Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spezialisten suchen neue Technologien für Großmotorenbau

14.09.2010
Es geht um die Zukunft dieses Industriezweigs, der in der Hansestadt viele Jahrzehnte alte Wurzeln hat. „Immer strengere Emissionsgesetze fordern nun völlig neue Technologien für den Motorenbau“, skizziert Professor Horst Harndorf, Leiter des Lehrstuhls für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren der Universität Rostock, die Herausforderung. Er ist maßgeblicher Initiator dieser Tagung, zu der 120 Spezialisten erwartet werden.

Bis zum Jahr 2016 muss der Stickoxidausstoß bei Großmotoren um 80 Prozent reduziert werden. „In der Vergangenheit waren Großmotoren vorrangig auf Ökonomie ausgelegt.“ Das heißt, sie seien mit einem maximalen Wirkungsgrad auf den Weltmeeren unterwegs. Doch das bedeute auch, dass extrem viel Stickoxid emitiert werde.

Die Universität Rostock erforscht nun, wie regenerative Kraftstoffe, Destillate, Schweröle und Erdgas sowie weitere Betriebsstoffe, wie Harnstofflösung oder auch Natronlauge beim Motor zum Einsatz kommen können, um einen möglichst schadstoffarmen Betrieb bei gleichzeitig hohen Wirkungsgraden zu ermöglichen. „Wir arbeiten sowohl mit dem vor Ort in Warnemünde ansässigen Motorenbauer Caterpillar als auch mit anderen Motoren- und Komponentenherstellern eng zusammen“, sagt Wissenschaftlicher Mitarbeiter Christian Fink. Der 35-Jährige ist derzeit auch häufig auf den experimentellen Prüfständen in der Motorenhalle der Universität anzutreffen.

Er fährt Versuche, um neue, umweltfreundliche Kraftstoffeinspritzsysteme und Einspritzstrategien für den Motor zu erforschen und praxisreif zu machen. Auch hier liegt eine von mehreren Lösungen zur Reduzierung der Stickoxid- und Partikelemissionen. Fink ist überzeugt, dass es bis zum Jahr 2016 mehrere Konzepte auf dem Markt geben werde. Schon jetzt würde eine Vielzahl von möglichen Technologien diskutiert, erforscht und bewertet.

Die Erwartungen von Reedern und Werften, aber auch die Möglichkeiten der Wissenschaftler sollen nun, auch mit den Gesetzgebern, Motorenherstellern und Zulieferern in Rostock diskutiert werden. „In allen Strategien spielt die Kraftstoffeinspritzung und Gemischbildung eine zentrale Rolle zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes.“, sagt Professor Harndorf. "Zukünftige Emissionsziele können jedoch nicht mehr nur durch einzelne Technologien alleine erreicht werden, sondern bedürfen einer komplexen und optimalen Kombination vieler verschiedener Maßnahmen, wie z.B. Aufladung, Einspritzung, Abgasrückführung und Abgasnachbehandlung."

„Deutschland ist nach wie vor führend in der Großmotorentechnologie“, sagt Christian Fink. Dieser Vorsprung solle keinesfalls aufgegeben werden. Der Doktorand will nun unter anderem herausfinden, welche Kraftstoffmengen bei einer Mehrfacheinspritzung im Zusammenspiel mit weiteren Maßnahmen bedarfsoptimal abgesetzt werden müssen, um die Motoremissionen bei maximalen Wirkungsgraden zu senken. Am Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren der Universität Rostock werden deshalb sowohl Untersuchungen an den mittelschnelllaufenden Forschungsmotoren als auch umfangreiche Grundlagenanalysen zur Kraftstoffeinspritzung, Gemischbildung sowie zur Abgasnachbehandlung durchgeführt. Professor Harndorf verweist darauf, dass die Forschung in Rostock nicht im Elfenbeinturm erfolge, sondern im engen Miteinander mit der Industrie, wie MAN oder Caterpillar. „So nah am Schiffsmotor wie Rostock forscht kaum eine andere Universität.“

Dr. Ulrich Vetter
Leiter Presse+Kommunikation
Pressesprecher
Universität Rostock
Ulmenstraße 69, Haus 3
18057 Rostock
Fon: (0381) 498 1013
Fax: (0381) 498 1032
Mail: ulrich.vetter@uni-rostock.de
Christian Fink
T: 0381 498 9424
christian.fink@uni-rostock.de

Ingrid Rieck | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht rollFEED® Turning auf EMAG Maschinen: Tempomacher für die Drehbearbeitung
17.10.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Schuler-MSC2000-Dual-Servopresse am Fraunhofer IPT für Werkzeugtests und Entwicklungsprojekte
17.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie