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Die erfolgreiche Unternehmensentwicklung von Bieber + Marburg begann Ende des 19. Jahrhundert mit einer kleinen Baustoffhandlung in Bischoffen. Der Kauf eines Giessener Stahlhandelunternehmens im Jahr 1959 markierte den Beginn einer erfolgreichen Tätigkeit im Stahlhandel. Das familieneigene Unternehmen mit zwei Standorten und 190 Mitarbeitern bietet inzwischen ein breites Sortiment an Formstahl, Trägern, Qualitätsstahl, Blankstahl, Stabstahl, Blechen, Edelstahl und NE-Metallen. Abgerundet wird das Angebot durch verschiedene Anarbeitungen wie Biegen, Brennschneiden, Sägen, Strahlen, Grundieren und Verzinken.
„Um unsere Liefermöglichkeiten weiter auszubauen und Kundenwünsche noch individueller und schneller erfüllen zu können, haben wir 2007 in ein weiteres, vollautomatische Hochregallager für Langgut mit 12 bis 16 m, ein halbautomatisches Hochregallager sowie in eine neue Strahlanlage investiert“, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter Sven Bieber. Strahltechnische Bearbeitungen wurden in der Vergangenheit außer Haus gegeben. Das Lagervolumen in den insgesamt zwölf Hallen liegt bei 15000 t Stahl. Die Belieferung von Bieber + Marburg aus den Stahlwerken erfolgt per Bahn und Lkw.
Rollenbahn-Strahlanlage an technische Anforderungen optimal angepasst
Ein umfangreiches Lieferprogramm und hohe Flexibilität waren neben dem Strahlergebnis und der hohen Verfügbarkeit ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl der Strahlanlage. Nach Gesprächen mit mehreren Anlagenherstellern fiel die Entscheidung für die Rösler-Rollenbahn-Strahlanlage RRB 27/6 der Rösler Oberflächentechnik. „Ausschlaggebend dabei war zum einen, dass die Anlage an unsere technischen Anforderungen optimal angepasst wurde. Zum anderen machte der Anlagenbauer einen sehr leistungsfähigen Eindruck, und nicht zuletzt überzeugte uns das Preis-/Leistungsverhältnis“, so der Geschäftsführer.
Effizient Strahlen nach Reinheitsgrad SA 2,5
Im Einsatz ist die RRB 27/6 für das Strahlen von Teilen mit einer Länge bis zu 20 m bis hin zu kleinsten Stahlblechteilen. Die maximale Bearbeitungsbreite liegt bei 2500 mm, in der Höhe sind es 600 mm. Bei den Blechteilen handelt es sich überwiegend um im Brennschneidbetrieb hergestellte, kundenspezifische Stahlteile, die von Zunder befreit werden müssen.
Auch die Nachfrage nach gestrahltem Langgut wie Träger, Hohlprofile, Stabstahl und Rohre steigt kontinuierlich. Hier geht es in erster Linie darum, Rost und Zunder zu entfernen. In beiden Fällen muss ein Strahlergebnis erreicht werden, das bei SA 2,5 liegt. „Wir erzielen mit der neuen Anlage eine sehr gute Strahlqualität. Und sollten höhere Anforderungen an den Reinheitsgrad etwa SA 3 an uns gestellt werden, können wir diese auch erfüllen“, erklärt Sven Bieber.
Die Beschickung der Anlage erfolgt über einen Querförderer, der die Teile zur Rollenbahn bringt. Ob es sich bei den Werkstücken um Flachstahl oder Träger handelt, wird ebenso wie die Transportgeschwindigkeit über die Siemens SPS-Steuerung S7-300 vom Bediener eingegeben. Am Einlauf der Strahlanlage stellt ein erstes Lichtgitter die Höhe der Teile fest und gibt diese Information an die Bürste der Strahlmittelabreinigung weiter, die sich automatisch auf die jeweiligen Werkstücke einstellt. Ein zweites Lichtgitter signalisiert den Schleuderrädern, dass Teile im „Anrollen“ sind und setzt dadurch die Strahlmittelzufuhr in Gang.
Sechs Schleuderräder sorgen für hohen Durchsatz
Die Transportgeschwindigkeit liegt je nach Teil bei 1,5 bis 3 m/min. In der Strahlkammer sorgen insgesamt sechs Hochleistungs-Schleuderräder des Typs Hurricane H 42 mit je 420 mm Durchmesser und einer Antriebsleistung von jeweils 22 kW für eine hohe Durchsatzrate bei optimaler Strahlintensität. Jeweils drei Schleuderräder sind am Boden und am Dach der Strahlkammer angebracht, so dass Werkstücke gleichzeitig von oben und unten gestrahlt werden. Dabei stellen in 3D-Simulation speziell berechnete Neigungswinkel sicher, dass alle Konturen und Hinterschneidungen der Teile mit der gleichen Intensität vom runden Strahlmittel erreicht und Strahlschatten vermieden werden.
An den Strahlprozess schließt sich die Strahlmittelabreinigung mit Bürste und Abblasstation an. Ein Inkrementgeber meldet in Verbindung mit dem Einlauflichtgitter das Ende des Strahlprozesses, die Strahlmittelzufuhr wird durch Muschelschieber geschlossen.
Ein Querförderer am Auslauf verbindet die Strahlanlage zur einen Seite mit der Sägestation. Zur entgegengesetzten Seite wird dieser Querförderer als Pufferplatz genutzt, um so die gestrahlten Teile zu bündeln und mit Stahlbändern zu umreifen.
Robuste Bauweise mit optimalem Verschleißschutz
Durch direkte und indirekte Strahlmitteltreffer werden die medienberührenden Oberflächen der Arbeitskammer stark beansprucht. Sie bestehen deshalb komplett aus widerstandsfähigem Manganstahl. Zusätzlich erhöhen auswechselbare Platten, dachziegelförmig spaltfrei angeordnet, aus dem hochfesten Werkstoff die Verschleißfestigkeit in besonders beanspruchten Bereichen. Dies sorgt für eine lange Lebensdauer der Rösler-Rollenbahn-Strahlanlage und damit für hohe Investitionssicherheit.
Einen Beitrag dazu leisten auch die robuste, verwindungssteife Konstruktion und die stabilen Rollenförderer, die auf der gesamten Länge von externen Getriebemotoren angetrieben werden. Diese hocheffizienten Motoren sind auf die jeweiligen Rollenbahnbeladungen und Geschwindigkeiten ausgelegt, um so eine lange Lebensdauer zu gewährleisten.
Effektive Stahlmittelaufbereitung
Um die Strahlmittelabreinigung effektiv zu bewerkstelligen, wird das Strahlmittel kontinuierlich durch eine Bürste in die Förderschnecke transportiert und so der Strahlmittelaufbereitung zugeführt. Grobe Verschmutzungen entfernt eine Siebeinrichtung bevor das Strahlmittel in der Kaskadenwindsichtung von feinen und feinsten Rost- und Zunderrückständen sowie zu klein gewordenen Strahlkörnern befreit wird.
Doris Schulz | Quelle: MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen: www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/mmmaintainer/industriellereinigung/reinigungsdienstleistungen/articles/167613/
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