Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Produktionssysteme wandlungsfähig gestalten

05.07.2010
FIR entwickelt neuartige Planungs- und Steuerungslogik für den Maschinen- und Anlagenbau

Am 15. Juni 2010 startete das Forschungsprojekt „Wandlungsfähige Produktionssysteme durch integrierte IT-Strukturen und dezentrale Produktionsplanung und -steuerung“, kurz „WInD“, des Forschungsinstituts für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen. Die Forschungsergebnisse des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts sollen die Produktionsplanung und -steuerung völlig neu gestalten.

Das veraltete Planungskonzept des „Manufacturing Resource Plannings“ (MRP II) soll dabei durch eine neue Logik ersetzt werden. Das Bahnbrechende an dem neuen Konzept ist, dass die Verarbeitung von Echtzeitdaten in einem wesentlich höheren Maß als heute ermöglicht wird. Hier besteht in der Produktionsplanung, insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau in Bezug auf Terminermittlung sowie Auftragsfortschrittsüberwachung, noch erhebliches Potenzial.

„Die Branche ist sehr dynamisch und anspruchsvoll. Produktindividualität, Lieferzeit und Termintreue beeinflussen entscheidend das Kaufverhalten“, erklärt Wolfgang Sticht, Leiter Unternehmensprozesse, IT und Auftragszentrum der Burkhardt GmbH in Bayreuth, einem mittelständischen Hersteller von Stanzautomaten und Zuführtechnik, der sich zudem mit einem hohen Preisdruck konfrontiert sieht und deshalb das Projekt WInD aktiv als Partner unterstützt.

Die umfangreichen und individuellen Kundenwünsche stellen die Unternehmensprozesse häufig auf eine harte Probe und sind für viele Firmen im Maschinen- und Anlagenbau eine enorme Herausforderung.

Hinzu kommt, dass in der bisherigen Produktionsplanung Entscheidungen häufig auf Basis von Annahmen oder falschen Werten getroffen werden. Unrealistische Durchlaufzeiten in der Fertigung oder nicht gepflegte Wiederbeschaffungszeiten bei Fremdbezug führen in der Konsequenz zu Lieferverzögerungen. Zudem bestehen Schwierigkeiten beim Datenaustausch zwischen den unterschiedlichen IT-Systemen der Netzwerkpartner oder der unterschiedlichen Abteilungen innerhalb des Unternehmens. Diese Schwierigkeiten gehen häufig zu Lasten der Datenqualität oder -verfügbarkeit.

Ein Ziel von WInD besteht demnach darin, durch neue Standards die Unternehmensprozesse zu vereinfachen und

unterschiedliche IT-Systeme problemlos miteinander zu verknüpfen.

„Durch WInD greifen wir das Thema der hochauflösenden Produktion auf. Mit dem Projekt beabsichtigt das FIR, eine Planungs- und Steuerungslogik zu entwickeln, mit der es möglich ist, bestehende Echtzeitdaten realitätsgetreu zu generieren, zu erfassen und zu verarbeiten“, so Tobias Brosze, Bereichsleiter Produktionsmanagement am FIR.

Ein weiteres wichtiges Ziel des Projekts ist der Ausbau der am FIR entwickelten Integrationsplattform myOpenFactory (www.myopenfactory.com). Die Plattform ermöglicht den automatisierten Belegaustausch über Unternehmensgrenzen hinweg und soll um zusätzliche Funktionen für den Maschinen- und Anlagenbau ergänzt werden. Diese sollen dabei den nach DIN PAS 1074 beschriebenen Standard zur überbetrieblichen Auftragsabwicklung erweitern.

In der Summe führen die Ergebnisse des Forschungsprojekts zu einer deutlichen Verbesserung der Planungsbasis im Maschinen- und Anlagenbau. Unnötige Sicherheitsbestände können so abgebaut und die Flexibilität erheblich gesteigert werden.

Ansprechpartner FIR:
FIR e. V. an der RWTH Aachen
Pontdriesch 14/16
52062 Aachen
Dipl.-Wi.-Ing. Tobias Brosze
Bereichsleiter Produktionsmanagement
Tel.: +49 241 47705-402
E Mail: Tobias. Brosze@fir.rwth-aachen.de
Dipl. Wirtsch.-Ing. Christoph Meier
Bereich Produktionsmanagement
Tel.: +49 241 47705 423
E Mail: Christoph.Meier@fir.rwth-aachen.de
Dipl.-Wirt.-Ing., MSc Stefan Kompa
Bereich Produktionsmanagement
Tel.: +49 241 47705 426
E Mail: Stefan.Kompa@fir.rwth-aachen.de
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit FIR:
Caroline Crott, BSc
Bereich Kommunikationsmanagement
Tel.: +49 241 47705 152
Fax: +49 241 47705 199
E Mail: Caroline.Crott@fir.rwth-aachen.de
Web: www.fir.rwth-aachen.de
Profil FIR:
Das FIR ist eine gemeinnützige, branchenübergreifende Forschungseinrichtung, die der RWTH Aachen angegliedert ist. Gemeinsam mit seinen Kunden aus Forschung und Industrie gestaltet das Institut die strukturellen und technischen Organisations- und Informationsstrukturen, die in einem innovativen Unternehmen erforderlich sind. Das FIR steht unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Günther Schuh. Zu den Forschungs- und Beratungsfeldern des FIR gehören die Bereiche Dienstleistungsmanagement, Informationsmanagement und Produktionsmanagement. In diesen Bereichen ist das FIR auch als Anlaufstelle für qualifizierte Weiterbildungsmaßnahmen, sowohl für Studierende als auch für Berufstätige, bekannt. Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AIF) fördert das FIR die Forschung und Entwicklung sowohl zugunsten großer als auch kleiner und mittlerer Unternehmen. Das FIR beschäftigt über 120 Mitarbeiter und Hilfskräfte.

Caroline Crott | RWTH Aachen
Weitere Informationen:
http://www.win-d.de
http://www.fir.rwth-aachen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Gewicht von Robomotion-Greifer um 60 Prozent reduziert
31.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Assistenzsysteme für die Blechumformung
28.07.2017 | Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen