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Wendeplattenbohrer bis 5 × D steigert Schnitt- und Vorschubwerte um 20%

31.10.2008
Beim Wendeplattenbohren sportlich hochzuschalten war die Intention, mit der Komet den KUB-Pentron entwickelt hat. Leistungswerte, die bisher mit vergleichbaren Werkzeugen bis maximal 3 × D erreichbar waren, fährt der Bohrer durchgängig bis 5 × D. Und im Standzeitvergleich hat er sogar schon Wechselkopfbohrer überholt.

Auf der Rennstrecke ist Spurstabilität bis zur Höchstgeschwindigkeit gefordert. Auch beim Bohren ist es die Abdrängung, sprich das Aus-der-Spur-Driften, was der Leistungsfähigkeit für gewöhnlich Grenzen setzt. Komet hat den KUB-Pentron-Bohrer zuerst für Längen-Durchmesser-Verhältnisse von 5 × D konzipiert. Mit den daraus entstandenen 4- und 3-×-D-Versionen können Anwender ein durchgängiges Werkzeugkonzept mit Durchmessern von 14 bis 44 mm nutzen.

Seine Leistungsfähigkeit erhält der Bohrer aus einem neu gestalteten Grundkörper und gezielt darauf abgestimmten Wendeschneidplatten. Die FEM-berechnete Werkzeugkörperkonstruktion vereint Schlüsselmerkmale, wie erzielbare Genauigkeiten, Leistungsparameter und große Bohrtiefen, in einem Werkzeug. Auch zum Herstellen der Grundkörper geht das Besigheimer Unternehmen neue fertigungs- und verfahrenstechnische Wege. Einen wesentlichen Beitrag zur hohen Leistung und Lebensdauer des Grundkörpers liefert die spezielle Oberflächenbehandlung. Sie optimiert die Spanförderung und verhindert das Aufbacken von Spänen. Die drei Grundhalter-Varianten für 3 × D, 4 × D und 5 × D gibt es mit Zylinderschaft und ABS-Schnittstelle.

Vier Schneidkanten sorgen für lange Standzeit

Gezielt auf die Anforderungen unter schwierigen Bohrbedingungen und passend zum Grundkörper wurden gleichfalls die quadratischen Wendeschneidplatten hinsichtlich Topografie, Schneidengeometrie und Anlageflächen entwickelt. Die Innen- und Außen-Wendeschneidplatten sind identisch, was die Logistik vereinfacht und die Gefahr von Verwechslungen ausschließt. Dennoch lässt sich, quasi im Feintuning, auf besondere applikationsspezifische Gegebenheiten reagieren, indem etwa unterschiedliche Schneidstoffe eingesetzt werden.

Vier voll nutzbare Schneidkanten aus Hochleistungs-Substraten und abgestimmten Beschichtungen gewährleisten maximale Standzeiten. Von der Allroundgeometrie über weichschneidende bis hin zur so genannten Spanbrechergeometrie stehen Wendeschneidplatten für unterschiedliche Materialien zur Verfügung.

Seine Spurstabilität bis zur Höchstgeschwindigkeit hat der KUB-Pentron bereits in unterschiedlichen Bearbeitungssituationen bis 5 × D bewiesen. Selbst in Extremfällen wie beim Bohren in Paketen, beim Taschenbohren oder beim Bohren auf Kanten bietet er vorschubunabhängige Richtungsstabilität und erreicht bis zu 20% höhere Schnitt- und Vorschubwerte im Vergleich zu bisher am Markt gängigen Wendeplattenbohrern.

Im Tech-Center in Besigheim wurden sogar Bohrungen auf 45°-Kanten durchgeführt, die das Werkzeug ebenso meistert wie sehr schräge Anbohrungen. Dank der außergewöhnlichen Stabilität spart der Anwender auch bei 5-×-D-Bohrungen die oft notwendige Vorbearbeitung und damit zusätzliche Werkzeuge, Wechsel- und Bearbeitungszeiten.

Keine Rückzugsriefen dank Schnittkraftausgleich

Der optimale Schnittkraftausgleich sorgt für Bohrungen ohne Rückzugsriefen. Wo andere Wendeplattenbohrer schon nach kurzer Zeit anlaufen, sprich mit dem Schaft an der Bohrungswand reiben, bleiben die neuen Werkzeuge dauerhaft stabil. Das trägt neben der Geradheit der Bohrung zur Qualität bei und gewährleistet die Prozesssicherheit.

Ebenfalls eine Herausforderung für Wendeplattenwerkzeuge mit großen Längen-Durchmesser-Verhältnissen ist der stehende Einsatz in Drehmaschinen. Dort fehlen die Fliehkräfte, die sonst das Entspanen begünstigen. In einem extra angelegten Feldtest wurde ein KUB-Pentron mit 5 × D über einen Winkelkopf in einem Drehautomat eingesetzt und so unter relativ instabilen Bedingungen getestet. Erschwerend kam hinzu, dass leicht außermittig gebohrt wurde. Bei kleinen und mittleren Serien ist dies eine durchaus gängige Praxis, um flexibel größere Bohrungen zu erzeugen, als vom Bohrerdurchmesser vorgegeben.

Weil die Aufgabe bisher nicht mit einem Wendeplattenbohrer, sondern nur mit einem Wechselkopfbohrer gelöst werden konnte, schien der KUB-Pentron zunächst mit ungleichen Startbedingungen ins Rennen zu gehen. Im Ergebnis konnte er jedoch Bohrtiefen über die gesamte Nutzlänge ohne Vorbearbeitung erreichen und das bei Standzeiten, mit denen er den Wechselkopfbohrer deutlich überholt hat. De facto war er mit der zweiten Schneide schon weiter. Das bedeutet, dass er in der Wirtschaftlichkeitsberechnung mit einem Satz Wendeschneidplatten gegen zwei Wechselköpfe klar in Führung liegt.

Marten Veenendaal ist Produktmanager bei der Komet Group GmbH in 74354 Besigheim.

Marten Veenendaal | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/spanende_fertigung/articles/152601/

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