Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verrunden von Werkzeugschneidkanten per Knopfdruck

12.08.2008
Zur prozesssicheren Verrundung der Schneidkanten von Bohrwerkzeugen hat die Otec Präzisionsfinish GmbH, Straubenhardt, ein Verfahren entwickelt: das so genannte Schleppfinishing. Es ermöglicht eine automatische gleichmäßige und effektive Bearbeitung komplexer Schneidgeometrien. Die Bearbeitungsparameter werden per Knopfdruck abgerufen.

Bei der Herstellung von Achsen, Achsgetriebe und Gelenkwellen für Nutzfahrzeuge und Trailer werden Gusswerkstoffe und Vergütungsstähle rund um die Uhr zerspant. Dabei kommen vielfach Bohrwerkzeuge und Stabmesser aus Hartmetall zum Einsatz, die in der meist firmeneigenen Werkzeugschleiferei nachgeschliffen werden. Die Anforderungen an die Werkzeuge hinsichtlich Standzeit, Masshaltigkeit und erzielbare Oberflächengüte stehen dabei im Vordergrund.

Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz

Um diese Anforderungen zu erreichen, wurde ein Verfahren zur prozesssicheren, automatischen Verrundung der Schneidkanten an den Bohrwerkzeugen entwickelt. Gestützt auf eine Diplomarbeit zu diesem Thema, wurde das Schleppfinishing eingeführt. Die OTEC Präzisionsfinish GmbH ermittelte gemeinsam mit dem Werk Kassel von Mercedes-Benz die erforderlichen Grundparameter, die im Rahmen der Diplomarbeit weiter optimiert wurden.

Die Zerspanwerkzeuge werden in der Regel mittels spezieller Spannbuchsen, die in Adaptern eingesetzt werden, in den angetriebenen Werkzeughaltern gespannt. Je nach Anlagengröße können drei bis zehn dieser Halter in eine Schleppfinishanlage eingehängt werden. In Abhängigkeit vom Nenndurchmesser lassen sich vier oder sechs Werkzeuge je Halter platzieren. Die Drehung der Rotorplatte wird über ein Planetengetriebe auf den angetriebenen Halter übertragen. Im angetriebenen Halter wird die Drehbewegung wiederum mittels eines integrierten Planetengetriebes auf das Werkstück eingeleitet.

Verrundung bei Drehzahlen bis 600 m–1

Die Werkzeuge erreichen daher Drehzahlen der Werkzeuge bis 600 min–1. Dadurch werden sie im Arbeitsbehälter hohen Anpressdrücken ausgesetzt. Das Ergebnis ist eine automatische, gleichmäßige und effektive Bearbeitung komplexer Schneidgeometrien.

Die gespannten Werkzeuge werden durch ein spezieles Granulat im Arbeitsbehälter gezogen. Dieses Schleifmedium wird entsprechend den Anforderungen hinsichtlich der Kantenverrundung und der Oberflächengüte ausgewählt.

Für den Bearbeitungsprozess stehen verschiedene Parameter zur Verfügung. Das eingesetzte Bearbeitungsmedium (Granulat), die Drehrichtung, die Drehzahl, die Bearbeitungszeit, die Eintauchtiefe, die Größe und die Geometrie des zu bearbeitenden Werkzeugschneidkanten sind im Wesentlichen verantwortlich für das Erreichen des gewünschten Bearbeitungsziels. Nach Ablauf der Bearbeitungszeit wird die Glättung der Flächen und die Rundung der Schneidkanten sichtbar.

Reproduzierbare Ergebnisse im Mikrometerbereich

Immer noch wird die Schneidkantenpräparation überwiegend mit Hilfe von Bürstvorrichtungen manuell vom Werkzeugschleifer durchgeführt. Schwankungen der präzisen Mikrogeometrie und damit auch in der Standzeit sind die Folge.

Nach rund einem Jahr Betrieb der Schleppfinishanlage Otec DF 140/10 im Mercedes-Benz-Werk Kassel resümiert Dipl. Ing. Stefan Reisner, zuständig Werkzeugmanagement in diesem Werk: „Durch den Schleppfinishprozess ist es uns gelungen, die Mikrogeometrie an der Werkzeugschneide prozesssicher zu definieren und mit hoher Wiederholgenauigkeit herstellen zu können.“

Bei dieser Schleppfinishanlage können alle relevanten Bearbeitungsarameter per Knopfdruck abgerufen werden. Als positive „Nebeneffekte“ gelten die Glättung der Spanflächen zur Reibungsreduzierung sowie die Vorbereitung der Oberflächen vor der Beschichtung.

Dipl.-Betriebswirtin Stefanie Schmid ist zuständig für den Vertrieb und das Marketing bei der Otec Präzisionsfinish GmbH in Straubenhardt-Feldrennach.

Stefanie Schmid | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/oberflaechentechnik/articles/140142/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Ifremer entwickelt autonomes Unterwasserfahrzeug zur Untersuchung der Tiefsee
24.02.2017 | Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

nachricht Baukasten-System für die Linienfertigung: Die VL-Baureihe von EMAG
21.02.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Künstlicher Intelligenz das Gehirn verstehen

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas über den Schaltplan des Gehirns bekannt.

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas...

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nebennierentumoren: Radioaktiv markierte Substanzen vermeiden unnötige Operationen

28.02.2017 | Veranstaltungen

350 Onlineforscher_innen treffen sich zur Fachkonferenz General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2017 | Veranstaltungen

23. VDMA-Arbeitsberatung „Engineering und Konstruktion“ am 2. März 2017 an der TH Wildau

28.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Automatisierungstreff 2017: Experten-Tipps zu EMV und Industrie 4.0-Engineering

28.02.2017 | Seminare Workshops

Das Partnerprogramm von Stellar Datenrettung

28.02.2017 | Unternehmensmeldung

Ein Filter für schweren Wasserstoff

28.02.2017 | Biowissenschaften Chemie