Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Technische Bürsten schonen Oberflächen bei Bearbeitung, Transport und Montage

06.10.2008
In der Blechbearbeitungsindustrie werden die Ansprüche an Oberflächen immer höher. Die herkömmlichen Stahl-Transportkugeln und -rollen führen oftmals zu Kratzern an empfindlichen Blechen und erhöhen somit die Ausschussquoten. Technische Bürsten sind hier eine Alternative, die die Oberflächen schont.

Seit einigen Jahren gehen die Hersteller von Blechbearbeitungsmaschinen dazu über, immer häufiger Bürstensysteme als oberflächenschonendes Transportmittel, aber auch als Montagetischauflage in ihren Arbeitsprozessen zu integrieren. Die Vorteile dieser Bürsten liegen für Hersteller Mink klar auf der Hand: Die Bleche werden durch die Faserenden getragen. Das sind tausende einzelner und flexibler Punkte.

Kratzer werden so vermieden, Anbauteile versinken und Verschmutzungen fallen zwischen die Faserbündel. Die Bürstenstruktur verhindert eine Schmutzablagerung auf der Gleitfläche der Teile und somit eine Übertragung der Schmutzteilchen auf nachfolgende Blechtafeln.

Reibwert und Kraftaufwand werden minimiert

Der Reibwert gegenüber einer vollflächigen Auflage der Teile ist außerdem durch die punktförmige Auflage auf den Faserspitzen deutlich geringer. Auch der notwendige Kraftaufwand für das Bewegen der Blechplatten minimiert sich. Hinzu kommt ein interessanter Nebeneffekt: die starke Geräuschreduzierung gegenüber Stahlrollen. Die auf die Anwendung abgestimmte Auswahl und Anordnung der Fasern bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten.

In Blechbearbeitungsmaschinen, wie beispielsweise Stanzmaschinen, sind Maschinentische oft mit flexiblen, die Oberflächen schonenden Plattenbürsten versehen. Während des Bearbeitungsprozesses auf der Maschine wird alles getan, um Beschädigungen an Werkstücken zu vermeiden und empfindliche Oberflächen zu schützen. Bei weiteren Arbeitsschritten, zum Beispiel in Montagelinien, wird dieser Schutz dann häufig vernachlässigt. Es kommt zu Kratzern, Dellen oder anderen Beschädigungen und die Ausschussquoten steigen.

Bürsten bieten Anpassung an die Oberflächen der Teile

Teilweise werden Montagetische deshalb mit Teppichen beklebt, mit Styropor verkleidet oder mit Gummiauflagen versehen. Dies sind Lösungen, die Probleme mit sich bringen: Im Teppich können sich Späne und Kleinteile festsetzen, welche dann die oftmals empfindlichen Oberflächen zerkratzen. Styropor erzeugt Reibungswärme, wodurch Mattierungen an Lacken oder Beschichtungen verursacht werden. Gummiauflagen haben große Reibwerte, sodass das Handling und der Weitertransport auf den Montagetischen durch den erhöhten Widerstand erschwert werden.

Das Mink-Care-System ist hier eine Alternative. Die unzähligen flexiblen Fasern tragen die empfindlichen Werkstücke zuverlässig. Die standardisierten Bürstenplatten lassen sich beliebig aneinander reihen. Der Bürstenkörper ist flexibel und ermöglicht so eine optimale Anpassung an gewölbte oder gebogene Oberflächen. Die Möglichkeit des partiellen Austausches bietet in puncto Montage und Demontage erhebliche Zeit- und Kostenreduzierung.

Das Fasermaterial Polyamid, in vier Faserhöhen mit je zwei unterschiedlichen Faserdurchmessern, ermöglicht die Anpassung an eine Vielzahl unterschiedlicher Ansprüche: kurze und relativ harte Beborstung für schwere Werkstücke, weiche Fasern für sehr empfindliche Oberflächen oder hohe Beborstung für Güter, die bereits mit Anbauteilen versehen sind.

Diese Anbauteile tauchen in das flexible Faserfeld ein und weitere Bauteile können problemlos montiert werden. Jede gängige Werkbank und jeder handelsübliche Arbeitstisch kann mit einer schonenden und flexiblen Faseroberfläche des Mink-Care-Systems versehen werden, auch nachträglich.

Offenporigkeit verhindert Schmutzablagerungen

Ein weiterer Vorteil der Bürsten ist die Offenporigkeit. Kleinteile, wie Schrauben und Nägel, oder Schmutz und Späne, die sich oft auf den Oberflächen von Werkbänken, Arbeits- und Montagetischen befinden, fallen einfach zwischen den Fasern hindurch. Die verschmutzten Zwischenräume der Faserbündel sind einfach durch Druckluft oder Wasser zu reinigen.

Nachdem technische Bürsten im Maschinenbau Einzug gefunden haben, wurde schnell der Ruf nach immer größeren Bürstenplatten laut. Auf Wunsch eines führenden Herstellers von Blechbearbeitungsmaschinen hat Mink die größte einteilige Bürstenplatte der Welt mit 18 500 verrundeten Bündeln hergestellt. Mussten Kunden in der Vergangenheit viel kleinere Platten montieren und hatten somit für einen entsprechend aufwändigen Unterbau zu sorgen, kann heute auf Bürstenplatten mit den Maximalmaßen 2400 mm × 1200 mm zurückgegriffen werden. Der Montageaufwand hat sich dadurch erheblich reduziert und die Konstruktion für den Unterbau der Maschine wird wirtschaftlicher.

Modulares Bürstengliederband sichert schonenden Transport

Überall in der blechbearbeitenden Industrie müssen kratzempfindliche Produkte auch schnell und schonend transportiert werden. Modulare Gliederbänder sind in vielen Bereichen ein bewährtes und zuverlässiges Transportsystem. Technische Bürsten übernehmen hier schon heute Transportaufgaben. Meist sind diese als Transport-Bürstenrollen, als Riemen oder Bürstenleisten ausgeführt.

Das MBS-System von Mink vereint die Vorteile eines schonenden Transportes mit technischen Bürsten und die Vorzüge der modularen Bauweise von Gliederbändern. Der Maschinenhersteller kann das System beispielsweise als Austragband an einer Stanzmaschine für Bleche nutzen. Hierbei werden Gutteile an eine Weiterverarbeitung übergeben, wobei die empfindlichen Blechteile durch die Auflage auf Tausenden weicher und flexibler Faserenden nicht zerkratzt werden.

In der gleichen Anlage werden Blechabfälle durch das Bürstengliederband ausgetragen. Hierbei verhindert die punktuelle Auflage auf den Fasern ein Verkleben der mit Öl verschmutzten Teile mit dem Band. Ein Problem, das bisher zu langen Maschinenstillstandszeiten führte, da sich verklebte Teile aufstauten und an Umlenkungen zu Maschinenstörungen führten.

Eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten spricht für die Flexibilität des Systems. So können beispielsweise in der Haushaltsgeräteherstellung fertig lackierte Blechteile problemlos gefördert werden. Bei Förderanlagen im Nassbereich kann der Schlupf reduziert werden. Die Faserenden halten punktgenau und ermöglichen einen zuverlässigen Transport.

Das Mink-MBS-System kann Achsabstände bis 15 m realisieren. Spezielle Unterstützungsprofile runden das System bei großen Förderstrecken ab. Die Bandbreite kann im 100-mm-Raster verändert werden. Verschiedene Beborstungsmöglichkeiten erschließen weitere Anwendungsgebiete. So können für hohe Betriebstemperaturen geeignete Kunststoffe oder Drahtbeborstungen gewählt werden.

Fasern agieren auch als Transportsicherung

Bei der Verwendung von Naturhaaren wird außerdem die statische Aufladung auf ein Minimum reduziert. Es können große Faserdurchmesser für schwere oder kleine Faserquerschnitte für empfindliche Produkte gewählt werden. Durch die System-Kettenräder wird eine spaltfreie und kleine Umlenkung von nur 76 mm Durchmesser (ohne Beborstung) erreicht. Für die Reinigung eines verschmutzten Gliederbandes genügt meist der Einsatz von Druckluft.

Hochsensible Bauteile, eine flexible Logistik und die Null-Fehler-Toleranz spielen eine große Rolle im Alltag vieler Unternehmen. Wenn beispielsweise Edelstahl- oder Möbelteile ihren Weg zum Einbau antreten, dann sind Samthandschuhe angebracht. Schon der kleinste Kratzer bedeutet Ausschuss.

Transportsicherungen aus Styropor, Schaumstoff oder Gummi haben hier häufig Nachteile. So sind die Fixierungen nur mäßig flexibel und eingelagerte Schmutzpartikel können die empfindlichen Oberflächen des Transportgutes beschädigen. Die Fasertechnologie mit ihrer hohen Flexibilität und großen Variabilität ist eine effiziente Alternative zu herkömmlichen Transportsicherungen.

Tausende von Monofilen gewährleisten eine optimale Anpassung an das Transportgut und lassen sich in ihrem Haltegrad durch Faserdichte, -länge und -durchmesser nahezu beliebig variieren. Ob als Leisten-, Platten- oder Rundbürste – die Fasern fixieren, dämpfen, stützen und schonen die Oberflächen, wie es keine andere Transportsicherung gewährleisten kann. Quasi ein schwebender Transport auf tausenden von Fasern.

Weniger Klappergeräusche in der Blechbearbeitung

Auch weltmarktführende Möbelhersteller setzen bereits auf die Mink-Transportlösungen. Empfindliche Oberflächen werden über weite Strecken in stählernen Ladungsträgern transportiert. In diesen Transportgestellen schonen robuste und dennoch flexible Fasern die Auflagepunkte der Möbelfronten und sorgen zudem für eine erhebliche Zeitersparnis beim Bestücken. Statt die Werkstücke in aufwändig gefräste Kunststoffprofile „einzufädeln“, gewährleisten die Faserbündel einfaches und sicheres Separieren mit einem Griff.

Was in der Möbelindustrie zur Qualitätssteigerung bereits seit Jahren angewandt wird, setzt sich auch im Metallbereich immer häufiger durch: an das Transportgut angepasste Faserleisten sorgen auch hier für einen einfachen und sicheren Transport, verhindern Klappergeräusche und erhalten so die hohe Qualität empfindlicher Teile, beispielsweise in der Blechbearbeitung.

Eine schnelle Bemusterung mit ersten Teilen aus dem Standardprogramm bildet die Grundlage für das Optimieren von Transportgestellen. So zeigt sich schnell, welche Faser für eine bestimmte Anwendung geeignet ist und welche Anbringung am wirtschaftlichsten funktioniert.

Gustav Feichtinger ist Projektleiter für die blechbe- und -verarbeitende Industrie bei der August Mink KG, Martin Knödler ist Marketingleiter, 73035 Göppingen.

Gustav Feichtinger und Martin Kn | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/umformtechnik/articles/147099/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Modulares Fertigungssystem für Kettenräder
15.03.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Nimm zwei: Metallische Oberflächen effizient mit dem Laser strukturieren
15.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Preiswerte Katalysatoren finden und verstehen: Auf das Eisen kommt es an

24.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Hoffnung für Leberkrebspatienten

24.03.2017 | Medizintechnik

Innovationslabor für neue Wege in die digitale Zukunft

24.03.2017 | Förderungen Preise