Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Senken der Einbrenntemperatur führt bei Pulverlack zu Zeitvorteilen

13.01.2009
Eine niedrigere Einbrenntemperatur bei Pulverlack verkürzt das Aufheizen und Abkühlen der Bauteile. Daraus ergibt sich eine enorme Zeiteinsparung beim Lackieren bei geringerem Energieverbrauch. Beides wurde nun mit einem Pulverlack auf Polyesterbasis erreicht, ohne Reduzierung der Korrosionsschutzanforderungen für den Außenbereich.

Der Pulverlackhersteller im mecklenburgischen Ganzlin wartet ab September mit einer Neuheit auf: Er bietet seinen Kunden mit dem Produkt ST-HGL 411 einen Pulverlack, der sich bei Temperaturen ab 140 °C eingebrannt werden kann. Vor allem im Außenbereich, wo massive Teile mit hohen Korrosionsschutzanforderungen zum Einsatz kommen, punktet diese Innovation bei Lackierern.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Wer mit deutlich niedrigeren Temperaturen Pulverlacksysteme zum Einsatz bringen kann, spart nicht nur Energie, sondern auch Zeit. Und zwar bis zu 75%. Beide Effekte sind gekoppelt an den gewohnt hohen Qualitätsstandard, mit dem die Ganzliner Produkte seit Jahren am Markt vertreten sind. Nicht zu vergessen: Die besondere Umweltverträglichkeit, denn Pulverlacke sind lösungsmittelfrei und verfügen bei hoher Flexibilität im Einsatz zudem über eine hohe Effizienz bei der Materialausnutzung.

Gerade bei der Senkung der Einbrenntemperaturen kommt es auf jedes Grad Celcius an, das eingespart werden kann. Denn damit sinken die Wärmeverluste und das Aufheizen bis zur Objekttemperatur wird reduziert. Massive Objekte mit hohen Wanddicken brauchen erfahrungsgemäß mehr Zeit zum Aufnehmen der Wärme als Dünnwandteile. Mit deutlich gesenkter Einbrenntemperatur verkürzt sich diese Zeit erheblich. Gleiches gilt für das Abkühlen der beschichteten Teile. Der Prozessverlauf verkürzt sich somit enorm und verschafft dem Beschichter zusätzliche Kapazitäten.

Schleierfrei und überbrennstabil

Bereits in den vergangenen Jahren konnten die Ganzliner mit der Entwicklung neuer, wetter- und UV-beständiger Pulverlacke auf Polyesterbasis Erfolge vorweisen. So gelang es, die vormals in diesem Segment üblichen Einbrenntemperaturen von 180 bis 210 °C auf 160 °C zu senken. Bereits dieses Produkt (FA-SG) überzeugte damit, weder Schleier noch so genannte Wolken auszubilden, dafür aber überbrennstabil zu sein und somit Doppelbeschichtungen zu gewährleisten. Dies erweist sich insbesondere beim Einsatz an klimaaggressiven Standorten als immenser Vorteil.

Polyesterpulver auf 160-°C-Basis sind mittlerweile weltweit im Einsatz. Sie spornten die Ganzlin Beschichtungspulver GmbH an, die Entwicklung von 140-°C-Pulvern zu intensivieren. Jetzt profitieren Anwender von einer nochmaligen Senkung der Einbrenntemperatur: Es gelang dem Ganzliner Hersteller mit der Entwicklung des Pulverlacks ST-HGL 411 die Einbrenntemperaturen auf 140 °C zu minimieren, oder bei höheren Temperaturen die Einbrennzeit enorm zu verkürzen.

Einsatzgebiete nach Korrosionsschutzklassen definiert

Für das neue Produkt wurde zeitgleich eine Matrix erarbeitet, welche die Einsatzgebiete nach Korrosionsschutzklassen entsprechend der regionalen Beanspruchung am Standort der pulverbeschichteten Teile beschreibt. Das gilt gleichermaßen für Bauwerke mit schweren Metallkonstruktionen, zum Beispiel Brücken und Hallen, aber auch für den Einsatz bei Landmaschinen und Windkraftanlagen sowie für Produkte wie Bojen, die einem aggressiven Meeresklima ausgesetzt sind. Tabelle 1 enthält die entsprechenden Systemempfehlungen in Abhängigkeit der sechs Korrosionsschutzklassen (C1 bis C5-I beziehungsweise C5-M).

Die Vorteile, die sich aus dem Einsatz dieses Produkts ergeben, korrespondieren bereits vor der endgültigen Verabschiedung der neuen DIN 55633 mit jenen Normen, die den Korrosionsschutz von Stahlbauteilen durch Pulverbeschichtungssysteme festschreiben. Das ist für Deutschland eine Innovation – bislang wurde der Korrosionsschutz hierzulande ausschließlich für flüssige Beschichtungsverfahren mit der DIN EN ISO 12944 geregelt. Sowohl Auftraggeber als auch Planer, Berater, ausführende Firmen, Anwender und Hersteller brauchen jedoch dem Stand der Technik entsprechende, in zusammengefasster Form vorliegende Angaben, die einen wirksamen Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Pulver-Beschichtungssysteme gewährleisten.

Eignung oder Schutzdauer müssen dokumentiert sein

Die Anwendung von Pulverbeschichtungssystemen für Stahlbauten ist grundsätzlich möglich auf Bauteilen aus unlegiertem oder niedrig legiertem Stahl mit mindestens 3 mm Wanddicke. Diese Teile müssen über einen entsprechenden Tragsicherheitsnachweis verfügen und unbeschichtet oder feuerverzinkt sein. Die Auswahl der verwendeten Beschichtungssysteme hat sich nach der höchsten Korrosionsbelastung der jeweiligen Kategorie zureichten. Eignung oder Schutzdauer müssen dokumentiert oder mit einer verbindlichen Aussage des Herstellers versehen sein, die den entsprechenden Einsatz bestätigen.

Die Offerten des Ganzliner Beschichtungspulverherstellers umfassen mehrere tausend Farbnuancen und sind in rund 20 verschiedenen Qualitäten zu haben – von der Grundierung bis zur Deckschicht sowie mit sehr hoher Wetter- und UV-Beständigkeit. Das wurde in wiederholten hausinternen Versuchen bestätigt. Entsprechende Prüfverfahren am Institut für Korrosionsschutz Dresden sowie am Institut für Lacke und Farben Magdeburg laufen bereits.

André Beckerman ist Geschäftsführer der Ganzlin Beschichtungspulver GmbH in Ganzlin.

Barbara Arndt | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/oberflaechentechnik/articles/166476/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht rollFEED® Turning auf EMAG Maschinen: Tempomacher für die Drehbearbeitung
17.10.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Schuler-MSC2000-Dual-Servopresse am Fraunhofer IPT für Werkzeugtests und Entwicklungsprojekte
17.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik