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Verbindungselemente übernehmen immer mehr Funktionen

06.11.2009
Multifunktionale Befestigungssysteme ersetzen heute oftmals einfache Schrauben. Statt nur die Bauteile zu fixieren, können die für den jeweiligen Anwendungsfall speziell entwickelten Baugruppen auch Fertigungstoleranzen oder Veränderungen in Folge thermischer Einflüsse ausgleichen.

In den vergangenen Jahren ist ein Trend zu zunehmender Komplexität von verbindungstechnischen Aufgaben erkennbar. Insbesondere im Fahrzeugbau haben sich die Anforderungen an die Verbindungselemente erhöht. Wo noch vor wenigen Jahren einfache Schrauben zur Fixierung von Bauteilen ausreichten, werden heute oft multifunktionale Befestigungssysteme eingesetzt.

Spezielle Verbindungs-Baugruppen für die jeweilige Anwendung

Die für den jeweiligen Anwendungsfall speziell entwickelten Baugruppen von Ejot gleichen dabei sowohl Fertigungstoleranzen als auch Veränderungen in Folge thermischer Einflüsse aus, übernehmen die Bauteilbefestigung und realisieren weitere Funktionen, beispielsweise die Dichtheit einer Verbindung. Im Ejosyst genannten Produktbereich werden so Synergien in der Verbindungstechnik mit den Produktionsverfahren Kaltmassivumformung, Kunststoffspritzgießen und Montagetechnik für die Entwicklung kundenspezifischer Lösungen genutzt.

Ein Kompetenzbereich der Produktlinie Ejosyst ist die Entwicklung individueller Verbindungselemente für Motoranbauteile aus Kunststoff wie Zylinderhauben, Ölwannen oder Saugrohre. Die Bezeichnung Tensiotec steht dabei für transportsicher montierte Schraube-Hülsen-Kombinationen, die wiederum unverlierbar in Kunststoffanbauteile eingesetzt werden. Dieses Produkt, auch unter dem Begriff Stützhülse im Markt bekannt, nimmt die Vorspannkraft der Verschraubung zuverlässig auf und lässt damit keine Schädigung des Kunststoffbauteils zu.

Verbindungselemente auch als bewegungswandelnde Systeme

Unter der Produktbezeichnung Torqtec versteht Ejot die bewegungswandelnden Systeme. Durch Kaltumformung werden spanlos sehr präzise Bewegungsgewinde produziert. In Kombination mit Mutternstücken aus Kunststoff entstehen Spindel-Mutter-Systeme mit nahezu spielfreien Gewindepaarungen. Diese Technik ermöglicht auch Schneckengetriebe, wie sie bei Pkw-Außenspiegel-Verstellsystemen zu finden sind.

Die Notwendigkeit, Anbauteile einstellbar zu befestigen, ist insbesondere im Fahrzeugbau sehr verbreitet. Bei geteilten Rückleuchten sind die Spaltmaße der Grund für die Entwicklung dieser justierbaren Befestigungslösungen.

Verbindungselemente nach Kundenvorgabe entwickelt

Je nach Vorgabe des Kunden, ob die Genauigkeit, der Einstellbereich, die Robustheit oder die Wirtschaftlichkeit der Baugruppe im Vordergrund steht, werden kundenspezifische Rückleuchten-Einstellvorrichtungen entwickelt. Beispiele für aktuelle Anwendungen finden sich bei den VW-Modellen Passat CC und EOS sowie dem Almera XL von Seat. Auch das sogenannte 3D-Einstellelement, ein flexibles Befestigungssystem für den derzeit größten auf dem Automobilmarkt befindlichen Thermoplast-Heckspoiler des BMW X5, entstand in Zusammenarbeit mit Ejot.

Bei Nutzfahrzeugen ist es notwendig, dass der Fahrer selbst die Leuchtmittel im Scheinwerfer wechseln kann. Daher wurde für einen Scheinwerfer von Hella eine multifunktionale Baugruppe entworfen, die aus einer kaltformtechnisch gefertigten Sonderschraube, Kunststoffteilen sowie weiteren funktionalen Teilen besteht. Das Befestigungssystem ermöglicht es dem Fahrer, den Scheinwerfer nach einem Lampenwechsel wieder sauber zu positionieren und zu fixieren.

Dipl.-Ing. (FH) Andreas Kind ist Produktmanager Ejosyst bei der Ejot GmbH & Co. KG in 99897 Tambach-Dietharz.

Andreas Kind | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/verbindungstechnik/articles/237541/

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