Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft
Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Home Fachgebiete Materialwissenschaften Nachricht

Überschall-Beschichtung mit Präzision

nächste Meldung
26.11.2008

Werkstoffwissenschaftler der TU Chemnitz patentieren neues Verfahren zum Hochgeschwindigkeitsflammspritzen

Anzeige

Es sind oft die kleinen Erfindungen, die die Welt verbessern und stets lautet das Credo: je einfacher desto genialer. Dies gilt auch für die Verbesserung eines Beschichtungsverfahrens, das nun die Professur für Verbundwerkstoffe der TU Chemnitz als Patent verlassen soll.


Das sogenannte Hochgeschwindigkeitsflammspritzen kommt überall da zum Einsatz, wo belastete Bauteile vor Verschleiß und Korrosion geschützt werden sollen, sei es in Automotoren, auf Schaufeln von Flugzeugturbinen oder bei medizinischen Implantaten.

Um diese Bauteile beständig zu machen, werden sie mit einem Partikelstrahl beschossen, der bis zu 2.000 Meter pro Sekunde schnell und im Kern etwa 3.000 Grad Celsius heiß ist. Die so erzeugte hochverdichtete Beschichtung ist mit herkömmlichen Verfahren jedoch zuweilen recht ungleichmäßig auf dem Werkstoff verteilt, da die Partikelflamme aufgrund der enormen Geschwindigkeit und der Temperaturunterschiede zur umgebenden Luft eine peitschende Eigenbewegung an der Spitze entwickelt.

Dem entgegenzuwirken, machten sich die Chemnitzer Wissenschaftler Gerd Paczkowski und Christian Rupprecht unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Wielage zur Aufgabe und heraus kam eine denkbar simple, wie auch praktikable Lösung. Da der Partikelstrahl zur Kühlung der Spritzdüse stets von einem Gas (etwa Stickstoff bei Raumtemperatur) umgeben ist, konnte man diesen auch gleich zur Stabilisierung der Flamme nutzen.

So strömt das kühlende Hüllgas künftig mit einer Eigenrotation aus der Düse und verhindert durch den aufgeprägten Drehimpuls, dass der Flammstrahl ins Straucheln gerät. Die Vorteile des neuen Verfahrens liegen auf der Hand. Der Spritzstrahl wird durch die rotierende Hüllgasströmung stabilisiert und fokussiert und die darin befindlichen Partikel auf eine achsnahe Flugbahn gezwungen. Die Schichtqualität wird dadurch drastisch gesteigert, da die Partikel gleichmäßig da auftreffen, wo sie benötigt werden. Zudem kann der Brenner so in höheren Leistungsklassen betrieben werden, wodurch deutlich mehr Material pro Zeit verarbeitet werden kann als bisher.

Da der Chemnitzer Düsenaufsatz mit handelsüblichen HVOF-Brennern verwendet werden kann, haben namhafte Firmen bereits Interesse angemeldet. Die Erfinder der TU rechnen nun damit, dass sich das Verfahren als Standard durchsetzen wird.

Weitere Informationen erteilt Christian Rupprecht, Telefon 0371 531-35220, E-Mail christian.rupprecht@mb.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.tu-chemnitz.de

nächste Meldung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Scavenging energy waste to turn water into hydrogen fuel
12.03.2010 | University of Wisconsin-Madison

nachricht Das "klügere" Material gibt nach
11.03.2010 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften >>>

Anzeige

B2B Suche

Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

Aktuell

Deutsche Messe startet ITK-Fachmesse in Brasilien

12.03.2010 | CeBIT 2010

Immuntherapie gegen Allergie

12.03.2010 | Medizin Gesundheit

analytica 2010 Forenprogramm

12.03.2010 | Messenachrichten

Innovations Report TV
Reportagen, Interviews und
Video-Highlights auf:

www.innovations-report.tv

... in Kooperation mit
Science-TV & Inventions-TV
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>

Veranstaltungen

2. Pan-Europäische Konferenz für seltene Blutkrankheiten Berlin

12.03.2010 | Veranstaltungsnachrichten

Die Vielfalt ist in Gefahr

12.03.2010 | Veranstaltungsnachrichten

MARIE 2010: Eizellen reifen auch im Reagenzglas

12.03.2010 | Veranstaltungsnachrichten

Live-Mitschnitte, Interviews und Hintergründe von den Meinungs-
führern aus Politik und Wirtschaft jetzt auf www.euroforum.tv

FindAndHelp