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Testanlage zur Abscheidung von CO2 in Betrieb

22.09.2009
Eine Pilotanlage zur Abscheidung von Kohlendioxid (CO2) haben Siemens und E.ON jetzt in Betrieb genommen.

Die Anlage am Kohlekraftwerk Staudinger bei Hanau soll die Laborergebnisse bestätigen und bis Ende 2010 zeigen, dass die großtechnische Abtrennung aus einem bestehenden Kraftwerk möglich ist. Sie soll damit die Basis für größere Demonstrationsanlagen bilden. Der Vorteil des speziellen CO2-Waschprozesses von Siemens ist, dass er sich auch für die Nachrüstung eignet. Er verbraucht vergleichsweise wenig Energie und belastet die Umwelt nicht.


Neben Block 5 des Kraftwerks Staudinger wurde ein rund 35 Meter großer Absorber errichtet, durch den ein Teilstrom des Rauchgases geleitet wird. In dem Zylinder befinden sich Siebe aus Metall und eine Waschlösung, durch die das Gas nach oben blubbert. Die Waschlösung enthält Aminosäuresalze, die in der Lage sind, CO2 zu binden und zu rund 90 Prozent aus dem Rauchgas zu entfernen. In einem etwa 20 Meter hohen Desorber wird dann das Gas wieder durch Erwärmen aus dem Salz herausgelöst. Das Salz lässt sich fast vollständig wiederverwenden und ist für die Umwelt völlig unbedenklich.

Nach allen Prognosen bleibt Kohle für die nächsten Jahrzehnte ein wichtiger Energieträger. Der Verbrauch wird besonders in Indien und China weiter steigen. Für effizienten Klimaschutz ist daher eine Technik von Bedeutung, die die CO2-Emissionen von Kohlekraftwerken deutlich senken kann. Das beim Post-Combustion-Capture-Verfahren abgeschiedene Gas kann verdichtet, für chemische Prozesse weiterverwendet oder zu Lagerstätten transportiert werden. An der unterirdischen Speicherung von CO2 wird derzeit auch geforscht.

Da die CO2-Abscheidung Energie verbraucht, reduziert sie den Wirkungsgrad eines Kraftwerks. Besonders die Erwärmung des Waschmittels ist energieaufwändig. Die Experten von Siemens Energy haben es durch langjährige Optimierung im Labor geschafft, das Waschverfahren zu verbessern, so dass es nur 9,2 Prozentpunkte Wirkungsgrad kostet. Die Technologie ist Bestandteil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen 2008 einen Umsatz von 19 Milliarden Euro erzielte. (IN 2009.09.6)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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