Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wässrige Feinstreinigung erfordert spezielle Anlagenkonzepte

04.09.2009
Extreme Anforderungen an die Bauteilsauberkeit werden in der wässrigen Teilereinigung mit maßgeschneiderten Anlagenkonzepten erfüllt. Basis dafür sind Standardbaureihen, die Möglichkeiten zur anwendungsspezifischen Umrüstung bieten. Das zeigen Anwendungen bei der Herstellung von Ventilen für Vakuumprozesse.

In Branchen wie der Halbleiter- und Solartechnik ist die Sauberkeit verbauter Komponenten so wichtig wie nie zuvor. Die Hersteller von Reinigungsanlagen sehen sich daher vor eine immer größere Herausforderung gestellt, um die steigenden Ansprüche an das Ergebnis, die Sicherheit, Qualität und den Umweltschutz zu meistern. Das kann nur mit maßgeschneiderten Konzepten geschehen.

Ventilhersteller hat hohe Anforderungen an Teilereinigung

So kommt beim Schweizer Ventilhersteller VAT, Haag, die Reinigungsanlage Power Jet 670 von LPW zur Anwendung. In der Ausführung Power Jet TTT-V ist sie mit drei vollwertigen Flutstufen ausgerüstet. Hochdruckflutwaschen sowie Ultraschall (40 kHz) unterstützen die Feinstreinigung. Eine Vollentsalzungsanlage mit Kreislaufführung ermöglicht, die elektrische Leitfähigkeit des Bads für den dritten und letzten Spülvorgang auf unter 5 µS/cm zu reduzieren.

Basis für diese Anlagenentscheidung war eine ausführliche Herstellerstudie von VAT. Schließlich werden in Haag Regel-, Transfer-, Eck- und Membranventile für Vakuumprozesse gefertigt. Der Schweizer Hersteller ist marktführend in diesem Segment, das sich vermehrt der Produktion in der Solar-, Nuklear- und Halbleitertechnik sowie in der Optik öffnet.

Ventile der Vakuumtechnik müssen extrem sauber sein

Ferner werden die Ventile in Instituten für Tests in Hoch-, Tief- und Tiefstvakuum verwendet. Gerade bei extremen Vakuumbedingungen müssen sie von besonderer Sauberkeit sein, um dort die Anforderungen bezüglich Restgasmenge zu erfüllen. Sind Teile durch Partikel oder Reste organischer Substanzen verschmutzt, werden angepeilte Unterdrücke im Vakuum nicht erreicht.

Die Prüfung des Reinigungsergebnisses erfolgt bei VAT über Restgasanalyse im Labor und in der Fertigung mittels Tintenschnelltest. Der Ventilhersteller setzt dabei aus Umwelt- und Sicherheitsgründen ausschließlich auf die Reinigung mit wässrigen Medien.

Weitere Teilereinigungsanlage beschafft

In diesem Jahr stand die Anschaffung einer weiteren Anlage auf dem Plan. Für Bauteilgrößen im Bereich 4000 mm × 800 mm × 800 mm ist eine komplett hochwertige Fertigungslinie erforderlich, die am Ende mindestens die gleiche Oberflächenqualität wie die der Anlagenversion TTT-V erzeugt. Oberste Aufgabe ist die Feinstreinigung großer Aluminium- und Edelstahlteile mit dem Ziel, eine definierte Oberflächenspannung von mindestens 45 mN/m zu erzeugen.

Eine große Herausforderung dabei ist, dass die Großkomponenten nicht nur von partikulären, sondern auch von löslichen Verunreinigungen befreit werden müssen, die in der späteren Anwendung unter Vakuumbedingungen verdampfen. Das ist wichtig, weil der Partialdruck der löslichen Verunreinigungen in der Anwendung das gewünschte Vakuum verhindert. An dieser hohen Anforderung, so VAT, scheiterten viele Anlagenhersteller.

Spritzanlage nur im ersten Schritt vorgesehen

Bei LPW wurde dazu in einem ersten Schritt eine Spritzanlage mit intensivem Spülprozess projektiert nach dem Motto: so gut wie nötig. Den Anstoß gab die relativ einfache Geometrie der Aluminium- und Edelstahlkomponenten.

Die Spritzanlage mit Spülung hätte den Verfahrensaufwand, die Investitionskosten und den Platzbedarf auf ein Minimum reduziert. Viele Testläufe im Technikum von LPW in Riederich sowie direkt in der Fertigungslinie von VAT ergaben jedoch ein nicht optimales Ergebnis: Nur die Anwendung eines Spritzverfahrens ist nicht sicher genug.

Modifiziertes Anlagenkonzept zum Reinigen von Bohrungen

Somit wurde anhand weiterer Versuche ein modifiziertes Anlagenkonzept erstellt. Es beinhaltet ein Tauchverfahren, das eine Reinigungsqualität erreicht, wie sie üblicherweise nur mit Ultraschallstützung möglich ist.

So ergaben Tests, dass mit diesem Anlagenkonzept auch kleinste Sack- und Gewindebohrungen ordentlich gereinigt werden, obwohl man zusätzlich sogenannte Helicoils in die Löcher gedreht hatte. Nach mehrmonatiger Prüfphase entschied sich VAT schließlich wieder für die Anschaffung dieser Sonderanlage, die LPW auf Basis der Standardreihe Power Jet konzipierte.

Thomas Daiber ist Vertriebsleiter bei der LPW Reinigungssysteme GmbH in 72585 Riederich.

Thomas Daiber | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/oberflaechentechnik/articles/228348/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht IPH entwickelt Prüfstand für angetriebene Tragrollen
29.11.2016 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht LZH optimiert laserbasierte CFK-Nachbearbeitung für die Luftfahrtindustrie
24.11.2016 | Laser Zentrum Hannover e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie