Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Prozess-Maschine-Wechselwirkungen“: DFG-Schwerpunktprogramm abgeschlossen

12.07.2011
Nach sechs Jahren Laufzeit und mehr als 200 Veröffentlichungen ziehen Wissenschaftler aus ganz Deutschland im Produktionstechnischen Zentrum Hannover ein positives Resümee

Wenn ein Werkstück auf einer Werkzeugmaschine gefräst wird, beeinflussen sich Maschinendynamik und Bearbeitungsprozess gegenseitig – nicht unbedingt zur Freude der Ingenieure, die die Maschine ausgelegt haben und insbesondere nicht zur Freude jener, die die Fräswege des speziellen Bauteils programmiert haben: Wechselwirkungen können auf unvorhersehbare Weise das Bearbeitungsergebnis verändern. Unerwünschte Maschinenschwingungen führen beispielsweise zu „Macken“ auf der Werkstückoberfläche oder beschädigen die teure Maschine. Das Problem betrifft letztlich alle Arbeitsprozesse auf Maschinen, egal ob es sich um’s Fräsen, Schleifen oder Umformen handelt.

2005 hatte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), unter anderem auf Initiative des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Leibniz Universität Hannover, das Schwerpunktprogramm „Prognose und Beeinflussung der Wechselwirkungen von Strukturen und Prozessen“ eingerichtet, das seitdem vom IFW koordiniert wurde.

In 20 meist kooperativen Forschungsprojekten waren deutschlandweit 30 renommierte Institute aus der Produktionstechnik, der Mechanik, den Werkstoffwissenschaften und der Mathematik – darunter neben dem IFW auch das Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen und das Institut für Werkstoffkunde der Leibniz Universität - mit insgesamt 60 Wissenschaftlern vertreten. „Das Ziel dieses Schwerpunktprogramms war es“, so Professor Berend Denkena, Leiter des IFW und Sprecher des Programms, „Simulationsverfahren zu entwickeln, mit deren Hilfe die Wechselwirkungen bei unterschiedlichsten Fertigungsverfahren berechenbar und damit handhabbar werden, bevor sie im realen Prozess zu Abweichungen führen“.

Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Disziplinen erwies sich dabei als äußerst erfolgreich – „Experten für Maschinentechnologie und Prozessparameter, für Statik und Dynamik der Systeme und für sehr abstrakte mathematische Lösungswege haben dazu beigetragen.“ Die DFG förderte das Schwerpunktprogramm über die gesamte Laufzeit mit insgesamt 10,4 Millionen Euro.

Die neuen Verfahren erlauben einen völlig neuen Umgang mit Prozess-Maschine-Wechselwirkungen; die Interaktionen können künftig verlässlich vorhergesagt, beeinflusst und in die Prozessplanung einbezogen werden. Dennoch sehen die Wissenschaftler die Ergebnisse noch längst nicht am Markt: Es wird einige Zeit dauern, bis aus den sehr grundlagenorientierten Ergebnissen Anwendungen entstehen – beispielsweise als in die Maschinen integrierte Module. Das IFW wird die wichtigsten Ergebnisse entsprechend aufbereiten und Industrievertretern in einem Seminar anwendungsnah vermitteln.

Zurzeit stellen die Projektbeteiligten das Abschlussbuch „Process Machine Interactions“ zusammen, das Anfang 2012 im Springer-Verlag erscheinen wird. Die dritte „International Conference on Process Machine Interaction“, die aus dem Programm hervorgegangen ist, findet im Oktober 2012 in Nagoya, Japan, statt.

Weitere Informationen zum Schwerpunktprogramm:
http://prowesp.ifw.uni-hannover.de.
Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Dipl.-Ing. Manuel Deichmüller, Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen der Leibniz Universität Hannover, unter Telefon +49 511 762 5751 oder per E-Mail unter deichmueller@ifw.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Jessica Lumme | idw
Weitere Informationen:
http://prowesp.ifw.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht CI-Maschine von EMAG ECM: Hocheffektive Lösung für das Entgraten von komplexen Bauteilen
12.04.2018 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Kaltmassivumformung: auch komplexe Bauteilherstellung virtuell und kostengünstig designen
29.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics