Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schneller von der Konstruktion in die Produktion

15.01.2009
Die Fertigungsplanung aufgrund von Konstruktionsentwürfen in Angriff zu nehmen, die laufend überarbeitet werden, ist eine sehr aufwändige Prozedur. Eine aktuelle Software ermöglicht die gleichzeitige Definition von Produkt und Fertigungsprozess und spart den Anwendern auf diese Weise Zeit und Geld.

Aktuell besteht die große Herausforderung darin, den Übergang von der Entwicklung zur Produktion zu bewältigen. Liegt ein Produkt nach der Entwicklung digital vor, gelangen die Daten nicht nahtlos in den Fertigungsprozess.

Das ist eine große Schwachstelle. Um sie zu beseitigen, müsste man den Prozess, etwa für die Arbeitsvorbereitung, kennen — inklusive der Schritte dazu und der Verzweigungen.

Der Schritt in die Produktionsvorbereitung und die anschließende Fertigungsprozessplanung sind ein umfangreicher und anspruchsvoller Prozess. Üblicherweise brauchen Fertigungsunternehmen maximale Flexibilität, wenn sie über die einzusetzenden Ressourcen entscheiden müssen.

Wie wirken sich Änderungen, die in der Entwicklung vorgenommen werden, auf die Arbeitspläne und die Ressourcen aus? Oder kann man umgekehrt die Entwicklung bereits mit Blick auf die Fertigung optimieren?

Wenn eine Werkbank 5 cm kürzer wäre, könnte sie eventuell nicht nur in Russland, sondern auch in Brasilien oder in China gefertigt werden und das Unternehmen hatte mehr Flexibilität bei der Auslastung der Produktionsstätten.

Gleichzeitige Entwicklung und Fertigungsvorbereitung senken Durchlaufzeiten

Durch die Parallelisierung von Entwicklung und Fertigungsvorbereitung verkürzen sich die Durchlaufzeiten im Gesamtprozess deutlich. Zudem steigert der synchronisierte Ablauf die Qualität, weil Änderungen bereits im Vorfeld des Produktionsanlaufs vorgenommen werden und nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Dadurch lassen sich enorme Kosten einsparen, denn Anlaufkosten fallen nicht nur in der Automobilindustrie an, sondern auch die mittelständische Fertigungsindustrie hat mit diesem Posten zu kämpfen. Deshalb profitiert auch der Maschinenbau enorm von der Parallelisierung von Entwicklung und Fertigung.

Spezielle PLM-Software für die Fertigungsindustrie entwickelt

Mit Windchill MPM Link (Manu-facturing Process Management) hat PTC auf Kundenwunsch eine integrale PLM-(Product-Lifecyle-Management-)Anwendung speziell für die Fertigungsindustrie entwickelt. Sie enthält die Software-Werkzeuge, die es ermöglichen, Prozessplan-Lieferbestandteile bereits parallel und nicht erst sequentiell zur Produktentwicklung digital zu verwalten.

Die neue Software geht zurück auf das im Juni 2005 von PTC übernommene Unternehmen Polyplan. PTC hat die PLM-Software komplett überarbeitet, den Quellcode neu geschrieben und vollständig in die neue Version der Daten- und Prozessmanagement-Software Windchill integriert. Die Fertigungsplanung erfolgt mit dem gleichen System, mit dem auch die Produkte entwickelt werden. Somit wird eine parallele Definition von Produkt und Fertigungsprozess möglich, wodurch sich Produktionskosten und Markteinführungszeiten deutlich reduzieren lassen.

Fertigungsplanung beginnt meist sehr spät

Bislang ist die Fertigungsplanung auf Basis von Konstruktionsentwürfen ein aufwändiger und langwieriger Prozess, der erst in einer späten Phase des Produktentwicklungsprozesses beginnt. In der Regel findet die Fertigungsvorbereitung in einem manuellen Prozess statt. Wenn sich danach noch einmal Änderungen in der Konstruktion ergeben, müssen die Arbeitspläne erneut mit hohem Aufwand manuell angepasst werden.

Diesen Effizienzverlust kann Windchill MPM Link überwinden, weil das Änderungsmanagement hier automatisch erfolgt und eine Verknüpfung zwischen den Daten der Konstruktion und der Fertigungsplanung besteht. Die PLM-Anwendung hat ihren Schwerpunkt auf den täglichen Kernaufgaben der Fertigungs- und Ressourcenplanung und macht komplexe, teure Simulationswerkzeuge überflüssig. Mit der PLM-Software können Produkt- und Prozessdefinitionen gemeinsam verwaltet und damit fehlerträchtige Datendoppelungen und Versionskonflikte vermieden werden.

Die Definition von Fertigungsprozessen und die Umwandlung von Konstruktionsstücklisten (Engineering Bills of Materials/eBoMs) in Fertigungsstücklisten (Manufacturing BoMs/mBoMs) im gleichen System stellt sicher, dass Produkte exakt nach den Konstruktionsvorgaben hergestellt werden. Mit einem derart integralen System können Fertigungsunternehmen ein durchgängiges Änderungsmanagement von der Konstruktion bis zur Fertigung gewährleisten. Diese Vorteile zahlen sich insbesondere in Branchen aus, die ständig neue Produkte auf den Markt bringen sowie unter hohem Kosten- und Zeitdruck stehen.

Niedrigere Kosten, höhere Produkt- und Datenqualität

Durch den Einsatz von Windchill MPMLink für die Fertigungsplanung lassen sich Kosten senken. Zudem verbessert sich die Produkt- und Datenqualität. Auch Ausschuss und Nacharbeit lassen sich minimieren. Das Ergebnis sind exakter gefertigte Produkte und kürzere Entwicklungszyklen.

Bei der Festlegung der Funktionalitäten hat PTC eng mit Kunden aus Schlüsselbranchen zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass die Anforderungen von Fertigungsunternehmen weltweit erfüllt werden. Da Windchill MPM Link integrale Komponente von Windchill ist, muss der Anwender nicht mit Integrationsproblemen oder Inkompatibilitäten rechnen.

PLM-Anwendung erweitert Produktentwicklungssystem

Die integrale Komponente erweitert das Produktentwicklungssystem von PTC um die folgenden Funktionen:

-Erstellen und Verwalten assoziativer Stücklisten: Konstruktionsstücklisten können über rückverfolgbare Verknüpfungen einfach in mehrere Fertigungsstücklisten umgesetzt werden.

-Erstellen und Verwalten digitaler Prozesspläne: Produktionsabläufe können abhängig von Produktionsstandorten definiert werden. Dabei kann genau festlegt werden, wie ein Bauteil gefertigt, montiert, nachgearbeitet, repariert oder geprüft werden soll.

-Integriertes Änderungsmanagement: Konstruktion und Fertigung arbeiten mit einem durchgängigen Änderungsmanagementprozess.

-Integriertes Konfigurationsmanagement: Fertigungsressourcen können nach den Prinzipien von Revisionierung, Lebenszyklusmanagement, Gültigkeitsprüfung und Zugriffssteuerung verwaltet werden.

-Visuelle Arbeitsanweisungen für die Produktion lassen sich stets aktuell dynamisch aus dem Produktionsplan generieren.

-Übersichten der Fertigungsressourcen und -normen lassen sich zentral verwalten.

-Integration in die ERP- und MES-Systeme: Die Arbeitsabläufe und Fertigungsteilelisten aus freigegebenen Produktionsplänen lassen sich auf diese Weise sicher digital übermitteln. Dabei kommt transaktionssichere Systemintegrationstechnologie zum Einsatz.

Erste PLM-Software mit einem integrativen Ansatz

Digitale Fertigung ist eine PLM-Schlüsselkomponente und für jedes Fertigungsunternehmen unverzichtbar, das eine umfassende Strategie zur Produktentwicklung verfolgt. Windchill MPM Link ist die erste PLM-Anwendung für die digitale Fertigungsprozessplanung mit einem integrativen Ansatz für Konstruktions- und Fertigungsprozesse. Die Architektur erlaubt eine nahtlose Verbindung von Produktentwicklung, Prozessplanung, Ressourcen- und Konfigurationsmanagement sowie dynamischem Publishing.

Jörg Iske ist Technical Manager Central Europe bei PTC — Parametric Technology GmbH in 85716 Unterschleißheim.

Jörg Iske | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/digitalefabrik/cadcam/articles/166799/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau
28.04.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten
27.04.2017 | EMAG eldec Induction GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie