamt zehn Förderanträgen den Zuschlag, weil ihr interdisziplinärer Ansatz das international besetzte Team aus Gutachterinnen und Gutachtern am meisten überzeugte. Die neuen Prüfanlagen sollen aber auch Wissenschaftlern anderer Hochschulen auf dem Gebiet faserverstärkter Verbundwerkstoffe zur Verfügung stehen.

Weiterführende Informationen

Ansprechpartner in der DFG:
Dr.-Ing. Burkhard Jahnen, Gruppe Ingenieurwissenschaften, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Kennedyallee 40, 53175 Bonn, Tel. +49 228 885-2487, Burkhard.Jahnen@dfg.de

Dr. Thomas Köster | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum
07.12.2016 | Technische Universität Graz

nachricht Bioabbaubare Polymer-Beschichtung für Implantate
06.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie