Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

500.000 Euro für hochempfindliche molekulare Sensoren

23.03.2009
Forscher der Universitäten Bonn und Utah, USA, wollen neuartige Materialsysteme auf Molekülbasis mit definierten optoelektronischen Eigenschaften designen. Sie sollen unter anderem die Grundlage für zukünftige hochempfindliche Sensoren sein. Die VW-Stiftung unterstützt das Forschungsvorhaben mit insgesamt 500.000 Euro.

Solarzellen erzeugen Strom, Laser verwandeln auf CDs gespeicherte Informationen in Musik, Sensoren an der Supermarktkasse scannen die Einkäufe. Bei all diesen Prozessen spielt die kontrollierte Abgabe oder Aufnahme von Anregungsenergie (z.B. in Form von Licht) eine Rolle.

Chemiker der Universität Bonn haben sich in Zusammenarbeit mit Physikern der Universität Utah, USA, vorgenommen, das Wissen auf diesem Gebiet zu vertiefen. Ziel ist es, definierte optoelektronische Eigenschaften neuartiger Materialsysteme auf Molekülbasis zu designen.

In der Arbeitsgruppe des Bonner Chemikers Professor Dr. Sigurd Höger existiert das Know-how, Moleküle mit starrer, vorgegebener Struktur im Nanomaßstab aufzubauen. So stammt zum Beispiel ein Molekül in Form eines Speichenrades aus dem Lehrstuhl für "Organische Chemie komplexer Systeme". In Zukunft wollen die Forscher Moleküle designen, die kontrolliert Anregungsenergie sammeln, weiterleiten und speichern können. Diese Erkenntnisse sind für Anwendungen in Lasern, der Photovoltaik sowie der Sensorik von Bedeutung.

Lichtsammlung in großen zyklischen Molekülen

"Wir wollen neue Wege finden, Licht einzufangen, um es dann als Anregungsenergie kontrolliert nutzbar zu machen", erklärt Professor Dr. Sigurd Höger das Grundprinzip des Projekts. Dazu möchten die Chemiker Moleküle in Form einer Achse synthetisieren, auf der mehrere Reife sitzen. Die Reife sammeln das einfallende Licht und leiten die Anregungsenergie auf die Achse weiter. Dabei kann sie von Molekülen in der Umgebung abgefangen werden. Dies soll die Grundlage für zukünftige hochempfindliche Sensoren sein.

"Anschaulich ist dieser Effekt mit zwei Ballspielern zu vergleichen", erklärt Höger. "Der Eine wirft den Ball, der Andere fängt ihn. Bleibt der Ball lange in der Luft, kann er aber leicht von anderen Fängern 'entführt' werden." Im Detail werden sowohl die Speicherung als auch die Abfang-Prozesse vom Projektpartner Professor Dr. John Lupton an der University of Utah untersucht.

Kontakt:
Prof. Dr. Sigurd Höger
Kekulé-Institut für Organische Chemie und Biochemie
Telefon: 0228/736127
E-Mail: hoeger@uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Neue Beschichtung bei Industrieanlagen soll Emissionen senken
12.12.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten
07.12.2017 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Wirkstoffe aus dem Baukasten: Design und biotechnologische Produktion neuer Peptid-Wirkstoffe

13.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Analyse komplexer Biosysteme mittels High-Performance-Computing

13.12.2017 | Informationstechnologie