Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Smarte Innovation - Neuer Blick auf den Produktlebenszyklus enthüllt Innovationskraft des Maschinenbaus

29.04.2009
Der Projektverbund "Smarte Innovation" (SInn) veranstaltet das erste Meilensteintreffen am 29. April 2009 in Frankfurt am Main, Gastgeber ist der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA).

Dort stellen Forscherinnen und Forscher aus Sozial- und Ingenieurwissenschaften erste Resultate ihrer Analysen von Innovationsprozessen in fünf deutschen Maschinenbauunternehmen vor.

Sie halten fest: Der deutsche Maschinenbau ist real viel innovativer, als es die Zahlen über Forschungs- und Entwicklungsausgaben ausweisen. Und: Gerade in den typischen kleinen und mittelständischen Unternehmen kommt es darauf an, die Prozesse zu standardisieren - nicht die Innovation.

Im Forschungs- und Entwicklungsvorhaben "Smarte Innovation" stellen Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft eine Schlüsselfrage für die Zukunft des deutschen Maschinenbaus: Wie kann jede Station im Produktlebenszyklus ihren Beitrag zur Innovation einbringen? Den Projektverbund leitet das Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung - ISF München.

Gemeinsam mit dem Zentrum für Lern- und Wissensmanagement/Lehrstuhl für Informationsmanagement (ZLW/IMA) an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen analysieren die Forscherinnen des ISF München die Innovationsverläufe in fünf Maschinenbauunternehmen und entwickeln Konzepte für eine "smarte Innovation".

Nach rund 70 Einzelinterviews und acht Gruppendiskussionen mit Innovationsakteuren in den beteiligten Unternehmen präsentiert das Projekt nun am 29. April 2009 erste Forschungsergebnisse. Besonders bemerkenswert sind zwei Feststellungen.

Der Maschinenbau ist viel innovativer, als seine FuE-Aufwände verdeutlichen. Wie in kaum einer anderen Branche verteilt sich im Maschinenbau Innovation über den gesamten Produktlebenszyklus. Innovation ist eben nicht nur Domäne der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen: Produktion, Montage und Service agieren gleichermaßen als Innovationstreiber. Die Innovationskraft der Branche wird daher deutlich unterschätzt, wenn man sich nur auf Zahlen stützt, wie etwa ausgewiesene Aufwände für FuE oder die aktuellen Bilanzierungsansätze. "Die Projektergebnisse machen dagegen den realen Innovationsbeitrag von Produktion, Montage und Service in jeder Phase des Produktlebenszyklus sichtbar", kommentiert Carola Feller, Kompetenzzentrum Bildung des VDMA.

Die Prozesse standardisieren - nicht die Innovation. Die gängigen Instrumente zur Standardisierung der Innovationsprozesse, etwa das klassische Projektmanagement, aber auch IT-Tools zum Produktlebenszyklusmanagement (PLM) sind teilweise zu wenig auf die spezifischen Stärken des mittelständisch geprägten Maschinenbaus ausgelegt. Wiederauflebender Bürokratismus und neue Ineffizienzen können die Folge sein. Die Leiterin des Projekts "Smarte Innovation", die Arbeitssoziologin Sabine Pfeiffer vom ISF München, hält fest: "Standards sind nur gut, wenn es gute Standards sind. Was für Großserienfertigung und einen Endconsumer-Markt konzipiert wurde, passt nicht eins zu eins auf den Maschinenbau mit seinen Kleinserien und seinen kundenspezifischen Lösungen." Flexiblere, branchenadäquate Konzepte für eine intelligente Standardisierung von Innovationsprozessen wird das Projekt in den kommenden Jahren entwickeln und testen - unter Beteiligung aller Verbundpartner.

Im Zentrum des bis Mai 2011 laufenden Projekts stehen fünf innovative Maschinenbauunternehmen: Hauni Maschinenbau AG, H.P. Kaysser GmbH & Co. KG, Trumpf Werkzeugmaschinen GmbH & Co. KG, Voith AG und Wittenstein AG. Diese Unternehmen repräsentieren zusammen über 56.000 Mitarbeiter, einen Jahresumsatz von fast 8 Mrd. Euro und jährliche FuE-Aufwendungen von rund 4,5 Mio. Euro. Als Entwicklungs- und Transferpartner begleiten der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) sowie die IG Metall das Vorhaben. Es wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der EU gefördert und vom Projektträger im DLR Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen betreut.

Projektleitung ISF München: Dr. Sabine Pfeiffer, sabine.pfeiffer@isf-muenchen.de, Tel. +49 89 272921-0

Rückfragen zur Pressemitteilung: Frank Seiß, presse@isf-muenchen.de, Tel. +49 89 272921-78

Frank Seiß | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.smarte-innovation.de
http://www.isf-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Leichtbau serientauglich machen
24.04.2017 | Laser Zentrum Hannover e.V.

nachricht Laserstrukturierung verbessert Haftung auf Metall und schont die Umwelt
24.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie