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Weltgrößtes PKD-Sägeblatt mit 1300 mm Durchmesser trennt Aluminium-Profile

27.01.2009
Es war alles eine Nummer größer: Um die auf einer der größten Strangpressanlagen Europas gefertigten Aluminium-Profile anschließend zu sägen, wurde ein PKD-bestücktes Kreissägeblatt mit 1300 mm Durchmesser eingesetzt. Die Spannungen im Werkzeug bekam man mit Dehnungsschlitzen und Wärmebehandlung in den Griff.

In der Metallzerspanung verlangen Anwender nach genauen Werkzeugen mit langen Standzeiten. Das gilt auch für den Bereich Kreissägeblätter. Dort werden seit geraumer Zeit für hochfeste Werkstoffe PKD-bestückte Schneiden eingesetzt. Der AKE Knebel GmbH & Co. KG in Balingen ist es gelungen, das weltweit größte PKD-Sägeblatt mit einem Durchmesser von 1300 mm herzustellen.

Die Alcan Singen GmbH ist einer der führenden Hersteller von Aluminium-Profilen. Diese werden auf einer der größten Strangpressanlagen Europas bearbeitet. Nach der Umformung müssen die Profile auf die entsprechenden Längen gesägt werden.

Konventionelles Sägblatt nach drei Schnitten am Ende

Mit der Zerspanung von hochfestem Aluminium begannen allerdings die Probleme. Beim Sägen mit konventioneller Hartmetallbestückung war das Sägeblatt nach dem dritten Schnitt am Ende.

Die Herausforderung bestand nun darin, für die überdimensional große Kreissägemaschine, auf der Profile bis 400 mm gesägt werden, eine adäquate Lösung zu finden. Dabei musste berücksichtigt werden, dass auf der Maschine künftig sowohl Hartmetallsägeblätter mit einem Durchmesser von 1800 mm als auch Diamant-Sägeblätter eingesetzt werden sollten.

Die Lösung kam von AKE: ein Sägeblatt mit PKD-bestückten Schneiden und einem Durchmesser von 1300 mm. Polykristalliner Diamant (PKD) ist zwar sehr schlagempfindlich, jedoch ein Schneidstoff, der diese Aluminiumlegierung sehr gut trennen kann.

Die Schwierigkeit für den Hersteller bestand allerdings in der Fertigung dieses überdimensionalen Sägeblattdurchmessers. Im Zuge dieses Projektgeschäfts bei Alcan wurden zunächst eine Machbarkeitsstudie erstellt und die ersten Feldversuche auf kleineren Sägeanlagen gefahren. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die Anwendung funktioniert.

Erodiermaschinen hatten zu kleine Arbeitsfläche für Diamantwerkzeuge

Nun ist es aber so, dass Diamantwerkzeuge erosiv zu bearbeiten sind. Die am Markt verfügbaren Erodiermaschinen haben jedoch nur Arbeitsflächen bis maximal etwa 850 mm. Diese Aufgabenstellung konnte nur durch das entsprechende Know-how von AKE im Maschinenbau gelöst werden.

Die Herstellung des Sägeblatts mit 1300 mm Durchmesser hat den Sägeblatt-Spezialisten letztlich aber am wenigsten Bauchschmerzen bereitet. Es waren vielmehr die Kreissägemaschine mit den Schwingungen und die Schlagempfindlichkeit des PKD.

Keine Spannungen im rekordgroßen Sägeblatt

Außerdem musste man bei dieser Größe natürlich auch die Spannungen im Werkzeug mit Dehnungsschlitzen, Wärmebehandlung und weiteren Maßnahmen in den Griff bekommen. Die Verantwortlichen bei AKE Knebel haben diese spezifische Anforderung erfolgreich gemeistert.

Lothar Schneider ist verantwortlich für Anwendungstechnik Metall und Diamantwerkzeuge bei der AKE Knebel GmbH & Co. KG in 72336 Balingen.

Lothar Schneider | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/trenntechnik/articles/168433/

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