Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Trockensumpfschmierung liefert genug Öl auch unter extremen Bedingungen

20.08.2008
Das Konzept der Trockensumpfschmierung bietet speziell für extreme Einsatzbedingungen Vorteile gegenüber konventionellen Schmiersystemen. Generell wird bei dieser Art zu schmieren zwischen Absaug- und Druckpumpen unterschieden. Ein Unternehmen, das sich auf Trockensumpfschmierpumpen für Motore spezialisiert hat, ist die Pumpenfabrik Ernst Scherzinger.

Bei der Trockensumpfschmierung wird das Schmieröl in einem Öltank mitgeführt und durch eine Druckpumpe an die Schmierstellen befördert. Das von den Schmierstellen abtropfende, teilweise aufgeschäumte Schmieröl wird, im Gegensatz zur Druckumlaufschmierung, mittels weiterer Absaugpumpen aus dem Ölsumpf und diversen Sammelstellen abgesaugt. Danach wird die Luft abgeschieden und das Öl zurück zum Öltank gefördert.

Geringe Einbauhöhe ist Vorteil von Trockensumpfschmierung

Ein genereller Vorteil von Trockensumpf-Schmierpumpen ist die Verringerung der Einbauhöhe. So kann der Motor bei Fahrzeugen aufgrund der niedrigeren Bauweise der Ölwanne tiefer eingebaut werden. Dadurch sinkt der Schwerpunkt des Fahrzeugs und die Fahrstabilität erhöht sich. Außerdem wird der Motor besser gekühlt, weil sich größere Ölmengen im Umlauf befinden.

Grundlegend muss zwischen Absaugpumpen und Druckpumpen unterschieden werden, obwohl sich auf den ersten Blick nur geringe Unterschiede erkennen lassen. Häufig wird aus Kostengründen versucht, beide Pumpenkonzepte in einer einzigen, dann aber mehrstufigen Pumpe zu realisieren.

Absaugpumpen sind generell als außenverzahnte Zahnradpumpen aufgebaut. Sie fördern immer ein Öl-Gasgemisch (Ölschaum) und liefern damit eine deutlich höhere Fördermenge im Vergleich zu dem tatsächlich zu fördernden Ölstrom.

Abhängig vom Betrieb kann sogar die Situation eintreten, dass die Absaugpumpe mehrere Minuten gar nicht mit Schmieröl versorgt wird. Dies stellt erhebliche Anforderungen an die Auslegung des Lagersystems. Der Einsatz von leichten und hochverschleißfesten Aluminiumwerkstoffen ermöglicht dabei eine Senkung des Massenträgheitsmoments der Pumpe bis zu 60%.

Keine zusätzliche Pumpe für Motorentlüftung

Eine normalerweise zusätzlich benötigte Motorentlüftungspumpe wird überflüssig, weil Pumpengehäuse und Zahnräder gleiche Wärmeausdehnungskoeffizienten besitzen. Somit tritt keine Veränderung der Spaltmaße bei unterschiedlichen Öltemperaturen auf, eine gleichbleibende Absaugleistung über den kompletten Temperaturbereich ist gewährleistet.

Absaugpumpen für Turbolader müssen besonders hohe Belastungen aushalten, weil die Pumpen Abgastemperaturen von über 300 °C standhalten müssen und dabei zeitweise trockenlaufen können.

Druckpumpe muss immer vollständig mit Öl versorgt werden

Die Druckpumpe muss, im Gegensatz zu den Absaugpumpen, immer vollständig mit Öl versorgt werden. Sie fördert das von Gas getrennte Öl aus dem Hauptöltank, durch den Ölfilter und Ölkühler hindurch zur Hauptölgalerie und dann weiter zu den einzelnen Lagerstellen.

Die Druckpumpe ist normalerweise zur Druckabsicherung mit einem Sicherheits-Druckbegrenzungsventil ausgestattet. Druckregelventile mit Rückkopplung des Galeriedrucks sind zwischenzeitlich Stand der Technik.

Bei neuen Fahrzeugentwicklungen werden zur Verbrauchs- und damit CO2-Reduzierung zwischenzeitlich vermehrt volumenstromgeregelte Druckpumpen eingesetzt. Eine drehzahlabhängige Galeriedruckregelung bietet weitere CO2-Reduzierungspotenziale.

Frank Fladerer | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/betriebstechnik/pumpenarmaturenrohrleitungen/articles/140999/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Das Auto lernt vorauszudenken
28.06.2017 | Technische Universität Wien

nachricht Stresstest über den Wolken
21.06.2017 | Hochschule Osnabrück

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten