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Abfälle in anspruchsvollen Anwendungen: Bahnschwelle aus Mischkunststoffen entwickelt

29.09.2010
Aus gemischten Verpackungs-Kunststoffabfällen kann man mehr als nur Parkbänke machen – diesen Beweis hat nun ein Forschungsprojekt in Deutschland und Österreich mit der Herstellung von Bahnschwellen aus 100 % Recylingmaterial erbracht.

Aus gemischten Verpackungs-Kunststoffabfällen kann man mehr als nur Parkbänke machen – diesen Beweis hat nun ein Forschungsprojekt in Deutschland und Österreich mit der Herstellung von Bahnschwellen aus 100 % Recylingmaterial erbracht.

Insgesamt drei Partner entwickelten gemeinschaftlich ein Verfahren, das bisher schlecht verwertbare Stoffe für diese anspruchsvollen und sicherheitsrelevanten Bauteile verwendet. Die Schwellen aus Rezyklat überstanden Prüfungen wie Punktbelastungen von bis zu 40 t und Ausreißversuche an den Schwellenschrauben von über 10 t und stellten so ihre Einsatzfähigkeit im Bahnbetrieb unter Beweis, so dass bereits eine vorläufige Zulassung des Produkts beim Eisenbahnbundesamt beantragt wurde.

Ein Konsortium bestehend aus dem Entsorgungsfachbetrieb PAV, Berlin, dem Maschinenhersteller NGR, Feldkirchen (Österreich) und dem Fraunhofer Institut für Chemische Technologie, Pfinztal hat eine Materialmischung aus Altkunststoffen und Glasfaserabfällen entwickelt, die die technischen Anforderungen für eine Bahnschwelle erfüllt und darüber hinaus gute Körperschallabsorption sowie eine hervorragende Umweltverträglichkeit zeigt. Für die Verarbeitung wurde ein Extrusionsverfahren entwickelt, mit dem im kontinuierlichen Betrieb Schwellenprofile beliebiger Länge erzeugt werden können.

Die so hergestellte Schwelle wurde an der HTW (Hochschule für Technik und Wirtschaft) Dresden den gleichen Eignungstests unterzogen, die auch Betonschwellen bestehen müssen, um zum Einsatz zu kommen. Die Altkunststoffschwelle hat diese Tests mühelos bestanden. Weiterhin wurde die Schwelle bereits von der Deutschen Bahn im Schwellenwerk Schwandorf mit äußerst positivem Ergebnis auf ihre Verarbeitbarkeit getestet.

Parallel zur weltgrößten Bahnmesse „InnoTrans“ in Berlin fand im Fraunhofer Forum die Präsentation dieser neuartigen Bahnschwelle aus Altkunststoffen mit Glasfaserverstärkung statt. Die notwendigen Entwicklungen wurden im Rahmen des erfolgreich beendeten Forschungsprojektes „RAILWASTE“ (Förderprogramm Era-Net SUSPRISE, gefördert durch das BMBF/PTJ und das bmvit/FFG (Österreich) durchgeführt. Das Schwellenprodukt, die Entwicklungsarbeiten und die Testergebnisse wurden interessierten Vertretern der Deutschen Bahn und der deutschen Kunststoffindustrie vorgestellt und stießen auf großes Interesse, so dass derzeit der Aufbau einer Teststrecke aus den Rezyklat-Schwellen vorbereitet wird.

Dr. Stefan Tröster | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ict.fraunhofer.de

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