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Wendeschneidplatten in der Produktion optisch vermessen

02.09.2009
Fertigungsintegrierte Messverfahren gewinnen an Bedeutung. Mit einem optischen Messgerät von Alicona Imaging können Wendeschneidplatten frei von Benutzereinflüssen, automatisiert und in hoher Auflösung in der Produktion gemessen werden. Außer den Radien und dem Keilwinkel werden auch Frei- und Spanwinkel auf Formtreue überprüft.

Bei Toleranzen für Radien, Winkel und Fasen im Mikrometer-Bereich sind Messfehler nicht erlaubt. Hersteller fordern zum Einhalten der Maßgenauigkeit zunehmend fertigungsintegrierte und automatische Messverfahren, die weder Benutzereinflüssen unterliegen noch Spielraum für Interpretationen der Messergebnisse lassen. Mit der neuen Version des Edge-Masters zur optischen Schneidkantenmessung in der Produktion bringt Alicona nach eigenen Angaben nun ein System auf den Markt, das exakt auf diese Anforderungen zugeschnitten ist.

Das Messgerät misst den Angaben zufolge Wendeschneidplatten frei von Benutzereinflüssen, voll automatisiert und in hoher lateraler und vertikaler Auflösung. Außer den Radien und dem Keilwinkel werden jetzt auch Frei- und Spanwinkel auf Formtreue überprüft. Außerdem werden die Korbbogenform, die Positiv- und Negativfase sowie die Schartigkeit der Schneidkante gemessen.

Radien unter 2 µm können vermessen werden

Mit 10 nm erzielt der Anwender die höchste vertikale Auflösung, die derzeit in der spangebenden Industrie verfügbar ist, so das Unternehmen weiter. Ein Alleinstellungsmerkmal sei die Fähigkeit, Radien zu messen, die kleiner als 2 µm sind. Neu an dieser Version des Edge-Masters sei unter anderem, dass zusätzlich zur Form und der Verrundung auch die Schartigkeit der Kante gemessen werde. Mit der Messung der Schartigkeit werde ein weiterer Bearbeitungsschritt im Fertigungsprozess geprüft. So erzielen Beschichtungsprozesse das gewünschte Ergebnis, was das Risiko von Kantenausbrüchen und verringerten Standzeiten weiter minimiert, führt Alicona aus.

Außer den zusätzlichen Messungen gibt es entscheidende Änderungen punkto Messgeschwindigkeit. Der Edge-Master ist jetzt doppelt so schnell wie sein Vorgänger. Damit ist das Messgerät noch industrietauglicher und erfüllt eine der zentralsten Anforderungen der Branche, heißt es weiter.

Diese signifikante Geschwindigkeitsoptimierung ist laut Alicona nur ein Aspekt, der die hohe Industrietauglichkeit des optischen Messsystems illustriert. Das Zusammenspiel der robusten optischen Technik der Fokus-Variation und besonderer Hardwarekomponenten ermöglicht die Positionierung des Messsystems direkt neben der fertigenden Maschine. Es benötigt weder eine Umhausung noch beeinflussen Fremdlicht, Vibrationen oder Temperaturschwankungen die Messungen. Dazu kommt die hohe Bediener-unabhängigkeit.

Der Anwender legt den Angaben zufolge lediglich die Wendeschneidplatte in den dafür vorgesehenen Probenhalter – manuelle Justierung ist nicht notwendig –, startet die Messung und erhält innerhalb von 30 s das entsprechende Mess-protokoll oder ein In-Ordnung-/Nicht-in-Ordnung-Signal. Auch der Messbereich wird vom System automatisch je nach vordefiniertem Messfeld gewählt, heißt es. Das mache Messungen völlig unabhängig vom Benutzer und bedeute für den Hersteller, dass das Gerät von beliebig vielen Mitarbeitern bedient werden könne.

Entwicklung des Systems mit Industriepartnern

Das System wurde, so das Unternehmen weiter, nicht nur für, sondern auch mit der Industrie entwickelt. In einer intensiven Entwicklungszeit hat Alicona gemeinsam mit dem langjährigen Industriepartner Ceratizit die neue Version des Schneidkantenmesssystems konzipiert. Es sei Teil der Unternehmensstrategie, in der Produktentwicklung intensive Diskussionen mit Industriepartnern zu führen und sich stark an ihren Ansprüchen zu orientieren.

Der Edge-Master ist ein weiteres Messgerät aus einer Reihe von Produkten zur Werkzeugvermessung, die mit dieser Strategie umgesetzt wurden. Dabei spielen nicht nur Industriepartner eine gewichtige Rolle, sondern auch Forschungskooperationen. So waren außer Ceratizit noch Bosch und die PTB (Physikalische-Technische Bundesanstalt in Braunschweig) an der Entwicklung beteiligt.

Die intensive Arbeit und der regelmäßige Austausch innerhalb eines aktiven Netzes aus verschiedenen nationalen und internationalen Forschungsinstitutionen garantiere die führende Rolle und Marktposition des Unternehmens im Bereich der Fokus-Variation.

Udo Schnell | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/spanende_fertigung/articles/227834/

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