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Produktivitätsschub beim Fräsen von Plattenmaterial

16.12.2008
Ein neues, patentiertes Verfahren potenziert die Produktivität der Witec-Flachbettmaschinen bei der Bearbeitung von Aluminium-, Composite- oder Kunststoffplatten. Wie der Hersteller, die Wissner Gesellschaft für Maschinenbau mbH in Göttingen, erläutert, können je nach Materialdicke bis zu sieben Bauteile gleichzeitig in einer Zustellung gefräst oder gebohrt werden.

Ein beschichtetes Spezialpapier sorgt in Verbindung mit einem besonderen Aufspannsystem dafür, dass selbst kleinste Werkstücke hochgenau gespannt bleiben. Unternehmen in Luft- und Raumfahrt, Elektronikfertigung oder Kunststofftechnik profitieren laut Wissner erheblich von diesem neuartigen Verfahren.

Bis zu sieben Bauteile gleichzeitig bearbeiten

Wenn kleine flache Bauteile aus Platten gefräst und mit Bohrungen versehen werden müssen, vervielfacht das neue Verfahren mit dem speziell beschichteten Papier die Produktivität. Bei der Stapelbearbeitung entfallen zusätzlich die Nebenzeiten für Leerwege, Werkzeugwechsel und Positionierungen.

Die produzierten Teile können außerdem gemeinsam entnommen und zur Weiterverarbeitung gebracht werden. Dies spart weitere Zeit, Energie- und Arbeitskosten ein, verspricht Wissner.

Spezialpapier fixiert die einzelnen Platten beim Fräsen

Dazu wird ein in Rollen- oder Bogenformaten erhältliches Spezialpapier, das ohne Klebstoffe ein Verrutschen der Bauteile während der Fräsbearbeitung verhindert, zwischen das zu bearbeitende Plattenmaterial gelegt. Anschließend wird das Papier einfach entfernt. Es hinterlässt keine Kleberückstände. Eine Nachbehandlung der Werkstücke ist nicht erforderlich.

Bei kleinsten Bauteilen verhindert das patentierte Spannsystem zusätzlich ein Verrutschen des Materials: Durch den Aufbau eines Luftkissens über einem frei beweglichen Niederhalter wird das Werkstück direkt an der Frässtelle stabilisiert.

So wird jedes einzelne Bauteil sicher gespannt und ein „Ausfransen“ an seiner Oberfläche nahezu vollständig vermieden, betont Wissner. Durch den berührungslos arbeitenden Niederhalter werden Toleranzen und Unebenheiten des Materials kompensiert. Dadurch bleibt die Oberfläche frei von Kratzern.

Auch Lasersysteme sind integrierbar

Flachbettmaschinen der Baureihe Witec lassen sich für die Bearbeitung von unterschiedlichen Plattenwerkstoffen mit verschiedenen Frässpindeln und/oder Lasersystemen ausrüsten. Die drei Baureihen Basic, Economic und Performance mit verschiedenen Maschinengrößen und Zubehör wie Werkzeugwechsler, Mess- und Spannsysteme oder verschiedenen Möglichkeiten der Materialzuführung erfüllen alle Anforderungen für rationelle, genaue und flexible Bearbeitung, so Wissner.

Aluminiumbauteile für die Luft- und Raumfahrt, Komposite-Materialien oder Kunststoffe wie PVC oder Polypropylen erhalten schnell und rationell die richtige Form. In der Vorfertigung von Leiterplatten der Elektronikindustrie werden diese Maschinen ebenso eingesetzt, wie zur Erzeugung filigraner Muster.

Schnelle Spindeln sorgen für hohe Produktivität

Verfahrwege von 800 mm × 1000 bis 6000 × 4000 mm, Portalhöhen von 60 bis 800 mm und Beschleunigungen bis 1 g bieten laut Wissner das richtige Umfeld für schnelle Spindeln: Mit Leistungen bis 20 kW und Drehzahlen von 500 bis 250000 min—1 lösen sie vielfältige Fräsaufgaben mit höchster Produktivität, heißt es weiter. Zusätzlich oder alternativ stehen Laser mit bis zu 5 kW Leistung zur Bearbeitung von Stahl ebenso bereit wie kleine gekapselte Einheiten für Kunststoff und Holz.

Bernhard Kuttkat | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/spanende_fertigung/articles/160417/

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