Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Reinigung von Flugzeugtriebwerken mit CO2-Trockeneis: neues Verfahren soll Kraftstoff einsparen

13.09.2011
Flugzeugtriebwerke müssen regelmäßig gereinigt werden, da die Verschmutzung der Triebwerke zu einer Verschlechterung der Aerodynamik und so zu einem höheren Kerosinverbrauch führt.

Gemeinsam mit der Lufthansa Technik entwickelt ein Team um Prof. Dr. Gerald Ruß vom Fachbereich Maschinenbau und Kunststofftechnik der Hochschule Darmstadt (h_da) derzeit ein neuartiges Reinigungsverfahren, das Kraftstoff sparen und die Leistung des Triebwerks erhalten soll. Dabei kommt nicht wie üblich Wasser, sondern CO2-Trockeneis zum Einsatz.


Fluggasturbine bei der Anlieferung. Auf dem Foto zu sehen: Prof. Dr. Gerald Ruß, Fachbereich Maschinenbau und Kunststofftechnik der Hochschule Darmstadt. Copyright: Hochschule Darmstadt (h_da)/Andreas Arnold

Unterstützt wird das Gemeinschaftsprojekt bei einem Gesamtbudget von 960.000 Euro für die Lufthansa Technik und die h_da mit einer Förderquote von 50 Prozent vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Dritter Projektpartner ist der Druckluftspezialist Pneumo. Das mittelständische Unternehmen aus Frankfurt erhält ebenfalls eine Förderung durch das Bundesministerium.

Mit der offiziellen Inbetriebnahme des Prüfstands auf dem Areal des Fachbereichs Maschinenbau und Kunststofftechnik der h_da beginnen nun die Forschungsarbeiten. In den vergangenen Monaten wurde eine Triebwerkshalle errichtet, die eine sichere Durchführung der Tests gewährleisten soll und die komplizierte Messtechnik sowie das Testtriebwerk schützt. Die Kosten für den Bau der Halle beliefen sich auf 90.000 Euro.

Die Tests werden an einem Triebwerkstyp durchgeführt, der unter anderem an der Boeing 747 zum Einsatz kommt. Das eigens für die Tests gekaufte Triebwerk ist in einem Prüfstand in der Halle montiert und wiegt etwa vier Tonnen. Das Fan genannte Gebläse am Triebwerkseintritt hat einen Durchmesser von 2,40 Meter. Für den auf den Fan folgenden Bereich des Verdichters soll das Reinigungsverfahren entwickelt werden.

Bei den nun anlaufenden Versuchsreihen soll erstmals CO2-Trockeneis direkt mit einer Strahldüse und Druckluft in den inneren Bereich des Verdichters geschossen werden, ohne dass eine Öffnung der Triebwerksverkleidung oder die Demontage von Versorgungsleitungen am Triebwerk notwendig ist. Da die Reinigung ohne aufwändige Demontagearbeiten durchgeführt werden kann, ermöglicht der wirtschaftliche Reinigungsprozess die regelmäßige Wäsche der Flugzeugmotoren. Dies wiederum führt zu einer kontinuierlichen Verringerung des Kraftstoffverbrauchs.

Zudem kann die Wäsche auch in den kalten Wintermonaten durchgeführt werden, da die Reinigung rückstandsfrei erfolgt. Ein Verbleib von Wasserrückständen im Trieb-werk, welche bei Temperaturen um den Gefrierpunkt vereisen können, wird somit vermieden. „Wir rechnen mit einer Kraftstoffeinsparung von bis zu ein Prozent, was bei einer weiterhin steigenden Zahl der Flugaufkommen zu einer deutlichen Absenkung des Flottenverbrauchs führt“, sagt Gerald Ruß. Mitte 2012 sollen erste konkrete Testergebnisse vorliegen.

„Die Nähe zu externen Forschungs- und Entwicklungskompetenzen ist für ein marktführendes Unternehmen wie Lufthansa Technik auch im Hinblick auf „Technological Leadership“ von besonderer Bedeutung“, ordnet Robert Nyenhuis, Vice President Aircraft Engineering bei Lufthansa Technik, die Zusammenarbeit mit der Hochschule Darmstadt ein. „In diesem Zusammenhang gewinnt die enge Kooperation mit Hochschulen und Universitäten zunehmend an Gewicht, da deren Know How im Grundlagen- und Anwendungsbereich der Entwicklungsarbeit der Lufthansa Technik wichtige Impulse geben kann.“

Michaela Kawall | idw
Weitere Informationen:
http://www.h-da.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Luftturbulenzen durch Flugzeuge bald beherrschbar
08.12.2017 | Universität Rostock

nachricht Ein MRT für Forscher im Maschinenbau
23.11.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie