Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter lernen schleifen und polieren; Startschuss für Forschungsprojekt von Uni WÜ und h-ab

01.08.2011
Schleifen, polieren, entgraten – bei industriellen Aufgaben, die eine entsprechende Feinfühligkeit voraussetzen, stoßen Standard-Industrieroboter aufgrund einer fehlenden Kraftregelung an ihre Grenzen.

ForTeRob, ein von der Bayerischen Forschungsstiftung gefördertes Forschungsprojekt mit einem Projektvolumen von 1,3 Mio € soll nun neue Erkenntnisse im Bereich der robotergestützten kraftsensitiven Werkstückbearbeitung liefern und derartige Anwendungsfelder erschließen. Hiefür sollen neue Verfahren für die Regelung von Kräften und Drehmomenten entwickelt sowie effektive und kostengünstige Methoden zur Anwenderunterstützung über das Internet bereitgestellt werden.

ForTeRob, so der griffige Projektname, steht für "Force controlled Teleoperated Machining with Standard Industrial Robots" und ist ein gemeinsames Forschungsprojekt von Hochschule Aschaffenburg und Universität Würzburg. Als Industriepartner ist der Roboter-Hersteller Reis Robotics (Obernburg) beteiligt. Des Weiteren ist die Firma Metallbau Heidenau als Endanwender in das Forschungsprojekt eingebunden: Sie wird bei der Spezifikation der Anforderungen mitwirken und die Ergebnisse im Praxistest erproben. Das Projekt mit ist auf drei Jahre angelegt.

Roboter werden aufgrund ihrer positionsgenauen Aktorik für zahlreiche industrielle Anwendungen eingesetzt. Einmal programmiert, führt ein Industrieroboter die Arbeitsschritte stets identisch und mit gleicher Sorgfalt aus. Was in vielen Fällen von Vorteil ist, erweist sich bei der kraftsensitiven Materialbearbeitung jedoch als Nachteil. Beim Schleifen oder Polieren von Schweißnähten, welche von Werkstück zu Werkstück in Form und Größe variieren, führt ein unverändertes Abfahren einer fixen Roboterbahn oft zu Qualitätsproblemen. „Ein Standard-Industrieroboter arbeitet positionsgesteuert“, erläutert Stephan Hummitzsch, Geschäftsführer bei Metallbau Heidenau die Problematik. „Fertigungstoleranzen der Bauteile bleiben beim traditionellen Verfahren unberücksichtigt und resultieren in zu großen oder zu kleinen Abtragsraten beim Schleifprozess“.

Hier setzt das Forschungsprojekt ForTeRob an. Über eine neue Kraft-/Drehmomentregelung soll der Roboter nun lernen seine Kraft zu dosieren und die Bearbeitungsbahn dem tatsächlichen Werkstück anzupassen.

Um die Handhabung der neuen Roboter-Funktionen nutzerfreundlich zu gestalten setzen die Projektpartner auf Technologien, die in der Fachwelt unter den Begriffen Telematik und Teleoperation bekannt sind. Eine Telematikschnittstelle soll die Fernunterstützung des Endanwenders durch den Hersteller ermöglichen und den traditionell aufwendigen Programmierprozess vereinfachen.

Die Telematik ist ein zentrales Forschungsthema am Institut von Prof. Dr. Schilling an der Uni Würzburg. Man arbeitet dort seit vielen Jahren auf diesem Gebiet und möchte Forschungsergebnisse, die unter anderem aus der Raumfahrt stammen, auf industrielle Anwendungen übertragen. Für die Hochschule Aschaffenburg ist die Zusammenarbeit mit der Universität Würzburg besonders wertvoll, betont Prof. Dr. Hartmut Bruhm von der Hochschule Aschaffenburg: "Wir ergänzen uns sehr gut, und zwar sowohl fachlich als auch von unserer grundsätzlichen Ausrichtung her. Für uns als Hochschule für Angewandte Wissenschaften steht die anwendungsorientierte Forschung im Vordergrund, während an der Universität auch intensive Grundlagenforschung betrieben wird.“

Simone Herzog | idw
Weitere Informationen:
http://www.h-ab.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht CI-Maschine von EMAG ECM: Hocheffektive Lösung für das Entgraten von komplexen Bauteilen
12.04.2018 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Kaltmassivumformung: auch komplexe Bauteilherstellung virtuell und kostengünstig designen
29.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics