Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Realistische Vorhersage

01.04.2009
Aktuell meldet der Anlagen- und Maschinenbau einen Rückgang der Auftragseingänge von knapp 50 Prozent. In so einer Situation sind die Unternehmen gezwungen, die Profitabilität ihrer Fertigungs- prozesse drastisch zu erhöhen. Gerade im Maschinen- und Anlagenbau sind Qualität, Verfügbarkeit und Termintreue häufig entscheidender als niedrigere Preise. Sind sie doch wesentliche Kriterien für Kunden- zufriedenheit und Kundenbindung.
April, April, der macht was er will. Mit dieser alten Bauernweisheit reagieren die Meteorologen oft, wenn ihre Wetterprognose in diesem Monat nicht ganz so stimmig war. Aber auch in den anderen elf Monaten sind manche Wetterfrösche um solche Weisheiten nicht verlegen. Wenn alle nur so "ins Blaue hinein" prognostizieren würden, wo kämen wir dahin? Das dachte sich wohl auch Voith Turbo BHS Getriebe in Crailsheim und realisierte in Zusammenarbeit mit Psipenta Software Systems einen völlig neuen Ansatz der Kapazitäts-Grobplanung.
Da herkömmliche, statische ERP-Systeme nur schwer auf Marktveränderungen reagieren können, haben die Berliner Software-Entwickler zur Regelung dynamischer Fertigungsprozesse ihre ERP-Suite Psi-Penta um das Funktionspaket Adaptive Manufacturing Control (AMC) erweitert, in dessen Mittelpunkt Liefertermin und Prozessgeschwindigkeit stehen. Aufgabe des Funktionspaketes ist es, durch eine optimale Integration und Synchronisation aller Unternehmensabläufe kürzere Durchlaufzeiten mit einem erhöhten Produktionsdurchsatz zu erreichen. Dabei muss die Stabilität der Prozesse gewährleistet bleiben - selbst bei Störungen im Produktionsablauf. Im ERP verankerte Regler reagieren automatisch auf veränderte Rahmenbedingungen und richten das System selbständig an den quantifizierten Zielen aus. Diese Adaption der Produktionsnetze und Dispositionsparameter sorgen dafür, dass stets in allen Abteilungen an den richtigen Belegungseinheiten und Abläufen gearbeitet wird.


So genannte Selbstregelnde Mechanismen (SRM) untersuchen die Grunddatenparameter der Materialien und Kapazitäten. Die richtige Kombination aus Bevorratungsstrategie, eingestellter Durchlaufzeit sowie die Kenntnis exakter Wiederbeschaffungszeiten ist die Basis für kürzere und wiederholbare Lieferzeiten. Daraus berechnen die SRM automatisch Prognosen und leiten von ihnen über statistische Verfahren Stellgrößen für die Parameter ab. Schließlich liefern sie Entscheidungsvorschläge für die Dispositionsart.
Von der Prognose zur Stellgröße
Eine Durchsetzung der Termine über alle Auftragsnetze hinweg unterstützt Psi-Penta durch die Lieferterminermittlung nach Capable-to-Promise (CTP). Schon zum Projektstart stellt das Modul eine rückstandsfreie Planung sicher, wobei es Materialverfügbarkeit und ein begrenztes Kapazitätsangebot über alle Stufen gleichermaßen berücksichtigt. Der komplette Auftragsdurchlauf für ein Produkt wird geprüft und der am schnellsten realisierbare Liefertermin ermittelt. Besteht ein Kundenauftrag aus mehreren Teilen, soll aber komplett geliefert werden, lassen sich alle Vorgangspositionen am späteren Liefertermin ausrichten. Der Dynamische Produktionsausgleich (DPA) schließlich regelt und synchronisiert alle für die Produktion nötigen Prozesse mit dem Ziel, vorgegebene Liefertermine einzuhalten. Das intelligente System passt Auftragsnetze permanent an aktuelle Situationen an, indem es Vorgänge priorisiert. Rückstände eliminiert es durch automatische, reglerbasierte Adaptionen in den Auftragsnetzen. Nicht auflösbare Rückstände werden markiert und lassen sich durch manuelle Eingriffe kreativ lösen. Schon in der Angebotsphase lassen sich also realistische Liefertermine ermitteln. Falls zur Zielerreichung erforderlich, ändert das System automatisch die Bevorratungsmodelle und -verfahren oder passt sie an.
Im Falle des Crailsheimer Einzelfertigers von Turbogetrieben sieht das ganze praktisch so aus: Im Auftragsfall wird eine vergleichbare Auftragsstruktur aus der Vergangenheit gewählt - ein sogenannter Typenvertreter - und in einer Simulationsplattform des AMC-Moduls eingelastet. Wichtige Angebote sind damit ohne Aufwand sofort im System abgebildet und können hinsichtlich der realisierbaren Liefertermine bewertet werden. Die so angelegten Kundenaufträge erzwingen den Aufbau kompletter kapazitiver Netze, die mit den bereits angelegten Aufträgen abgeglichen werden. Werden Komponenten des neuen Auftrags für die Feinplanung freigegeben, erfolgt automatisch der Abgleich der Simulations- und ERP-Plattformen. Der Einsatz von Psi-Penta Adaptive erhöhte so den Kapazitäts-Forecast von drei auf neun Monate, so dass die Crailshaimer heute in der Lage sind, verschiedene Szenarien in der Wertschöpfungskette zu simulieren und die erst längerfristig wirkenden Folgen der Veränderungen vorherzusagen. Volker Vorburg/ee
HMI, Halle 17, Stand B50

| SCOPE
Weitere Informationen:
http://www.scope-online.de/xist4c/web/Realistische--Vorhersage_id_161__dId_418230_.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Stresstest über den Wolken
21.06.2017 | Hochschule Osnabrück

nachricht 3D-Druck im Mittelstand etablieren
20.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften