Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Reibwerkzeuge mit Wendeschneidplatten erhöhen die Wirtschaftlichkeit

19.08.2009
Die Vorteile von Wendeschneidplatten lassen sich jetzt auch bei der Reibbearbeitung nutzen. Der Wegfall der gelöteten Platten vereinfacht die Werkzeugaufbereitung, reduziert die Rüstzeiten und ermöglicht die freie Wahl der optimalen Schneidstoffe und Beschichtungen für die jeweilige Anwendung.

Die Werkzeugexperten von Komet Dihart haben eine Reibtechnik entwickelt mit den Vorteilen von Wendeschneidplatten, allerdings ohne jeglichen Einstell- oder Justageaufwand. Die Ergebnisse bei der Serienbearbeitung von Radträger-Hauptlagerbohrungen zeigen eine deutliche Erhöhung der Werkzeugstandwege im Vergleich zu bisher geläufigen Werkzeugen. Die neue Wendeschneidplatten-Reibtechnik befreit von der herkömmlichen Praxis mit gelöteten Werkzeugen, bietet aber dennoch die Sicherheit fertig auf Maß geschliffener Genauigkeit, und das ohne Einstellen oder Nachjustieren ab dem ersten Werkstück.

Mehrschneidigkeit von Wendeschneidplatten steigert Flexibilität von Reibwerkzeugen

Bislang schien der Einsatz von wechselbaren Schneiden beziehungsweise von Wendeschneidplatten beim Reiben im Widerspruch zu den Vorteilen der fest auf Maß geschliffenen Werkzeuge zu stehen. Basierend auf dem Funktionsprinzip der Einwegköpfe von Komet Dihart haben die Schweizer Reib-Spezialisten schon vor geraumer Zeit mit den Reamax-Hochgeschwindigkeits-Reibwerkzeugen ein modulares Werkzeugsystem mit wechselbaren Schneidkörpern auf einem Werkzeuggrundkörper entwickelt.

Die neue Wendeschneidplatten-Reibtechnik geht nun noch einen erheblichen Schritt weiter und nutzt die Mehrschneidigkeit von Wendeschneidplatten, um die Wirtschaftlichkeit und Flexibilität von Reibwerkzeugen zu erhöhen. Jede Reib-Wendeschneidplatte hat zwei nutzbare Schneiden.

Einfaches Handling der neuen Reibwerkzeuge

Zur Mehrschneidigkeit der Wendeschneidplatten und zum einfachen Handling, das Einstellen und Justieren spart, erhalten Anwender weitere Vorteile, wie man sie aus der Wendeschneidplattenanwendung bei der Bohrungsbearbeitung kennt. Zu den markantesten Vorzügen gehört, dass vielfältige Schneidstoff- und Beschichtungsvarianten die individuelle Anpassung an Bearbeitungsaufgaben und die perfekte Bearbeitung unterschiedlicher Materialien ermöglichen. Toleranz- und Geometrieänderungen lassen sich mit wenig Aufwand bewerkstelligen.

Im Gegensatz zu Bohrwerkzeugen werden jedoch die Wendeschneidplatten für Reibwerkzeuge als komplette Sets direkt auf dem Grundwerkzeug in ihrem jeweiligen, ebenfalls präzise gefertigten Plattensitz geschliffen. Damit sind die Positionen der einzelnen Schneiden bei der Herstellung sowie im Einsatz genau definiert. So lassen sich die Platten im konkret zugeordneten Plattensitz drehen, wobei die in einem Vorgang geschliffenen Schneiden im Reibprozess die erforderliche Genauigkeit und Oberflächengüte gewährleisten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, zu jedem Trägerwerkzeug beliebig viele passgenaue Wendeplattensets herzustellen. Auch nachträgliche Neubestückungen werden in Dulliken ohne Wärmebehandlung durchgeführt.

Stabilität der neuen Reibwerkzeuge verbessert Standzeit

Das Wenden oder der Austausch der Wendeschneidplatten erfolgt über eine Schraubverbindung und ist mit wenigen Handgriffen erledigt. Dabei unterstützen Kennzeichnungen, welche die Position und Lage der Platten im Trägerwerkzeug eindeutig festlegen, den Anwender. Die Grundkörper selbst können nahezu beliebig oft bestückt und wieder eingesetzt werden. Weil sie bei der Werkzeugaufbereitung keiner thermischen Belastung ausgesetzt werden, bleiben Genauigkeit und Stabilität erhalten.

Die vergleichsweise hohe Stabilität der neuen Reibwerkzeuge trägt letztlich auch zur deutlichen Steigerung der Standzeiten bei. Als achtschneidiges Werkzeug, eingesetzt in der Serienbearbeitung von Radträger-Hauptlagerbohrungen mit 72 mm Durchmesser in GGG40, werden 7500 Bohrungen mit der ersten Schneidkante bearbeitet, ehe eine Schneidenkompensation erforderlich ist. Diese lässt sich bei den neuen Reibwerkzeugen über eine stirnseitige Konusscheibe durch Expansion des Werkzeugkopfes im gesamten Toleranzbereich der Werkstücke mehrfach durchführen.

DJC kombiniert Schneidstoff DST mit der Schicht DBG

Zur Verwendung kommen DJC-Wendeschneidplatten. DJC ist eine Kombination des Schneidstoffes DST mit der Schicht DBG, einer Beschichtung mit sehr hoher Härte von etwa 3200 HV. So ausgestattet liegt die Gesamtstandzeit hochgerechnet auf zwei Schneidkanten bei über 20 000 Radträgern, was ein Vielfaches der Standzeit herkömmlicher Reibwerkzeuge bedeutet.

Das eigentlich Befreiende an der Reib-Revolution aus der Schweiz ist die komplett entfallende Wärmebehandlung und die damit zusammenhängende Werkzeuglogistik zur Neubestückung. In der Regel befindet sich dazu eine entsprechende Anzahl an Schwesterwerkzeugen im ständigen Kreislauf, was zusätzlich einen erhöhten Invest erfordert. Außerdem ist durch die thermische Belastung beim Löten die Anzahl der Nachbestückungen begrenzt.

Mehr Freiheit bei der Wahl optimaler Schneidstoffe und Beschichtungen

Die neue Wendeschneidplatten-Reibtechnik definiert nun Wirtschaftlichkeit bei der Bohrungs-Feinstbearbeitung neu. Sie vereinfacht die Werkzeugaufbereitung, reduziert Rüstzeiten und bietet die Freiheit bei der Wahl optimaler Schneidstoffe und Beschichtungen.

Stefan Reber ist Leiter Produktmanagement bei der Komet Dihart AG Precision Tools in CH-4657 Dulliken.

Stefan Reber | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/spanende_fertigung/articles/226326/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht eldec-Technologie im Maschinenbau: Standardisierte Hochleistungsgeneratoren für exzellente Maschinenbaulösungen
15.12.2016 | EMAG eldec Induction GmbH

nachricht Neuer Fräser arbeitet schneller und spart Energie
12.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie

Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa

16.01.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz