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Trinkwasser für Menschen weitab von Infrastruktur

11.11.2011
Robuste Filtergeräte von Siemens erzeugen Trinkwasser in Slums oder an Orten ohne Infrastruktur. Der Skyhydrant nutzt modernste Filtermembranen, braucht weder Strom noch Chemikalien und ist einfach zu bedienen.

Das etwa eineinhalb Meter hohe und zwölf Kilo schwere Gerät kostet 3.500 US-Dollar und reinigt jeden Tag 10.000 Liter Wasser. Wie die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Pictures of the Future berichtet, gibt es inzwischen ein vollautomatisches Nachfolgegerät.


Der 7.000 US-Dollar teure AquaVendor basiert ebenfalls auf Membranfiltern, kann jedoch 25.000 Liter Wasser pro Tag aufbereiten. Er braucht Strom für seine Steuerungseinheit und den Lüfter, der zur Reinigung alle 20 bis 30 Minuten Luft in den Membranfilter presst. Die mobile Anlage ist für Wohngebäude, Hotels oder kleine Industriebetriebe in strukturschwachen Gebieten gedacht.

Weltweit haben rund 900 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Laut Weltgesundheitsorganisation sterben pro Jahr etwa 1,8 Millionen von ihnen an Durchfall. Ohne Zugang zu Trinkwasser sind die Menschen oft krank, brauchen teure Medikamente und verpassen unzählige Arbeits- oder Schultage.

Ingenieure von Siemens Water Technologies in Australien haben mit dem Skyhydranten eine Lösung entwickelt, mit der Laien praktisch überall verschmutztes Wasser reinigen können. Er basiert auf denselben High-Tech-Membranfiltern, die Siemens in Anlagen für Wasserwerke oder für die Industrie einsetzt. Herzstück des Filters ist ein senkrecht hängender Zylinder, der rund 10.000, etwa einen Meter lange, millimeterdünne Röhrchen mit Membranwänden enthält. Die Löcher der Membranen sind ein zehntausendstel Millimeter klein und lassen weder Schwebstoffe noch Bakterien durch.

Auch Viren werden ausgefiltert, weil sie immer an anderen, größeren Organismen hängen. Während die schmutzige Flüssigkeit entlang der Außenseiten der Röhrchen nach unten läuft, wird das saubere Wasser durch die Membran in die Röhrchen gedrückt und abgeleitet. Einmal im Monat wird der Skyhydrant zur Reinigung mit klarem Wasser rückgespült.

In einem Slum im indonesischen Jakarta beliefert ein Skyhydrant 180 Familien seit vier Jahren zuverlässig mit sauberem Wasser. Die Siemens Stiftung baute in einem Dorf in Kenia mit Skyhydranten sogenannte Safe-Water-Kioske auf. Die Kioskbetreiber reinigen das schmutzige Flusswasser und verkaufen Trinkwasser an die Dorfbewohner. (IN 2011.11.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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