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Schaumstoffhersteller investiert in Versuchsanlage für Low Pressure Moulding

16.02.2009
Sekisui Alveo, Luzern, hat für Entwicklungszwecke in eine neue Spritzgießanlage investiert. Ziel ist die Entwicklung weicher Schaumstoffe, die für den Low-Pressure-Moulding-Prozess geeignet sind. Der Polyolefinschaum-Spezialist kann mit der Anlage Schaumstoffneuentwicklungen auf ihre LPM-Eignung prüfen und damit die Kunden noch besser bei der Materialauswahl beraten.

Schaumstoffe sorgen im Fahrzeuginterieur für eine angenehme Haptik, softe Oberflächen und mehr Komfort. Um Verarbeitungskosten und Zeitaufwand für die Herstellung von Armaturenbretter oder Türverkleidungen zu senken, nutzen Innenraumspezialisten seit einigen Jahren verstärkt das Direktverfahren Low Pressure Moulding (LPM): In eine so genannte Pre-form aus Schaumstoff wird flüssiger PP-Kunststoff mit geringem Druck eingespritzt. Die früheren Zwischenschritte zur Verbindung von Oberflächenmaterial und Trägerteil sind nicht mehr nötig. Allerdings sind die derzeit in diesem Niederdruckverfahren eingesetzten Schaumstoffe relativ hart.

Aktuell bietet Sekisui Alveo seinen Kunden für das Low Pressure Moulding-Verfahren – oder Spritzprägen – den Schaumstoff Alveolit TP LPM2 an. Dieser Schaum soll mithilfe der neuen Maschine weiterentwickelt werden. „Mit dieser Versuchsanlage können wir ohne Umweg über unsere Kunden das Zusammenspiel von Materialdichte, Druck- und Temperaturbeständigkeit sowie die Kompatibilität von Materialien testen und verbessern“, erläutert Thomas Ross, Marketing Segment Manager Automotive von Sekisui Alveo.

Für ein optimales Ergebnis sind zahlreiche Anforderungen zu berücksichtigen: Die Schaumstoffe sollen die gewohnte weiche Haptik besitzen und optimal mit dem jeweiligen Spritzgusswerkstoff harmonieren. Während der Befüllung mit der Kunststoffschmelze müssen die Schaumstoffe kurzfristig Temperaturen bis zu 200 °C standhalten.

Konsistenz oder Komprimierbarkeit des Schaumstoffs dürfen nicht leiden

Dabei dürfen lediglich die äußeren Materialschichten von Schaum- und Kunststoff miteinander verschmelzen, ohne dass die Gesamtstruktur geschädigt wird. Zudem darf die Verbindung sich nicht negativ auf die Konsistenz oder Komprimierbarkeit des Schaumstoffs auswirken. Auch dem Werkzeuginnendruck müssen die Schaumstoffe problemlos standhalten. Dies können derzeit jedoch nur Schaumstoffe, die über eine hohe Dichte verfügen und deshalb vergleichsweise hart erscheinen.

Um Alveolit TP LPM2 zu verbessern und die Kunden zukünftig noch besser beraten zu können, testet Sekisui Alveo derzeit die Kompatibilität der Schaumstoffe mit verschiedenen Spritzgusswerkstoffen – neben dem gängigen Polypropylen auch mit Werkstoffen, die nicht auf Polyolefinen basieren. Daneben führt der Spezialist auch Versuche mit unterschiedlichen Schaumstofflaminaten aus Leder, Textilien und Folie durch. Auch Schaumstoffneuentwicklungen sind geplant. Folgender Zielkonflikt muss dabei gelöst werden: Je geringer die Dichte, desto weicher der Schaumstoff – desto höher jedoch auch die Empfindlichkeit hinsichtlich Druck und Temperatur.

Jürgen Schreier | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/konstruktion/werkstoffe/articles/171113/

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