Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Wasserstrahl schneidet jetzt auch schräge Kanten

18.12.2008
Wasserstrahlschneiden gilt allgemein als Universaltrennverfahren für zahlreiche unterschiedliche Werkstoffe und für große Werkstückdicken. Fast alle Hersteller legen ihr Augenmerk insbesondere auf den jeweiligen Schneidkopf und auf den Wasserstrahldruck. Mit der Water Jet Sweden hat ein Hersteller jetzt auch die Schrägkantenbearbeitung entdeckt, die mit einem Fünf-Achs-Schneidkopf realisiert wird.

Water Jet Sweden nennt die neue Entwicklung seines Schneidkopfes Beveljet. Dieser soll, ähnlich wie ein menschliches Handgelenk, über eine bewegliche Achse verfügen, die eine ±46°-Schwenkbewegung in alle Richtungen und mit voller Werkzeuglängen-Kontrolle, dem so genannten TCP (Tool Center Point Control), ermöglicht.

Zusätzlich zu der Bearbeitung von geraden Kanten kann mit demselben Schneidkopf auch die Bearbeitung von Schrägkanten erledigt werden. Damit sind Schweißnahtvorbereitungen für alle Standard-Schweißnahtkonfigurationen wie Y, K, V und X möglich. Darüber hinaus können auf Grund der besonderen Flexibilität jetzt auch über den gesamten Umfang von 360° gesenkte Rundlöcher in Edelstahl bei großen Materialstärken präzisionsgeschnitten werden.

Beveljet wurde als integriertes System innerhalb der hochentwickelten Igems-R7-Programme mit den neuen Fünf-Achs-CNC-Maschinen von Water Jet Sweden (WJS) entwickelt und speziell für die Fünf-Achs-Blechbearbeitung mit den über CAM-Materialmodul gesteuerten TAC-Programmen (Taper Angle Control) konzipiert.

Beveljet kann demnach mit allen Anlagen von WJS eingesetzt und mit einer leistungsstarken Fünf-Achs-300i-NC-Steuerung von GE Fanuc genutzt werden. Grundlage für die hochpräzisen Genauigkeiten der Wasserstrahl-Profilmaschinen von WJS ist das patentierte Parallelachsen-Führungssystem, welches in Verbindung mit modernen Linearführungen und Präzisions-Kugelgewindespindeln einen wesentlichen Bestandteil der Anlagen darstellt. Im 2D-Schneidverfahren ist die Z-Achse mit einem individuellen Höhensensor ausgestattet.

3D-Interferenz-Check von Fanuc steuert Hochdruckstrahl-Bewegung

Zur Steuerung der Hochdruckstrahl-Bewegung wird bei den Ein- und Mehrkopfsystemen der 3D-Interferenz-Check der GE-Fanuc-Steuerung eingesetzt. Die Datenübertragung erfolgt dabei über ein Glasfaserkabel, wobei die wichtigsten Betriebsinformationen unter Einsatz von Windows XP und eines externen PCs übersichtlich am Bildschirm angezeigt werden.

Eine weitere Entwicklung von WJS ist das Düsen-Kollisionsschutzsystem. Im Allgemeinen gilt ja die Schneidkopfdüse, die sowohl mit als auch ohne Abrasivmaterial den Hochdruckstrahl mit Überschallgeschwindigkeit auf das Werkstück projiziert, als das wichtigste und teuerste Teil in einem Wasserstrahlschneidsystem.

Düse kann bei Kollision stark beschädigt werden

Das Verhältnis von Länge und Durchmesser einer Düse, in Verbindung mit dem meist spröden und harten Material, kann im Falle einer Kollision zu schwerwiegenden Beschädigungen führen. Das ist dann der Fall, wenn beispielsweise lose Materialstücke nach dem Schnitt nicht richtig abfallen und sich möglicherweise verkeilen.

Um dem entgegenzuwirken, hat WJS ein patentiertes System zur Minimierung solcher Kollisionsrisiken entwickelt. Das Kollisionsschutzsystem bildet mit einem Durchmesser von 60 mm eine entsprechende Schutzzone um die Schneidkopfdüsen.

Die dünnen Düsenrohre sind meist aus einem hochwertigen Material hergestellt, um den hohen Belastungen durch Abrasion standzuhalten. Dies hat jedoch zur Folge, dass sie unter übermäßiger radialer, also seitlicher Belastung schnell brechen können. Die dann benötigten Ersatzteile sind teuer.

Kollisionsschutzsystem vermeidet Stillstandszeiten

Ein weiterer entscheidender Vorteil eines Kollisionsschutzsystems ist neben den gesparten Kosten für eine Ersatz-Düse vor allem die Vermeidung von Stillstandszeiten und die Sicherheit, eine Maschine auch unbemannt und zuverlässig laufen lassen zu können.

Das Kollisionsschutzsystem macht sich vor allem dort bemerkbar, wo Anwender mit großen Anlagen und mit langen Schneidzyklen über einen gewissen Zeitraum mannlos arbeiten. Wie von WJS zu hören ist, muss nach einem automatischen Eingriff des Kollisionsschutzsystems lediglich das behindernde Objekt entfernt und das Programm ab der Stelle, an der es angehalten wurde, fortgesetzt werden. Der automatische Eingriff verhindert Beschädigungen an Maschine und Werkstück.

Dietmar Kuhn | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/trenntechnik/articles/163148/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht IPH entwickelt Prüfstand für angetriebene Tragrollen
29.11.2016 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht LZH optimiert laserbasierte CFK-Nachbearbeitung für die Luftfahrtindustrie
24.11.2016 | Laser Zentrum Hannover e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie