Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Technische Bürsten sichern die Schnittkantenqualität bei steigenden Ansprüchen

25.08.2009
Bei steigenden Qualitätsansprüchen an gratfreie Schnittkanten profitieren Metallbearbeiter von technischen Bürsten. Der Trend geht dabei zu einer immer spezifischeren Auslegung der Entgratbürsten. Der Bürstenhersteller Kullen hat darauf reagiert, um auch Anforderungen wie das Entgraten unregelmäßiger Kanten sowie eine definierte Kantenverrundung zu erfüllen.

Die Qualitätsansprüche an spanabhebend und spanlos bearbeitete Werkstücke steigen. Anwender profitieren durch das mechanische Bürstenentgraten Die Gründe dafür liegen zum einen in der Umweltverträglichkeit und den niedrigen Stückkosten des Verfahrens. Zum anderen ermöglicht ein immer umfangreicheres Bürstensortiment, auf spezifische Forderungen einzugehen. Das Ergebnis ist ein immer breiteres Spektrum an Anwendern.

Anderlon-Bürsten für unterschiedliche Entgrataufgaben geeignet

Die grundsätzlichen Unterschiede bei technischen Bürsten zum Entgraten von Schnittkanten liegen in der Bestückung. Man unterscheidet zwischen Anderlon- und Drahtborsten-Bestückung. Anderlon-Schleifborsten sind homogen mit Schleifkorn durchsetzte Polyamidfasern. Für die gängigsten Schleifkörner kommt Siliziumcarbid, Aluminiumoxid oder Diamant von Korn 46 bis Korn 1000 je nach gewünschtem Ergebnis zur Anwendung. Abhängig von Zweck und Körnung variiert der Borstendurchmesser des Besatzes von 0,3 bis 1,5 mm. Ferner ist zu entscheiden, ob die Entgratbürsten mit Rund- oder Flachborsten bestückt werden sollen.

Aufgrund dieser Vielzahl an Variationen eignen sich Anderlon-Bürsten für unterschiedliche Entgrataufgaben. So können damit feinster Hon- und Schleifgrat, aber auch Dreh-, Fräs- und Sägegrat mit Fußstärken bis etwa 0,2 mm abgeschliffen werden. In der richtigen Kombination von Parametern wie Borstendurchmesser, Borstenlänge, Korngröße, Drehzahl, Eintauchtiefe und Bürstentyp liegt daher für Kullen die Aufgabe, aus flexiblen Bürsten ein einzigartiges Werkzeug zu machen, das auch unregelmäßige Gratkanten erreicht und eine sekundärgratfreie Verrundung erzeugt. Geeignete Werkstoffe zum Entgraten sind NE-Metalle, Aluminiumlegierungen und Stähle.

Kullen hält breites Sortiment von Drahtbürsten abrufbereit

Für Bürsten mit Anderlon-Schleifborsten hat sich bei Anwendung im Trockenbetrieb eine Umfangsgeschwindigkeit von 18 bis 20 m/s bewährt. Ein deutlich schnelleres und somit wirtschaftlicheres Entgraten ist bei Nassbearbeitung möglich. Der Grund dafür liegt in der konstanten Wärmeabfuhr. Dadurch lässt sich die Schnittgeschwindigkeit auf 25 bis 30 m/s steigern und die Bearbeitungszeit um bis zu 40% reduzieren.

Das gängigste Werkzeug zum Entgraten von Schnittkanten an Metallrohren sind Drahtbürsten. Damit ist eine gleichzeitige Innen- und Außenbearbeitung der Schnittkanten möglich. Das Bürstensortiment ist dabei sehr umfangreich. Dennoch handelt es sich bei Kullen zu einem Großteil um Lagerware mit unterschiedlichen Drahtdurchmessern. Die gängigsten Drahtdurchmesser sind 0,20, 0,30, 0,35 und 0,50 mm.

Hohe Qualität erlaubt Schnittgeschwindigkeiten bis zu 40 m/s

Als geeignetster Besatz haben sich naturharte und vergütetete Drähte sowie Edelstahldrähte mit einer Zugfestigkeit von 1800 bis über 2600 N/mm² etabliert. Alle Drahtqualitäten werden vom Reutlinger Bürstenhersteller so ausgewählt, dass die Bürsten mit einer Schnittgeschwindigkeit bis zu 40 m/s entgraten können.

Weil beim Entgraten die kinetische Energie der Bürsten, die Zugfestigkeit der Drähte, aber auch in hohem Maße das Drahtgefüge eine große Rolle spielen, setzt Kullen auf ASD-Qualität bei den Premiumausführungen. Das Härten und Anlassen erzeugt bei diesen Drähten ein sehr hartes, feines und gleichmäßiges Gefüge. Dadurch kann der Grat mit den sich selbst nachschärfenden Drahtspitzen vom Rohrende abgetrennt werden.

Zwei-Spindel-Entgrater EM2-H zur stirnseitigen Bearbeitung größerer Profile

Zur Anwendung kommen die Bürsten in Automaten und Hand-Entgratmaschinen, zum Beispiel dem Handentgrater EM1-H der Kullen-Tochter HK-Entgrattechnik, der besonders zum Entgraten von Rund- und Vierkantrohren sowie von Profilen aus Stahl, Edelstahl, Buntmetall und Kunststoff geeignet ist. Zur stirnseitigen Bearbeitung größerer Profile wurde von der Reutlinger Tochtergesellschaft der Zwei-Spindel-Entgrater EM2-H konzipiert. Geeignete Entgratwerkzeuge dafür sind Tellerbürsten mit 250 mm Außendurchmesser. Technische Bürsten und Maschinen werden auf der diesjährigen Fachmesse Schweißen & Schneiden in Essen am Stand von Kullen präsentiert.

Hermann Fuchs ist Leiter der Entwicklung bei der Kullen GmbH & Co. KG in 72766 Reutlingen.

Hermann Fuchs | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/oberflaechentechnik/articles/226982/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flexiblere Turbomaschinen entwickeln
23.05.2017 | FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH

nachricht WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen
23.05.2017 | Westsächsische Hochschule Zwickau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften