Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zusatzgerät macht Tiefbohren auf Fräsmaschinen prozesssicher

18.01.2010
Bisher wurden Tiefbohrungen, wenn man wirtschaftlich fertigen wollte, mit Tiefbohrmaschinen gefertigt oder die Möglichkeit in Erwägung gezogen, Tiefbohrungen auf Fräszentren, Bohrwerken und sonstigen spanabhebenden Maschinen relativ umständlich (mehrmaliges Entleeren der Spanräume) herzustellen. Eine neue Entwicklung, die Auerbach auf der Metav 2010 vorstellt, macht damit Schluss.

„Bisher besteht die Gefahr, die lang auskragenden Werkzeuge abzubrechen und somit größere Schäden zu verursachen, was manchem Maschinenbediener den Angstschweiß auf die Stirn treibt“, weiß Andreas Soiné, Leiter Verkauf und Service der Auerbach Maschinenfabrik GmbH in Ellefeld. Das Unternehmen, das sich seit über 60 Jahren mit dem Bau von Fräsmaschinen beschäftigt und seit 15 Jahren mit der Tiefbohrtechnik, hat eine an die Maschinenspindel von Fräsmaschinen adaptierbare Tiefbohreinheit Tiefbohrfix entwickelt, die eine wirtschaftliche Alternative zur Tiefbohrmaschine ist und die Lücke im Produktportfolio für Tiefbohrungen bis 850 mm Tiefe abrundet.

Tiefbohreinheit kann Tiefbohrmaschine ersetzen

Das adaptierbare Zusatzgerät, das künftig Tiefbohrungen von 1 bis 15 mm im Längenverhältnis bis zu 120 x D realisieren wird, verfügt über die Möglichkeit, Einlippenbohrer sowie längere Spiralbohrer in jeder Winkellage durch NC-gesteuerte Lünetten unterstützt einzubringen. Diese Unterstützung sorgt dafür, dass das beim Bohren unter Schnittdruck stehende Werkzeug nicht abknickt.

Der resultierende Nutzen dabei sind die höhere Vorschubgeschwindigkeit und Drehzahl. „Aber nicht nur die erhöhten Schnittwerte sind ein Kundennutzen“, betont Soiné, „auch die Möglichkeit, dass ein Bohrer wegen eines Spänestaus bricht, gehört der Vergangenheit an.“

Stetige Überwachung beim Tiefbohren

Die Auerbacher greifen dabei auf in der Tiefbohrtechnik erprobte Überwachungsfunktionen zurück. Schnittkraft, Durchfluss und Kühlmitteldrucküberwachung, welche tiefbohrspezifische Überwachungsfunktionen sind, können an der Maschinensteuerung angepasst werden.

Für die von Auerbach eigens hergestellten HSC-Bettfräsmaschinen werden künftig verschiedene Optionen angeboten, die das Tiefbohren mit dem adaptierbaren Zusatzgerät unterstützen. Die mögliche Integration einer HPM-Breeze-Minimalmengenschmieranlage, die schon erfolgreiche Kundenversuche im Bereich der Tiefbohrtechnik absolviert hat, wird ebenso Bestandteil der umfangreichen Möglichkeiten sein, wie auch die angebotenen Kühlmittelanlagen mit tiefbohrgerechten Kühlmitteldruck- und Durchflusseigenschaften auszustatten.

Ebenfalls Teil des Auerbach-Systems ist eine auf das Tiefbohren abgestimmte SPL-Frässpindel. Neben der notwendigerweise angepassten Drehdurchführung ist auch die Innenkontur der Welle beziehungsweise des automatischen Spannsystems auf die zusätzlichen Anforderungen des Tiefbohrens mit SPL-Frässpindel ausgelegt worden.

Frässpindel zum Tiefbohren optional mit erweiterter Sensorik

Optional ist diese Spindel mit erweiterter Sensorik bis hin zum Monitoringsystem erhältlich. Es können neben Temperaturen, Schwingungen und gSE-Werten der Lager auch Überlastungen angezeigt und registriert werden.

Durch das Erfassen von Schwingungen können ungünstige Schwingwerte vermieden werden. Auch kann eine Empfehlung für eine neue Lagerung der Spindel angezeigt werden, bevor es einen überraschenden Spindelausfall gibt.

Tiefbohreinheit auf der Metav zu sehen

Auf dem Metav-Messestand wird vom 23. bis 27. Februar die Tiefbohreinheit Tiefbohrfix, die manuell über ein hydraulisches Nullpunktsystem an das Spindelgehäuse angedockt ist, vorgestellt. „An der Entwicklung einer automatisch abzulegenden und andockbaren Tiefbohreinheit wird gearbeitet“, so Soiné. Somit seien in Zukunft verschiedene Tiefbohrdurchmesser durch einen automatischen Werkzeugwechsler an Werkzeugmaschinen fast aller Fabrikate möglich.

Auerbach Maschinenfabrik GmbH auf der Metav 2010: Halle 15, Stand D34

Bernhard Kuttkat | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/zerspanungstechnik/articles/246134/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Gewicht von Robomotion-Greifer um 60 Prozent reduziert
31.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Assistenzsysteme für die Blechumformung
28.07.2017 | Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Studie für Patienten mit Prostatakrebs: Einteilung in genomische Gruppen soll Therapie präzisieren

21.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Forscher entwickeln zweidimensionalen Kristall mit hoher Leitfähigkeit

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index

21.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz