Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Praxisnahe Tests durch mehr Flexibilität - Neuer Prüfstand für RFID-Systeme

07.10.2008
Die Identifizierung und Erfassung von Waren mit Hilfe der Funktechnologie (RFID) wird in der industriellen Praxis zunehmend angewendet.

Doch die korrekte und vollständige Erkennung beispielsweise der unzähligen Pakete auf einer Palette bereitet nach wie vor Schwierigkeiten, insbesondere, wenn die RFID-Systeme verschiedener Unternehmen oder Branchen aufeinander prallen.

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts "identProLog" entwickelte das Institut für Fördertechnik und Logistik (IFT) der Universität Stuttgart jetzt einen neuen Prüfstand, mit dem sich die Zuverlässigkeit von RFID-Systemen erheblich flexibler und in kürzerer Zeit testen lässt.

Bei RFID-Systemen werden die relevanten Daten auf so genannten Transpondern hinterlegt, die an den einzelnen Verpackungen beziehungsweise Behältern angebracht sind. Diese können Signale empfangen und aussenden, die von Antennen an einem Gestell (Gate) registriert werden. Für die Zuverlässigkeit eines solchen Systems ist es entscheidend, dass alle Transponder eines Gebindes vollständig erfasst werden.

Doch das ist nicht so einfach: so können Umgebungsmaterialien wie etwa Metalle oder der Inhalt der Sendung die Identifikation beeinträchtigen; weitere Störungen können vom Transportfahrzeug, etwa einem Gabelstapler, ausgehen. Zudem spielt es eine Rolle, an welcher Stelle des Paketes der Transponder angebracht ist.

Um diese Faktoren zu untersuchen, wurden RFID-Systeme bisher an einem Prüfstand getestet, bei dem palettierte Waren über eine Förderstrecke an den Antennen vorbeigeführt wurden. Ein solcher Stand ist jedoch nur begrenzt belastbar, zudem dauerte es ungefähr drei Tage, bis die für statistisch repräsentative Ergebnisse erforderlichen 10.000 Leseintervalle absolviert waren.

Der neu konzipierte Prüfstand am IFT setzt daher auf das so genannte Prinzip der kinematischen Umkehr und führt das Antennen-Gate mit Hilfe eines Linearmotors an der Ware vorbei. Dabei sind Geschwindigkeiten von sechs Metern pro Sekunde möglich, was dem Tempo entspricht, mit dem ein Gabelstapler unter Realbedingungen durch einen Erfassungsstand fährt. Zudem erlaubt es die Konstruktion der Anlage, die Parameter sehr flexibel und dabei nachvollziehbar zu variieren. So können Prüfmaterialien in nahezu beliebiger Größe und unabhängig von Gewicht und Geometrie untersucht werden.

Die Kombination aus technischer und wirtschaftlicher Bewertung ermöglicht es, RFID-Systeme beziehungsweise logistische Prozesse durchgängig zu definieren. Dank der neuen Anlage lassen sich die Prüfszenarien so ausgestalten, dass sie die individuellen Anforderungen in den Unternehmen abbilden. Aus den Messergebnissen leiten die Stuttgarter Wissenschaftler Empfehlungen ab, wie das RFID-System sowie die vor- und nachgelagerten IT-Systeme ausgestaltet werden sollten. Dadurch lassen sich die Risiken bei der Einführung eines RFID-Systems erheblich reduzieren. So können Firmen beispielsweise frühzeitig erkennen, ob ihr System den Anforderungen eines Kunden entspricht.

Ansprechpartner: Daniel Neuhäuser, Institut für Fördertechnik und Logistik, Tel. 0711/685-83475, e-mail: Neuhaeuser@ift.uni-stuttgart.de

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de/presse/mediendienst/5/

Weitere Berichte zu: Antenne Fördertechnik Gabelstapler IfT Logistik Prüfstand RFID-System Transponder

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Luftturbulenzen durch Flugzeuge bald beherrschbar
08.12.2017 | Universität Rostock

nachricht Ein MRT für Forscher im Maschinenbau
23.11.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten