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Bisher wurden Tiefbohrungen, wenn man wirtschaftlich fertigen wollte, durch Tiefbohrmaschinen eingebracht oder alternativ die Möglichkeit in Erwägung gezogen, Tiefbohrungen auf Fräszentren, Bohrwerken und sonstigen spanabhebenden Maschinen auf relativ umständliche Art und Weise durch mehrmaliges Entleeren der Spanräume einzubringen. Dabei besteht die Gefahr, die lang auskragenden Werkzeuge abzubrechen und somit größere Schäden zu verursachen, was manchem Maschinenbediener den Angstschweiß auf die Stirn treibt.
Neue Tiefbohreinheit soll Werkzeugbruch verhindern
Eine Entwicklung der Auerbach Maschinenfabrik GmbH soll damit nun Schluss machen. Das Unternehmen, das sich seit über 60 Jahren mit dem Bau von Fräsmaschinen beschäftigt und seit 15 Jahren mit der Tiefbohrtechnologie, hat eine an die Maschinenspindel adaptierbaren Tiefbohreinheit namens Tiefbohrfix entwickelt, die eine wirtschaftliche Alternative zur Tiefbohrmaschine darstellen soll und die Lücke im Produktportfolio für Tiefbohrungen bis 850 mm Tiefe abrundet.
Die Tiefbohreinheit, die Tiefbohrungen von 1 bis 15 mm im Längenverhältnis bis zu 120 × D realisiert, verfügt über die Möglichkeit, Einlippenbohrer sowie längere Spiralbohrer in jeder Winkellage durch NC-Lünetten unterstützt einzubringen. Diese Unterstützung sorgt dafür, dass das beim Bohren unter Schnittdruck stehende Werkzeug nicht abknickt. Der Nutzen sind die höhere Vorschubgeschwindigkeit und Drehzahl.
Prozessüberwachung setzt auf erprobte Tiefbohrtechnikfunktionen
Für die Prozessüberwachung greifen die Auerbacher auf in der Tiefbohrtechnik erprobte Funktionen zurück. Schnittkraft, Durchfluss und Kühlmitteldrucküberwachung, welche tiefbohrspezifische Überwachungsfunktionen sind, können an der Maschinensteuerung angepasst werden. Für die von Auerbach eigens hergestellten HSC-Bettfräsmaschinen werden künftig verschiedene Optionen angeboten, die das Tiefbohren mit dem adaptierbaren Zusatzgerät unterstützen.
Die mögliche Integration einer HPM-Breeze-Minimalmengenschmieranlage wird ebenso Bestandteil der Möglichkeiten sein wie die Option, Kühlmittelanlagen mit tiefbohrgerechten Kühlmitteldruck- und Durchflusseigenschaften auszustatten. Ebenfalls Teil des Auerbach-Systems ist eine auf das Tiefbohren abgestimmte SPL-Frässpindel.
Spindel mit erweiterter Sensorik erhältlich
Optional ist diese Spindel mit erweiterter Sensorik bis hin zum Monitoringsystem erhältlich. Es können neben Temperaturen, Schwingungen und gSE-Werten der Lager auch Überlastungen angezeigt und registriert werden. Durch das Erfassen von Schwingungen können ungünstige Schwingwerte vermieden werden. Auch kann eine Empfehlung für eine neue Lagerung der Spindel angezeigt werden, bevor es einen überraschenden Spindelausfall gibt.
Schon von Anfang an war es das Ziel die Tiefbohreinheit an jegliche zerspanende Werkzeugmaschinen adaptieren zu können und somit auch anderen Maschinenherstellern die Nutzung zu ermöglichen. Die Auerbacher haben diesbezüglich Vorbereitungen getroffen. Auf der Metav 2009 in Düsseldorf wird die Tiefbohreinheit Tiefbohrfix, die manuell über ein hydraulisches Nullpunktsystem an das Spindelgehäuse angedockt ist, vorgestellt.
Andreas Soiné ist Leiter Verkauf und Service der Auerbach Maschinenfabrik GmbH in 08236 Ellefeld.
Andreas Soiné | Quelle: MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen: www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/zerspanungstechnik/articles/247683/
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