Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schneidmesserkonstruktion per Software liefert bessere Werkzeuge

25.09.2008
Fiel früher ein Mitarbeiter beim Engineering-Dienstleister Bm-Form-Tec aus, stoppte die Schneidmesserkonstruktion. Heute kann jeder der 35 Konstrukteure diese Aufgabe übernehmen. Das Ergebnis liegt nicht nur schneller vor, auch die Qualität der Werkzeuge ließ sich mit der Catia-Zusatzsoftware Trim Steel Expert steigern.

Bis zu 35% weniger Zeit benötigt die Bm-Form-Tec GmbH aus Weingarten heute für das Erstellen von Schneidmessern für Blech- und Kunststoff-Umformwerkzeuge, verglichen mit der manuellen Konstruktion. Und das ist wichtig für den Engineering-Dienstleister für Methodenplanung, Werkzeugkonstruktion und Modellbau, denn er ist dem gleichen starken Innovations- und Zeitdruck ausgesetzt wie seine Auftraggeber.

Noch höher ist der Zeitgewinn, wenn ein einfaches Update und die Neuberechnung der Messergeometrie genügen. Möglich macht das die vollständig in die 3D-CAD/CAM/CAE-Lösung Catia V5 integrierte Software Trim Steel Expert der Stuttgarter Cenit AG. Gleichzeitig konnte der Ingenieur-Dienstleister aber auch die Qualität steigern.

„Wir waren schon lange auf der Suche nach einem Programm, mit dem wir die sehr zeitaufwändige und schlecht planbare Messerkonstruktion optimieren konnten“, erläutert Thorsten Kownatzki, Projektleiter CAD Master bei Bm-Form-Tec. Schon seit Jahren arbeiten die Konstrukteure dort mit 2D- und 3D-Programmen.

Da es aber kein Tool zur automatisierten Konstruktion komplexer Messergeometrien gab, mussten die Schneidwerkzeuge sehr zeit- und arbeitsintensiv unter Beteiligung mehrerer Kollegen hergestellt werden. Denn bei Bm-Form-Tec hatten nur die Methodenplaner die für die Messererstellung notwendigen High-end-Flächenkenntnisse; die Werkzeugkonstrukteure waren nur für die Solid-Konstruktion des Messerhalses und -fußes verantwortlich. Gerade in Urlaubszeiten oder bei krankheitsbedingten Ausfällen konnte es so schnell zu Engpässen kommen. Fehlte ein Mitarbeiter, stoppte der gesamte Prozess.

Messerentwürfe innerhalb weniger Stunden in der Werkstatt umsetzbar

Beim Karosserie- und Werkzeugbau-Forum des Stuttgarter Systemhauses Cenit stieß Kownatzki dann auf das neue Messertool Trim Steel Expert. „Während der Präsentation war mir schnell klar, dass dieses Programm genau unseren Anforderungen entsprach und die dringend erforderliche Zeitersparnis im Konstruktionsprozess bringen konnte“, so der CAD-Experte weiter. Dank der einfachen Bedienbarkeit von Trim Steel Expert könnten heute alle Mitarbeiter – vom Konstrukteur bis hin zur technischen Zeichnerin – nach kurzer Einarbeitung innerhalb weniger Stunden ein Messer am Bildschirm erzeugen.

Neben dem deutlich reduzierten Zeitbedarf gelang es dem schwäbischen Ingenieur-Dienstleister aber parallel, auch die Qualität zu steigern – in Zeiten des stetig wachsenden Wettbewerbsdrucks ein wichtiger Faktor. „Unsere Messerentwürfe können nun innerhalb weniger Stunden und ohne weitere Anpassungen in der Werkstatt umgesetzt werden“, betont Thorsten Kownatzki. Vor dem Einsatz von Trim Steel Expert hätten die Werkzeugbauer oftmals kleinere Änderungen zeitaufwändig und nach Rücksprache mit dem Konstrukteur vornehmen müssen. Dies ist ein positiver Nebeneffekt des Softwareeinsatzes: Das wiederholte Nachfragen des Modellbauers beim Konstrukteur entfiel und vereinfachte so die Kommunikation zwischen Konstruktion und Modellbau.

Nachdem Bm-Form-Tec auf dem Cenit-Forum auf dessen Software aufmerksam geworden war, entschied sich die Geschäftsführung des Ingenieur-Dienstleisters zu einer ganz schnellen Umsetzung. Mit Unterstützung der Stuttgarter dauerte es gerade einmal eine Woche bis zum ersten Einsatz. Diese schnelle Umsetzung war besonders wichtig, da Trim Steel Expert so für ein wichtiges Kundenprojekt eines großen deutschen Automobilherstellers zur Verfügung stand, der die Software zeitgleich ebenfalls nutzen wollte.

Das Pilotprojekt verlief ohne die sonst üblichen Reibungsverluste. „Unsere Ansprechpartner bei Cenit waren sehr hilfsbereit“, berichtet Kownatzki. Auch heute noch nutzen die Bm-Form-Tec-Konstrukteure den Support gerne. „Auf Anfragen erhalten wir umgehend eine fachlich qualifizierte Antwort, ohne dass wir dazu unser Anliegen lang und umständlich erklären müssen.“ Man merke schnell, dass die Programmierer von Trim Steel Expert den Konstruktionsprozess innerhalb der Branche kennen würden. „Das weiß ich zu schätzen“, fährt Kownatzki fort, „aber natürlich auch mein Vorgesetzter, dem vor allem der Zeit- und Kostenaufwand besonders am Herzen liegt.“

Software ist intuitiv bedienbar

Konnten vor dem Einsatz der Spezialsoftware nur besonders qualifizierte und erfahrene Mitarbeiter für die Konstruktion der komplexen Wirkflächen eingesetzt werden, hat sich das nach ihrer Einführung geändert. Dank der sehr einfachen und intuitiven Bedienbarkeit der Software sollen sich auch neue Mitarbeiter innerhalb kürzester Zeit einlernen lassen. Da die Logik zum Erzeugen der Wirkflächen in der Software abgebildet ist, hängt das qualitative Ergebnis nicht mehr nur von den Erfahrungen und Kenntnissen der Konstrukteure ab. Sondern durch die erweiterten, messerspezifischen Flächenalgorithmen sind die Wirkflächen heute auch hochwertiger als die vergleichbaren, von Hand erzeugten Pendants.

Auch die Skeptiker habe das überzeugt, sagt CAD-Experte Thorsten Kownatzki. „Heute möchte keiner unserer 35 Konstrukteure die Vorteile von Trim Steel Expert missen.“ Der Bm-Form-Tec-Mitarbeiter ist froh, die Software entdeckt zu haben. „Uns ist schnell bewusst geworden, dass wir die Lösung viel früher hätten einsetzen sollen.“

Gerade die vermeintlich hohen Lizenzkosten sowie die Scheu vor neuen Produkten würden ja noch immer viele kleinere Firmen vom Einsatz solcher High-End-Software-lösungen abhalten. „Aber uns war bald klar, dass sich das Tool sehr schnell amortisiert.“ Die Schwaben konnten die Lizenzgebühren für Trim Steel Expert bereits mit rund acht Aufträgen wieder einspielen. Und das bei einer Arbeitsauslastung von durchschnittlich zwei Sätzen mit jeweils fünf Werkzeugen pro Quartal.

Giuseppe Ciafardini | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/spanende_fertigung/articles/146103/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Gewicht von Robomotion-Greifer um 60 Prozent reduziert
31.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Assistenzsysteme für die Blechumformung
28.07.2017 | Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie