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Stanzbutzen mit 0,05 mm Materialstärke erkennen

26.05.2009
Die Schwer + Kopka GmbH mit Sitz in Weingarten und Hilden hat eine neue Messtechnik entwickelt, die auf das Erkennen von Stanzbutzen spezialisiert ist. Der Stanzbutzen ist Materialabfall, welcher häufig im Stanzwerkzeug liegen bleibt und beim Wiederverpressen die Oberflächen des Stanzteils beschädigt. Dies führt zu Reklamationen in der Stanz- und Umformindustrie und zu hohen Prüf- und Sortierkosten.

Die Stanzbutzen stellen eine sehr schwer zu kontrollierende Größe dar, da sie im Produktionsprozess nur sporadisch auftreten und oftmals nur ein bis zwei Teile in der gesamten Charge betreffen.

Somit scheiden statistische Prüfverfahren (SPC) bei der Erkennung von Stanzbutzen und Oberflächenbeschädigungen am Stanzteil aus. Als Faustformel gilt: Je dünner und kleiner der Stanzbutzen, desto schwieriger ist er für Überwachungssysteme zu erkennen.

Sensoren erkennen Stanzbutzen

Herzstück der Neuentwicklung von Schwer + Kopka ist eine hybride Messtechnik, die parallel Kraft- und Körperschallsignale mit dem gleichen Sensor messen und auswerten kann. Folgerichtig werden die Vorteile der stabilen Kraftmessung mit den Vorteilen der sensiblen Körperschallmessung vereint.

Hybride Kraft-/Körperschallsensoren werden – ähnlich wie die reinen Körperschallsensoren – vorzugsweise am oder im Niederhalter (Abstreifer) des Stanzwerkzeuges installiert. Hier reicht in der Regel bereits ein Sensor pro Aufnahmeplatte, erläutert das Unternehmen. Im neuen Hybridsignal hinterlassen selbst kleinste Stanzbutzen markante Veränderungen, während das stabile Sensorsignal gleichzeitig unerwünschte Maschinenabschaltungen vermeidet.

Stanzbutzen seit vielen Jahren ein Problem

Der Konflikt beim Stanzen zwischen Stückzahl und Qualität und die damit verbundene Gefahr des nicht erkannten Stanzbutzens beschäftigt die Stanzindustrie schon seit vielen Jahren. Der Konflikt: Wird langsam produziert, ist es schwer, Geld zu verdienen. Wird zu schnell produziert, steigen die Werkzeugschäden und die Teilequalität sinkt. Die Kunst liegt darin, für jedes Werkzeug die optimale Produktionsgeschwindigkeit zu finden und dies über eine integrierte Prozessüberwachung abzusichern.

Bisherige Lösungsversuche scheiterten oft an der mangelnden Erkennungsfähigkeit oder den auftretenden Fehlabschaltungen. Abhilfe schafft jetzt nach Aussage von Schwer + Kopka die hybride Messtechnik durch die Verschmelzung des stabilen Kraftsignals mit dem sensiblen Signal des Körperschalls.

Hybridmesstechnik erlaubt erkennen von Mikro-Stanzbutzen

Anwendungen, die früher wegen der geringen Materialstärke nicht umsetzbar waren, werden heute mit der Hybridmesstechnik realisiert, heißt es weiter. Die hybride Messtechnik konnte nach Aussagen des Unternehmens beim Messen von Mikro-Stanzbutzen mit einer Dicke von nur 0,05 mm bereits erfolgreich eingesetzt werden.

Auch die klassischen Stanzfehler wie Stempelbruch und andere Prozessabnormalitäten werden mit der Hybridtechnik zuverlässig erkannt.

Schwer + Kopka GmbH auf der Stanztec 2009: Halle MSEG, Stand B 03

Annedore Munde | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/umformtechnik/articles/189177/index.html

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