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Thermisches Engraten jetzt auch für Kunststoff-Großserienteile rentabel

30.04.2009
ATL, Luhden, hat das thermischen Entgraten von Großchargen attraktiver gemacht. Mit dem Bau der Großanlage Itemplastics wurde die Wirtschaftlichkeit des thermischen Entgratens in der Großserienfertigung von Kunststoffteilen erhöht.

Möglich wurde das aufgrund der 420 mm × 420 mm × 800 mm großen Arbeitskammer. Dadurch können große Stückzahlen gleichzeitig entgratet werden. „Dies bewirkt eine hohe Effizienz des Verfahrens und macht das thermische Entgraten nun auch für Massenteile attraktiv, für die das thermische Entgraten bislang als zu teuer galt“, erläutert Jörn Struckmann, Geschäftsführer der Anlagen Technik Luhden GmbH (ATL).

Thermisches Engraten bei schwer zugänglichen Stellen etabliert

Bei der Fertigung thermoplastischer Kunststoffteile kommt es immer wieder zur Gratbildung. 0ft genug befindet sich dabei der Grat an schwer zugänglichen Stellen. Das führt meist zu nicht optimalen Ergebnissen bei Anwendung mechanischer Entgratverfahren.

Für solche Aufgaben hat sich das thermische Entgraten (TEM) als Standardverfahren etabliert: Durch Zünden eines Gasgemischs wird der Grat „abgebrannt“ – sprich beseitigt. Die guten Ergebnisse resultieren laut Struckmann auf der in der Anlage umgesetzten Niederdruck-TEM-Technik: Bei einem Reaktionsdruck von 20 bis 40 bar werden die Spritzgießteile thermische entgratet.

Bestandteil der Anlage zum thermischen Entgraten ist eine Vakuumpumpe, die vor dem Zünden des Gases die Umgebungsluft aus der Kammer saugt und somit für homogene Prozessbedingungen in der Entgratkammer sorgt. „Damit lassen sich für alle thermoplastischen Kunststoffe sehr gute Entgratresultate erzielen“, unterstreicht Struckmann.

Neues Anlagendesign zum thermischen Entgraten erleichtert Wartungsarbeiten

Besonders großen Wert wurde bei ATL bei der Konzeption der Anlage zum thermischen Entgraten auf die Wartungsfreundlichkeit gelegt. Daher unterscheidet sich die Anlage im Vergleich zu herkömmlichen Konzeptionen auch äußerlich „Aufgrund des neuen Design konnten wir eine bessere Zugänglichkeit erreichen“ erläutert Struckmann. Das bedeute eine bessere und vor allem schnellere Wartung und damit stark verkürzte Ausfallzeiten.

Laut dem ATL-Geschäftsführer soll die erste Großanlage zum thermischen Entgraten noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Außerdem ist geplant, eine weitere Entgratanlage selbst in Betrieb zu nehmen. Der Anlagenhersteller steigt nun selbst in die Lohnentgratung von Kunststoffteilen ein.

Josef-Martin Kraus | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/kunststoffundgummiverarbeitung/articles/186037/

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