Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zeitvorteil beim Umrüsten sichert Nachfrage in der Kautschukindustrie

04.08.2009
Die im Jahr 2003 auf der International Rubber Conference in Nürnberg erstmals für die Gummi- und Kautschukindustrie vorgestellte Magnetspanntechnik zum schnellen Werkzeugwechsel genießt einen guten Ruf. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Hilma-Römheld unter Anbietern von Vulkanisierpressen und Spritzgießmaschinen.

Die Magnetspanntechnik – so das Ergebnis – gilt als sicher, problemlos bei Installation und Integration in unterschiedliche Maschinentypen und als zuverlässig im Alltagsbetrieb. Trotz der momentan schwierigen wirtschaftlichen Lage der Branche ist das Interesse an dieser Spanntechnisch weiterhin hoch. Die Maschinenanbieter rechnen auch in Zukunft mit einer stabilen Nachfrage. Seit der Erstvorstellung der Magnetspanntechnik wurden rund 400 Magnetspannsysteme von Hilma installiert.

Schneller Wechsel heißer Werkzeuge

Dietmar Forberg, Konstrukteur der Rucks Maschinenbau GmbH, Glauchau, bietet die Ausstattung der Pressen mit Magnetspannplatten vor allem Kunden an, die die teilweise schweren und bis zu 240 °C heißen Werkzeuge häufig wechseln müssen. Das sei zum Beispiel aufgrund der kleinen Losgrößen erforderlich.

Nach Auskunft von Armin Stütz, Projektmanagement/Vertrieb, rüstet die LWB Landshuter Werkzeugbau Alfred Steinl GmbH & Co. KG, Altdorf, horizontale und vertikale Spritzgießmaschinen seit rund vier Jahren auf Wunsch mit Magnetspanntechnik aus. Die Nachfrage nach Magnetspanntechnik stamme überwiegend aus der Automobilbranche von Kunden, die insbesondere an kurzen Rüstzeiten interessiert seien.

Zu den besonderen Vorteilen der Magnetspanntechnik zählt Stefan Herzinger, Geschäftsführer der Wickert Maschinenbau GmbH, Landau, dass auch Werkzeugkonzepte mit verschiedenen Formen ohne Mutterwerkzeug verwendet werden können. Außerdem, so der Wickert-Geschäftsführer, ließen sich mit der Magnetspanntechnik besonders dünne Werkzeuge gleichmäßig spannen. Im Gegensatz dazu würden sich andere Spannmittel aufgrund der hohen Öffnungskräfte wölben. Der Maschinenhersteller Wickert hat seit der Markteinführung der Hilma-Produkte rund 80 Magnetspannsysteme installiert.

TÜV bestätigt Sicherheit der Magnetspanntechnik

Anfängliche Bedenken hinsichtlich der Temperaturstabilität haben sich nach Auskunft von Rudolf Eisenhuber, Bereichsleiter Technik der Maplan Maschinen und technische Anlagen, Planung- und Fertigungs-Ges. m.b.H., Ternitz/Österreich, als gegenstandslos erwiesen. Zweifel an der Sicherheit bei Stromausfällen gab es nie, eine Einschätzung, die der TÜV-Österreich bereits 2006 durch die Abnahme einer Mustermaschine mit integrierten Hilma-Magnetspannplatten bestätigt hat. Laut Eisenhuber schätzen Maplan-Kunden an der Magnetspanntechnik den Komfort und die Schnelligkeit beim Werkzeugwechsel. Sie zeigten sich mit den installierten Systemen sehr zufrieden.

Bernhard Selzer, Maschinenbautechniker bei der REP Deutschland GmbH, Wald-Michelbach, rechnet vor allem bei Gummipressen mit einer steigenden Nachfrage nach Magnetspanntechnik, weil dort nach seiner Einschätzung die Rüstzeiten einen besonders großen Einfluss auf die Produktivität der Maschinen haben.

Zeitersparnis ist häufigstes Investitionsmotiv

Die Zeitersparnis beim Werkzeugwechsel und die dadurch verkürzten Rüstzeiten sind laut Hilma-Römheld das häufigste Investitionsmotiv. Bei integrierten Schnellwechselsystemen können bis zu 240 °C heiße Werkzeuge mit mehreren Tonnen Gewicht von einer Person produktionsfertig in weniger als 30 min gewechselt werden. Sämtliche, auch nicht genormte Werkzeuggrößen und Werkzeugformen ließen sich problemlos und schnell positionieren und fixieren. Als weiterer Vorteil wird das verzugsarme und äußerst präzise Spannen hervorgehoben, das den Werkzeugverschleiß reduziert und damit zur hohen Prozesssicherheit beiträgt.

Die Spannplatten bauen durch eine jeweils 2 bis 3 s dauernde Stromzufuhr ein Magnetfeld auf. Während des stromunabhängigen Betriebs halten Elektropermanentmagneten die Formen mit Spannkräften von 3000 kN und mehr – unabhängig davon, ob horizontal oder vertikal gespannt wird. Zum Entmagnetisieren und Lösen wird wieder kurz elektrische Energie zugeführt.

Josef-Martin Kraus | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/konstruktion/konstruktionselemente/articles/223836/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Nutzfahrzeuge: Neuer Professor entwickelt effizientere und leichtere Bauteile mit 3D-Metall-Drucker
03.05.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Die Zukunft des Fliegens auf dem Prüfstand
25.04.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

23.05.2018 | Geowissenschaften

Diagnose per Computer: Gefährliche Krankheitserreger mithilfe maschinellen Lernens erkennen

23.05.2018 | Informationstechnologie

Genetische Vielfalt schützt vor Krankheiten

23.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics